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Marssonde Phobos-Grunt antwortet unverständlich

Der Krimi um die russische Raumsonde Phobos-Grunt geht weiter. Erneut gelangen Kontaktaufnahmen, doch die Daten sind wohl unleserlich.
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Phobos-Grunt antwortet - aber niemand versteht sie. Quelle: dapd

Phobos-Grunt antwortet - aber niemand versteht sie.

(Foto: dapd)

MoskauUngewissheit trotz neuer Erfolge: Zwar antwortete die fehlgeleitete russische Marsmond-Sonde Phobos-Grunt erneut auf die Kontaktsuche von der Erde aus - die Daten waren aber zunächst unleserlich. „Die Angaben sind leider verzerrt und codiert“, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Donnerstag in Moskau mit.

Am Nachmittag hatte Roskosmos bekanntgegeben, ihr sei erstmals selbst vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus ein Kontakt zu Phobos-Grunt gelungen. „Wir versuchen nun, die Daten zu entschlüsseln“, sagte ein Sprecher.

Auch die ESA-Bodenstation im westaustralischen Perth werde weiter versuchen, Kontakt zu der seit gut zwei Wochen nutzlos in der Erdumlaufbahn treibenden russischen Raumsonde aufzunehmen. Das russische Verteidigungsministerium ging dennoch von einem baldigen Absturz von Phobos-Grunt aus.

„Ein mögliches Datum können wir aber noch nicht nennen“, sagte Oberst Alexej Solotuchin. Der von US-Behörden genannte Termin 12. Dezember sei „spekulativ“.

Nach zahlreichen misslungenen Versuchen war der ESA nach einem ersten Erfolg in der Nacht zuvor auch in der Nacht zum Donnerstag ein Kontakt zu Phobos-Grunt geglückt. „Die gewonnenen Daten müssen nun ausgewertet werden“, sagte René Pischel, der Leiter der russischen ESA-Vertretung in Moskau.

Es sei weiter unklar, ob die Raumsonde doch noch zu retten sei. Möglicherweise seien bei der zweiten Verbindung erstmals wichtige telemetrische Informationen gewonnen worden, sagte Pischel.

Die Sonde sollte nach dem Start am 9. November (Ortszeit) zum Marsmond Phobos fliegen - ihre Triebwerke sprangen jedoch nicht an. Für den Ausfall der 120 Millionen Euro teuren und 13,5 Tonnen schweren Apparatur sei möglicherweise eine US-Radarstadion in Alaska mitverantwortlich, sagte der russische Raumfahrtexperte Nikolai Rodionow.

„Die starke elektromagnetische Strahlung könnte die Schaltkreise der Sonde irritiert haben“, erklärte der Generaleutnant und Ex-Kommandeur der Raketentruppen.

  • dpa
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