Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Massensterben der Riesenechsen Dino-Tod unter ölverrußtem Himmel

Das Aussterben der Dinosaurier gibt immer noch Rätsel auf. Ein Meteorit wurde ihnen wohl zum Verhängnis – doch was passierte genau damals vor 66 Millionen Jahren? Japanische Forscher haben neue Indizien gefunden.
Die Illustration zeigt Qianzhousaurier auf der Jagd. Japanische Forscher haben eine neue Theorie zum Aussterben der Riesenechsen entwickelt. (Foto: dpa)
Dinosaurier auf der Jagd

Die Illustration zeigt Qianzhousaurier auf der Jagd. Japanische Forscher haben eine neue Theorie zum Aussterben der Riesenechsen entwickelt. (Foto: dpa)

Sendai Gewaltige Mengen Ruß in der Atmosphäre könnten einer neuen Theorie nach zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben. Der etwa zehn Kilometer große Meteorit, der auf dem Gebiet des heutigen Mexikos einschlug und nach gängiger Forschungsmeinung das Ende der Riesenechsen einläutete, habe möglicherweise ein großes Ölreservoir getroffen, erläutern japanische Forscher im Fachjournal „Scientific Reports“.

In der Nachbarschaft des Kraters in Mexiko existieren tatsächlich größere Ölvorkommen. Die Hypothese der Wissenschaftler lautet, dass das Öl durch die Wucht des Aufpralls bei hohen Temperaturen verbrannte und der entstehende Ruß in die Stratosphäre geschleudert wurde, wo er sich weltweit verbreitete.

Diese Lebewesen gibt es seit Urzeiten
Perlboote
1 von 10

Seit 500 Millionen Jahren existieren die sogenannten Nautiliden auf der Erde. Sie gehören zu den ursprünglichsten Formen der Kopffüßer, die auch die Kraken und Tintenfische umfassen. Fossilienfunde deuten an, dass die Nautiliden vor 450 Millionen sehr vielfältig waren. Davon sind heute noch sechs Arten übrig, zu denen diese sogenannten Perlboote gehört. Leider sind alle sechs Arten akut bedroht. Die gewundenen Schalen, in denen sie durchs Meer schwimmen, sind als Souvenirs sehr begehrt.

(Foto: dpa)
Quastenflosser
2 von 10

Der Klassiker unter den lebenden Fossilien ist sicherlich der Quastenflosser. Die ersten Fossilien eines Quastenflosser-artigen Fischs finden sich im Devon vor 400 Millionen Jahren, die bislang letzten stammen aus dem Jura vor 70 Millionen Jahren. Dazwischen klaffte eine Lücke bis zum ersten Drittel des letzten Jahrhunderts. Erst 1938 konnte nachgewiesen werden, dass Quastenflosser keineswegs ausgestorben sind. Heute kennt man zwei lebende Arten, sie besiedeln Meeresregionen vor Südafrika und der indonesischen Insel Sulawesi.

(Foto: dpa/picture alliance)
Stör
3 von 10

Seit mindestens 200 Millionen Jahren wandern die Störe zwischen ihren Laichplätzen in schnell fließenden Flussabschnitten mit Kiesbänken und den trägeren Unterläufen beziehungsweise dem Meer mit reichhaltigerem Nahrungsangebot. Heute stellt sie das vor Probleme, denn Stauwehre und andere Verbauungen verwehren die Passage oder zerstören wichtige Laichgründe. In Teilen ihres Verbreitungsgebiets werden die urtümlichen Knochenfische auch intensiv befischt, weil aus ihnen der begehrte Kaviar geholt wird.

(Foto: dpa)
Hoatzin
4 von 10

Im Amazonasbecken lebt ein Vogel wie kein anderer: Der Hoatzin frisst überwiegend Blätter und verdaut sie nicht im Magen, sondern im Kropf und der unteren Speiseröhre, was eher an Kühe als an Federvieh erinnert. Und wenn Jungvögel der Art aus dem Nest fallen, klettern sie mit ihren Krallen an den Flügeln wieder zurück – was an beispielsweise an den Urvogel Archaeopteryx erinnert, der ebenfalls diese Krallen besaß. Genanalysen deuten an, dass die Hoatzine die letzten Überlebenden einer Linie sind, die sich vor 64 Millionen Jahren kurz nach dem Ende der Dinosaurier von anderen Vogelfamilien abspaltete.

(Foto: Linda De Volder/CC BY-SA 3.0)

Araukarien
5 von 10

Araukarien sind Relikte des ehemaligen Großkontinents Gondwana, der im frühen Jura 184 Millionen Jahren zu zerbrechen begann: Aus dem riesigen Erdteil gingen letztlich Südamerika, Afrika, die Antarktis, Indien und Australien hervor. Verschiedene Tier- und Pflanzenfamilien bezeugen den einstigen Zusammenhang, darunter auch die Araukarien. Sie weisen ein so genanntes disjunktes Verbreitungsgebiet auf, also eine starke räumliche Trennung, die nicht auf natürlichem Weg überwunden werden kann. Araukarien-Arten finden sich etwa im südlichen Südamerika, in Neuseeland und in Neukaledonien, wo sie große Wälder bilden. Ihr Holz ist sehr begehrt.(Foto: Wikipedia/gemeinfrei)

Schnabeltier
6 von 10

Schnabeltiere säugen zwar ihre Jungen mit Milch, tragen ein Fell und besitzen die drei für Säugetiere typischen Gehörknöchelchen. Andererseits bringen sie keine lebenden Jungen zur Welt, sondern legen Eier, die zehn Tage lang ausgebrütet werden. Die Eier gleichen dabei eher jenen von Reptilien und nicht denen von Vögeln. Die Männchen besitzen zudem giftige Hornstachel an beiden Hinterfußgelenken. Das Gift ist für Menschen nicht tödlich, verursacht aber unerträgliche Schmerzen, die man auch mit starken Schmerzmitteln kaum in den Griff bekommt und die teilweise über Monate anhalten können.

(Foto: Peter Scheunis/CC BY 1.0)

Baumfarne
7 von 10

Zu ihrer Hochzeit während des Juras bestanden ganze Wälder aus Baumfarnen. Bis zu 30 Meter hoch wuchsen einzelne Arten, zwischen denen Dinosaurier wandelten. An ihrem Aussehen hat sich bis heute wenig geändert, und sie sind immer noch ein gängiger Anblick in Bergregenwäldern der Tropen und Subtropen. Sie benötigen jedoch möglichst immerfeuchte Bedingungen und sterben durch Frost rasch ab. (Foto: dpa)

Dies könne einen Klimawandel bewirkt haben, der letztlich zum massenhaften Aussterben von Tier- und Pflanzenarten am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren führte, erläutern die Forscher um Kunio Kaiho von der Tohoku University in Sendai. Sie stützen ihre Hypothese mit den Ergebnissen von Bodenproben und Berechnungen mit Hilfe von Klimamodellen.

Die aktuell geläufigste Hypothese zum Dino-Sterben besagt, dass der Meteorit riesige Mengen an Schwefelsäure in die höhere Atmosphäre brachte. Über den ganzen Erdball verteilt, reflektierten sie als Schwebteilchen in der Stratosphäre das Sonnenlicht und sorgten damit für eine globale Finsternis.

Die auf Sonnenlicht angewiesene Photosynthese der Pflanzen kam so zum Erliegen, es gab einen weltweiten Winter und sauren Regen. Das Team um Kaiho hält diese Theorie jedoch für unwahrscheinlich: „Wenn dies geschehen wäre, wären Krokodile und viele andere Tiere ebenfalls ausgestorben“.

Die Wissenschaftler untersuchten Bodenproben aus Haiti und Spanien vom Ende der Kreidezeit. Sie fanden eine Zusammensetzung von Kohlenwasserstoffen, wie sie bei verbranntem Erdöl entsteht. Der über die Atmosphäre verteilte Ruß habe zwar viel Sonnenlicht von der Erdoberfläche ferngehalten, doch sei die Photosynthese der Pflanzen noch möglich gewesen, glauben die Forscher.

1,5 Milliarden Tonnen Ruß

Der böse Onkel des T. rex
Lythronax argestes
1 von 7

Er war acht Meter lang, zweieinhalb Tonnen schwer und hatte ein riesiges Maul voller scharfer Zähne – der neu entdeckte Verwandte des berühmten Tyrannosaurus rex. Lythronax argestes, so der Name der furchterregenden Riesenechse, lebte vor etwa 80 Millionen Jahren in Laramidia, einer Landmasse an der Westküste Nordamerikas.

(Foto: dpa)
Lythronax argestes, Mark Loewen
2 von 7

Mark Loewen vom Natural History Museum of Utah entdeckte die neue Dino-Art im Grand Staircase-Escalante National Monument. Sein Team grub im Jahr 2009 Knochen von Schädel, Hüfte, Beinen und Schwanz des Dinosauriers aus.

(Foto: ap)
Lythronax Argestes
3 von 7

Lythronax sei der älteste Vertreter aus der Familie der Tyrannosauridae, der bisher entdeckt wurde, schreiben die Forscher im  Fachmagazin „PLOS ONE“. T. rex zum Beispiel lebte etwa zehn bis zwölf Millionen Jahre später.

(Foto: ap)
Lythronax Argestes
4 von 7

Wie viele seiner Verwandten hatte Lythronax sehr kurze Arme. Auffällig sind zudem seine kurze und eher schmale Schnauze sowie der breite Hinterschädel. Die Augen von Lythronax waren nach vorne gerichtet. Er hatte dadurch ein überlappendes Sichtfeld, was für einen Räuber sehr hilfreich war, wie Loewen erläutert. Bisher hatten Experten angenommen, dass diese Kopfform erst zehn Millionen Jahre später entstanden war.

(Foto: ap)
Lythronax Argestes
5 von 7

Durch den Vergleich mit 54 anderen Arten von fleischfressenden Dinosauriern fanden die Forscher heraus, dass Lythronax am nächsten mit T. rex und mit Tarbosaurus bataar verwandt ist. Sie gehen davon aus, dass sich die Tyrannosauridae schon in der Zeit vor 80 Millionen Jahren in verschiedene Arten aufgespaltet hatten.

(Foto: ap)
Lythronax Argestes
6 von 7

Damals war der nordamerikanische Kontinent von Nord nach Süd durch ein Meer geteilt, auch Teile der dadurch entstandenen westlichen Landmasse Laramidia lagen wohl für lange Zeit unter Wasser. Einzelne Regionen waren dadurch voneinander isoliert und erlaubten eine unabhängige Entwicklung der Tyrannosauridae. Eine Folge davon war, dass im südlichen Laramidia andere Arten lebten als im Norden der Landmasse - und zwar innerhalb der gleichen Dinosaurier-Gruppen.

(Foto: ap)
Lythronax argestes, Grand Staircase-Escalante National Monument
7 von 7

Die Fundstelle des neu entdeckten Raubsauriers dürfte nach Einschätzung der Forscher noch zahlreiche weitere Dinosaurier-Überreste birgt. Scott Sampson, Ko-Autor der Studie, bezeichnete das Gebiet als noch „weitgehend unerforschten Dinosaurier-Friedhof“.

(Foto: ap)

In Klimamodellen berechneten die Forscher drei mögliche Abläufe für Temperatur, Niederschlag, Sonneneinstrahlung und Bodenfeuchtigkeit abhängig von der Menge entstandenen Rußes – 500 Millionen Tonnen, 1,5 Milliarden Tonnen oder 2,6 Milliarden Tonnen. Ihr Schluss: Im ersten Fall hätten die Dinosaurier überlebt, im letzten Fall wären Krokodile und viele andere erhalten gebliebene Tierarten ebenfalls ausgestorben. Eine Rußmenge von 1,5 Milliarden Tonnen in der Atmosphäre sei die realistischste Annahme.

Der Meteoriteneinschlag hätte unter diesen Umständen zu einer Verringerung der Temperatur um sechs bis neun Grad und erheblich weniger Niederschlägen in mittleren und höheren Breiten geführt. Das allein könne schon zum großen Artensterben geführt haben, schreiben die Forscher.

Urzeitliche Giganten
Riesenwaran trifft Megagans
1 von 10

Mit einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm und einer Höhe von über zwei Metern konnte der australische Gänsevogel Genyornis newtoni – auch als Donnervogel bekannt – locker mit den heutigen Straußen mithalten. Doch machte ihn diese Größe womöglich auch zu einer begehrten Beute für die ersten menschlichen Siedler auf dem fünften Kontinent: Wahrscheinlich starb die Art vor 45.000 bis 47.000 Jahren aus, also relativ kurz nach der Ankunft der ersten Aborigines. Gleichzeitig änderte sich damals auch das regionale Klima. Australien wurde trockener und wärmer, weshalb sich Buschfeuer mehrten. Unklar ist deshalb, ob die Riesengänse wegen dieses Wandels ausstarben oder doch vor allem durch direkte Nachstellung.

Neuere Studien deuten an, dass vor allem die Eier der Megagans beliebt waren: Sie wurden gekocht und verzehrt, weshalb kaum Nachwuchs den Bestand verjüngte. Sicher ist dagegen, dass der hier ebenfalls im Bild vorhandene Riesenwaran Megalania prisca unschuldig war: Das bis zu sieben Meter lange und eine Tonne schwere Reptil fraß zwar sicherlich auch bei Gelegenheit Eier und ausgewachsene Exemplare der Megagans, doch lebten beide über hunderttausende Jahre ohne Existenzbedrohung nebeneinander. Megalania verschwand wohl fast zur gleichen Zeit wie Genyornis newtoni.

(Foto: Reuters)
Die Katze mit den Reißzähnen
2 von 10

Gingen sie wie Löwen als Rudel auf die Jagd – oder lebten sie doch einzeln wie der Jaguar heute? War ihr Biss kräftig – oder sollten die Zähne nur Furcht erregen und Konkurrenten beeindrucken? Leider können wir heute unser Wissen über die Säbelzahnkatzen der Eiszeiten nur anhand von Fossilien mehren: Die ungewöhnlichen Raubtiere starben vor 12.000 Jahren endgültig aus. Säbelzahnkatzen bildeten eine eigene Unterfamilien innerhalb der Katzenartigen, die sich alle neben dem gedrungenen Körperbau vor allem durch ihre dolchartigen Eckzähne des Oberkiefers von ihren heute noch lebenden Verwandten unterscheiden.

Die größten Arten reichten an die Dimension der Löwen heran; sie lebten weltweit außer in der Antarktis und Australien, wo bislang keine Fossilien aufgetaucht sind. Vor allem über die Rolle ihrer Zähne wird spekuliert, da sie nach verschiedenen Studien keinen hohen Beißdruck erreichen konnten und daher womöglich leicht brachen. Dennoch jagten sie wohl aktiv und fraßen nicht nur Aas, wie bisweilen gemutmaßt wird. Eventuell schlitzten sie mit ihren Hauern Halsschlagader und Luftröhre der Opfer auf.

Megalonyx – das bodenlebende Riesenfaultier
3 von 10

Der Legende nach streift nachts ein riesiges, stinkendes Tier durch die Regenwälder Amazoniens, dessen dichtes Fell sogar die Kugeln von Gewehren abwehrt. Die Mapinguari genannte Kreatur erregte die Aufmerksamkeit von manchem Zoologen. Denn die Tiere erinnern in ihrer Beschreibung an die Riesenfaultiere, die bis zum Ende des Pleistozäns in Nord- und Südamerika gelebt hatten – zum Beispiel Megalonyx, ein etwa rindergroßer Laubfresser, der weite Teile der heutigen USA und Kanadas besiedelte.

Diese Riesenfaultiere waren ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Megafauna, die mit dem Ende der Eiszeit entweder wegen des Klimawandels oder durch den neu eingewanderten Menschen ausgestorben ist. Nur wenige Reste wie die Bisons, Moschusochsen oder Tapire haben dies bis heute überlebt. Es wäre also ein Sensation, sollte doch eine Art in Amazonien überlebt haben.

Riesenschildkröten – Überleben nur auf fernen Inseln
4 von 10

Außerhalb Afrikas und Asiens – wo sich Riesentiere zusammen mit dem Menschen entwickelten und entsprechend furchtsam waren – überlebten leider nur relativ wenige Gattungen und Arten die epochale Zeitenwende zum Ende des Pleistozäns. Manche wie die Riesenschildkröten der Seychellen und auf Galapagos (hier die mittlerweile verstorbene "Galapagos-Legende" Lonesome George) überlebten wahrscheinlich nur, weil ihre Inseln sehr abgelegen waren und erst spät entdeckt wurden.

Viele ebenso große Verwandte verschwanden hingegen mit der Ankunft der Menschen. Die 2,5 Meter lange Meiolania aus dem australischen Raum überdauerte in ihrem letzten Refugium Neukaledonien immerhin bis vor 2000 Jahren. Die noch gewaltigere – und größte bekannte Landschildkröte aller Zeiten – Megalochelys atlas brachte es sogar auf 2,7 Meter Länge und wohl ein Gewicht von einer Tonne.

(Foto: dpa)
Elefantenvogel – der Vogel Rock Sindbads?
5 von 10

Waren sie das Vorbild für den Vogel Rock (oder Roch) aus Sindbads Abenteuern in "Tausendundeiner Nacht"? Womöglich. Legendär sind die Elefantenvögel Madagaskars jedoch auch ohne literarische Verewigung, denn sie gehören zu den größten Vögeln, die noch in historischer Zeit gelebt haben. Aepyornis maximus brachte es auf eine Höhe von bis zu drei Metern und ein Gewicht von bis zu 400 Kilogramm und wurde in der jüngeren Vergangenheit größenmäßig wohl nur von den ebenfalls ausgestorbenen Moas Neuseelands übertroffen.

Mit Ankunft der Menschen auf den Inseln war jedoch das Schicksal beider Gruppen besiegelt. Um 1650, vielleicht auch erst 1880 waren die Elefantenvögel ausgerottet, doch ihre Knochen und Eierschalen werden bis heute auf Madagaskar gefunden. Neuere DNA-Analysen legen nahe, dass die nächsten Verwandten der Elefantenvögel tatsächlich in Neuseeland leben und nicht die afrikanischen Strauße sind – erstaunlicherweise sind es die Kiwis: die kleinsten überlebenden Laufvögel. (Illustration: Brian Choo)

Beringia-Wolf – der Jäger der Arktis
6 von 10

Große Pflanzenfresser sorgen über kurz oder lang auch dafür, dass sich große Fleischfresser entwickeln. Es ist also kein Wunder, dass die Mammuts, Bisons und Moschusochsen während der letzten Eiszeiten auch von großen Beutegreifern wie dem amerikanischen Löwen und von Säbelzahnkatzen erlegt wurden. Und in Beringia, der während der großen Vergletscherung vorhandenen Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska, hatte sich eine besondere Form des Wolfs (Canis lupus) entwickelt, die ihresgleichen suchte: der Beringia-Wolf.

Keine anderen Wölfe waren kräftiger als diese Variante mit ihrer besonders kurzen Schnauze und dem kräftigen Kiefer. Wenn sie sich einmal in eine Beute verbissen hatten, konnte das Opfer sie praktisch nicht mehr abschütteln. Nur so gelang es ihnen, auch Mammuts zu erlegen, deren chemische Signale Forscher in erhaltenen Wolfsknochen nachwiesen.

(Foto: dpa)
Terrorvögel – Schrecken der Pampa?
7 von 10

(Die größten ihrer Art erreichten eine Höhe von drei Metern – und standen womöglich bis hinein in die letzte Eiszeit an der Spitze der Nahrungskette der südamerikanischen Steppen und Savannen. Nur wenige Vogelarten waren wohl so beeindruckend wie die Gruppe der Terrorvögel, deren älteste Fossilien bis zurück ins Paläozän vor 60 Millionen datieren. Bislang kennen Paläontologen 18 Arten, von denen Knochenreste gefunden wurden; darunter auch dieser Schädel von Andalgalornis, gegen den unser eigener Kopf und erst recht der eines heutigen Steinadlers zwergenhaft aussehen.

Der 1,4 Meter große und 40 Kilogramm schwere Vogel setzte seinen Schnabel wohl wie ein Boxer seine Faust ein, um Beute k. o. zu schlagen, so die Ableitungen aus dem Schädelbau. Warum sie letztlich ausstarben, ist noch unklar: Vielleicht unterlagen die meisten Arten der Konkurrenz neu eingewanderter hunde- und katzenartiger Raubtiere, die es vor 13 Millionen Jahren über den neu entstandenen Isthmus von Panama von Nord- nach Südamerika schafften. In Europa lebten zur gleichen Zeit übrigens ähnliche Vögel – auf Grund neuer Untersuchungen gelten die Vertreter der Gattung Gastornis mittlerweile aber eher als Vegetarier. (Foto: Ohio University)

In den Tropen sei der Temperatursturz weniger stark ausgefallen, dort sei es jedoch so trocken gewesen wie heute in der Sahara. Tiere in und an Seen, darunter die Krokodile, hätten diese Phase überleben können.

Für „sehr plausibel“ hält Bernd Herkner, Leiter des Senckenberg-Museums in Frankfurt am Main, die Studie: „Es gehört zu dem Besten, was ich über dieses Thema gelesen habe“. Dennoch blieben viele offene Fragen. Wichtig sei auch, dass man sich genau ansehe, was die japanischen Forscher bei der Erstellung der Klimamodelle vorausgesetzt haben.

Zum großen Artensterben am Ende der Kreidezeit gibt es nach wie vor eine rege Forschung. Erst kürzlich berichteten Wissenschaftler von der University of Reading (Großbritannien), dass die Artenvielfalt bei den meisten Gruppen von Dinosauriern lange vor dem Meteoriteneinschlag rückläufig gewesen sei. Dadurch seien diese Tiere nicht in der Lage gewesen, sich an die veränderten Klimabedingungen anzupassen.

Eine andere Studie zeigte auf, dass das Artensterben wirklich globale Ausmaße hatte: Die Polarregionen seien fast ebenso hart betroffen gewesen wie die anderen Gebiete der Erde. Als ein an dem Massensterben beteiligter Faktor wird auch verstärkter Vulkanismus diskutiert.

Der Handelsblatt Expertencall
  • dpa
Startseite