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Meeresforschung Monsterwellen werden seltener – aber extremer

Monsterwellen galten lange als Seemannsgarn. Doch die riesigen Ausnahmewellen treten tatsächlich auf – und sie werden höher, wie eine Untersuchung nahelegt.
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Der Nordatlantik und der Pazifik vor der nordamerikanischen Küste gelten als Zentren für Monsterwellen. Quelle: dpa
Monsterwellen werden höher

Der Nordatlantik und der Pazifik vor der nordamerikanischen Küste gelten als Zentren für Monsterwellen.

(Foto: dpa)

HeidelbergAm Neujahrstag 1995 tobte ein heftiger Sturm im Umfeld der Draupner-Ölbohrplattform in der Nordsee und türmte riesige Wellen auf. Ein besonders mächtiges Exemplar schlug schließlich gegen die Stützpfeiler der Konstruktion und lieferte mit einer Höhe von bis zu 25 Metern den ersten Beleg für die Existenz so genannter Kaventsmänner: die von Seefahrern gefürchteten Monsterwellen.

Ein Messinstrument vor Ort zeichnete die Wasserwand exakt auf. Lange galten diese Riesenwellen als Seemannsgarn, doch können sie tatsächlich Schiffe versenken. Unter anderem der Nordatlantik und der Pazifik vor der nordamerikanischen Küste gelten als Zentren für Monsterwellen, vor allem wenn starke Winterstürme die Wogen toben lassen.

Eine langzeitige Datenreihe, die auf Bojen-Messungen vor der nordamerikanischen Westküste beruht, weist darauf hin, dass die Zahl der Monsterwellen zumindest in dieser Region abnimmt – dafür werden sie höher. Das schreiben Ozeanforscher um Meric Srokosz von der University of Southampton in Scientific Reports.

Zwischen 1994 und 2016 registrierten diese Bojen eine abnehmende Zahl an Monsterwellen, dafür nahm deren durchschnittliche Höhe im gleichen Zeitraum um ein Prozent pro Jahr zu. Davon betroffen ist vor allem der Winter, was allerdings wenig erstaunlich ist, da zu dieser Jahreszeit vermehrt Stürme in der Region auftreten. Dadurch ausgelöste Monsterwellen fielen im Lauf der Jahre überdurchschnittlich höher aus, auch im Vergleich zum normalen Wellengang.

Srokosz und sein Team wollen als Nächstes die Ursachen für diesen Wandel untersuchen. Es gebe Hinweise darauf, dass die Winde über den Ozeanen in den letzten Jahrzehnten ebenfalls stärker geworden sind, schreiben die Wissenschaftler – und stärkere Stürme bedingten höhere Wellen.

Warum sich überhaupt haushohe Wellen über der üblichen Brandung aufbauen, wird noch diskutiert. Demnach können sich Monsterwellen bilden, wenn Stürme entgegen einer Meeresströmung blasen, wenn schnellere Wellen langsamere einholen und diese dann überlagern oder wenn die Wassertiefe plötzlich abnimmt, so dass sich die Wellen quasi aufstauen.

Auch eine sogenannte Kreuzsee kommt in Frage: Dabei treffen Wasserbewegungen in einem Winkel von etwa 90 Grad aufeinander und schaukeln sich hoch. Dadurch entwickeln sich in Einzelfällen höhere Wellen als bei üblichem stürmischem Seegang.

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