Massensterben So trug Ruß zum Dino-Sterben bei

Vor etwa 66 Millionen Jahren starben nach dem Einschlag eines Asteroiden die Dinosaurier und ein Großteil aller anderen Tierarten aus. Eine aktuelle Studie gibt neue Einblicke in das Geschehen nach der Katastrophe.
Kommentieren
Vor 66 Millionen Jahren tötete ein Einschlag die meisten Dinosaurier und ein Großteil aller anderen Tiere. Eine aktuelle Studie gibt neue Einblicke in das Geschehen nach der Katastrophe. Quelle: dpa
Meteoriteneinschlag

Vor 66 Millionen Jahren tötete ein Einschlag die meisten Dinosaurier und ein Großteil aller anderen Tiere. Eine aktuelle Studie gibt neue Einblicke in das Geschehen nach der Katastrophe.

(Foto: dpa)

BoulderNach dem gewaltigen Asteroiden-Einschlag auf die Erde vor 66 Millionen Jahren versank der Planet für mehr als ein Jahr in Dunkelheit. Dies lag an großen Mengen Ruß, die infolge von weltweiten Flächenbränden nach dem Einschlag in die Atmosphäre gelangten, wie US-Forscher in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften berichten.

Ohne Sonnenlicht kam die Photosynthese der Pflanzen zum Erliegen und die Temperaturen sanken erheblich. Dies habe zum Massensterben am Ende der Kreidezeit beigetragen, bei dem etwa zwei Drittel aller Tierarten ausstarben, darunter die Dinosaurier.

Der Einschlag des Asteroiden auf der Yucatán-Halbinsel im heutigen Mexiko wird seit langem mit dem Massensterben am Ende der Kreidezeit in Verbindung gebracht. Was genau geschah, ist aber unter Forschern umstritten.

Diese Lebewesen gibt es seit Urzeiten
Perlboote
1 von 10

Seit 500 Millionen Jahren existieren die sogenannten Nautiliden auf der Erde. Sie gehören zu den ursprünglichsten Formen der Kopffüßer, die auch die Kraken und Tintenfische umfassen. Fossilienfunde deuten an, dass die Nautiliden vor 450 Millionen sehr vielfältig waren. Davon sind heute noch sechs Arten übrig, zu denen diese sogenannten Perlboote gehört. Leider sind alle sechs Arten akut bedroht. Die gewundenen Schalen, in denen sie durchs Meer schwimmen, sind als Souvenirs sehr begehrt.

Quastenflosser
2 von 10

Der Klassiker unter den lebenden Fossilien ist sicherlich der Quastenflosser. Die ersten Fossilien eines Quastenflosser-artigen Fischs finden sich im Devon vor 400 Millionen Jahren, die bislang letzten stammen aus dem Jura vor 70 Millionen Jahren. Dazwischen klaffte eine Lücke bis zum ersten Drittel des letzten Jahrhunderts. Erst 1938 konnte nachgewiesen werden, dass Quastenflosser keineswegs ausgestorben sind. Heute kennt man zwei lebende Arten, sie besiedeln Meeresregionen vor Südafrika und der indonesischen Insel Sulawesi.

Stör
3 von 10

Seit mindestens 200 Millionen Jahren wandern die Störe zwischen ihren Laichplätzen in schnell fließenden Flussabschnitten mit Kiesbänken und den trägeren Unterläufen beziehungsweise dem Meer mit reichhaltigerem Nahrungsangebot. Heute stellt sie das vor Probleme, denn Stauwehre und andere Verbauungen verwehren die Passage oder zerstören wichtige Laichgründe. In Teilen ihres Verbreitungsgebiets werden die urtümlichen Knochenfische auch intensiv befischt, weil aus ihnen der begehrte Kaviar geholt wird.

Hoatzin
4 von 10

Im Amazonasbecken lebt ein Vogel wie kein anderer: Der Hoatzin frisst überwiegend Blätter und verdaut sie nicht im Magen, sondern im Kropf und der unteren Speiseröhre, was eher an Kühe als an Federvieh erinnert. Und wenn Jungvögel der Art aus dem Nest fallen, klettern sie mit ihren Krallen an den Flügeln wieder zurück – was an beispielsweise an den Urvogel Archaeopteryx erinnert, der ebenfalls diese Krallen besaß. Genanalysen deuten an, dass die Hoatzine die letzten Überlebenden einer Linie sind, die sich vor 64 Millionen Jahren kurz nach dem Ende der Dinosaurier von anderen Vogelfamilien abspaltete.

(Foto: Linda De Volder/CC BY-SA 3.0)

Araukarien
5 von 10

Araukarien sind Relikte des ehemaligen Großkontinents Gondwana, der im frühen Jura 184 Millionen Jahren zu zerbrechen begann: Aus dem riesigen Erdteil gingen letztlich Südamerika, Afrika, die Antarktis, Indien und Australien hervor. Verschiedene Tier- und Pflanzenfamilien bezeugen den einstigen Zusammenhang, darunter auch die Araukarien. Sie weisen ein so genanntes disjunktes Verbreitungsgebiet auf, also eine starke räumliche Trennung, die nicht auf natürlichem Weg überwunden werden kann. Araukarien-Arten finden sich etwa im südlichen Südamerika, in Neuseeland und in Neukaledonien, wo sie große Wälder bilden. Ihr Holz ist sehr begehrt.(Foto: Wikipedia/gemeinfrei)

Schnabeltier
6 von 10

Schnabeltiere säugen zwar ihre Jungen mit Milch, tragen ein Fell und besitzen die drei für Säugetiere typischen Gehörknöchelchen. Andererseits bringen sie keine lebenden Jungen zur Welt, sondern legen Eier, die zehn Tage lang ausgebrütet werden. Die Eier gleichen dabei eher jenen von Reptilien und nicht denen von Vögeln. Die Männchen besitzen zudem giftige Hornstachel an beiden Hinterfußgelenken. Das Gift ist für Menschen nicht tödlich, verursacht aber unerträgliche Schmerzen, die man auch mit starken Schmerzmitteln kaum in den Griff bekommt und die teilweise über Monate anhalten können.

(Foto: Peter Scheunis/CC BY 1.0)

Baumfarne
7 von 10

Zu ihrer Hochzeit während des Juras bestanden ganze Wälder aus Baumfarnen. Bis zu 30 Meter hoch wuchsen einzelne Arten, zwischen denen Dinosaurier wandelten. An ihrem Aussehen hat sich bis heute wenig geändert, und sie sind immer noch ein gängiger Anblick in Bergregenwäldern der Tropen und Subtropen. Sie benötigen jedoch möglichst immerfeuchte Bedingungen und sterben durch Frost rasch ab. (Foto: dpa)

Als gesichert gilt, dass der Einschlag unmittelbar Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche auslöste, die sich verheerend auf die damaligen Bewohner des Planeten auswirkten. Wie weit diese Naturkatastrophen sich weiter abseits des Einschlagortes auswirkten, ist aber weniger gut geklärt.

Einige Experten gehen deshalb davon aus, dass es vor allem langfristige Veränderungen des Klimas waren, die das Massensterben auslösten – hervorgerufen durch die Ansammlung von Partikeln in oberen Atmosphärenschichten. Die Wissenschaftler um Charles Bardeen vom National Center for Atmospheric Research vermuten, dass vor allem Rußpartikel dabei eine Rolle spielten, die bei großflächigen Bränden freigesetzt wurden.

Welche klimatischen Veränderungen der Rußausstoß nach sich zog, simulierten die Forscher nun mit Hilfe eines hochauflösenden Computermodells. „Unsere Studie greift die Geschichte nach den anfänglichen Auswirkungen auf – nach den Erdbeben, den Tsunamis und der großen Hitze“, erläutert Bardeen. „Wir wollten die langfristigen Konsequenzen der Rußmengen untersuchen, die unserer Ansicht nach entstanden, und was diese Konsequenzen für die verbliebenden Tiere bedeuteten.“

Die Menge an freigesetztem Ruß hatten andere Wissenschaftler in früheren Studien bereits auf etwa 15.000 Millionen Tonnen beziffert. Bardeen und sein Team speisten diese Angabe sowie kleinere und größere Rußmengen in ihr Simulationsmodell ein.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
So dunkel wie in einer mondhellen Nacht
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Massensterben - So trug Ruß zum Dino-Sterben bei

0 Kommentare zu "Massensterben: So trug Ruß zum Dino-Sterben bei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%