Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Mission IXV Esa-Raumgleiter absolviert ersten Testflug

In den Weltraum kommt Europa eigenständig mit seinen Trägerraketen. Jetzt sucht die europäische Raumfahrt eine Technik für die sichere Rückkehr von Raumfahrzeugen zur Erde. Der erste Test ist geglückt.
Kommentieren
Mit dem Raumgleiter soll der Wiedereintritt von Raumschiffen in die Erdatmosphäre erforscht werden. Quelle: dpa
Start der Vega-Trägerrakete

Mit dem Raumgleiter soll der Wiedereintritt von Raumschiffen in die Erdatmosphäre erforscht werden.

(Foto: dpa)

KourouEuropa hat erfolgreich einen speziellen Raumgleiter eingesetzt, der den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre samt einer anschließenden weichen Landung erprobte. Auf dem europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana startete am Mittwoch eine Vega-Trägerrakete mit dem Raumfahrzeug IXV (Intermediate experimental Vehicle). 100 Minuten später landete es im Pazifik. Es war der erste Start eines europäischen Lastenträgers im Jahr 2015.

Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) wollte mit diesem Flug bestimmte Systeme und Technologien testen, die für eine Rückkehr von Raumschiffen auf die Erde wichtig sind. Es ging bei dem Demonstrationsflug darum, Techniken für sehr genau gesteuerte und manövrierte Präzisionslandungen zu prüfen. Europa sucht damit Eigenständigkeit im Weltraum auch bei der Rückkehr zur Erde.

Härtetest für Europas neuen Weltraumflieger
Esa-Mission IXV
1 von 11

Für die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) werden es 100 höchst spannende Minuten. So lange dauert die erste Mission des experimentellen Weltraumfliegers IXV, der am Mittwoch mit einer Trägerrakete ins All geschossen wird. Die neue Technologie soll es der ESA künftig ermöglichen, selbst Astronauten aus dem All sicher zurück auf die Erde zu bringen. (Foto: ESA)

Shuttle Columbia verglüht beim Landeanflug
2 von 11

Die letzte Phase eines Weltraumflugs ist besonders gefährlich: Wenn das Raumfahrzeug in die Erdatmosphäre eintritt, kann jeder Materialfehler katastrophale Folgen haben. So wie beim Spaceshuttle Columbia, das vor zwölf Jahren beim Wiedereintritt in die Atmosphäre explodierte, nachdem der Hitzeschild des Shuttles beim Start beschädigt worden war.

(Foto: dapd)
Enorme Hitze beim Wiedereintritt
3 von 11

Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre entsteht durch die Reibung eine gewaltige Hitze. Ist der Eintrittswinkel zu spitz, verglüht ein Raumfahrzeug. Ist er zu flach, droht das Gefährt an der Atmosphäre abzuprallen. Entsprechend groß ist die Anspannung bei den Verantwortlichen des IXV-Projekts im Vorfeld des Testflugs. (Foto: ESA)

IXV wird verladen
4 von 11

Der fünf Meter lange und zwei Tonnen schwere, flügellose Experimentalflieger IXV – die Abkürzung steht für Intermediate Experimental Vehicle – soll die Europäer unabhängig machen von den USA und Russland.

(Foto: AFP)
ESA-Projektleiter Giorgio Tumino
5 von 11

„Wir wissen, wie wir ins All kommen und wie wir in einer Umlaufbahn bleiben“, sagt ESA-Projektleiter Giorgio Tumino. „Was wir nun lernen wollen, ist diesen Kreis zu schließen und aus dem Orbit zurückzukommen. Das ist eine der komplexesten Disziplinen im Weltraum-Sektor.“ (Foto: ESA)

Landung einer russischen Sojus-Kapsel
6 von 11

In der Regel kehren Astronauten mit einer Kapsel mit flachem Boden auf die Erde zurück, vor der Landung wird die Kapsel mit einem Fallschirm abgebremst. Der Nachteil dieser relativ einfachen Methode: Es gibt nur wenig Kontrolle und Lenkungsmöglichkeiten bei der Landung.

(Foto: Reuters)
Landung eines US-Spaceshuttles
7 von 11

Die flugzeugähnlichen Spaceshuttles der US-Raumfahrtagentur Nasa konnten zwar sehr präzise auf einem Rollfeld landen, waren aber sehr schwer und teuer. Vor allem aber konnten Schäden am Hitzeschild zu Katastrophen wie der von Columbia im Februar 2003 mit sieben Toten führen. Die Ära der Space Shuttles ist inzwischen vorbei.

(Foto: ap)

Sollte eine solche Technologie schließlich anwendungsfähig sein, „eröffnen sich für die Esa völlig neue Perspektiven, denn sie ist eine Grundvoraussetzung für wiederverwendbare Raketenstufen, die Rückführung von Bodenproben von anderen Planeten und den Rückflug von Astronauten zur Erde“, teilte die Esa mit. Auch bei künftigen europäischen Missionen der Erdbeobachtung und zur weiteren Erforschung der Schwerelosigkeit könnten solche neue Technologien wichtig sein.

Das fünf Meter lange IXV hatte sich nach knapp 20 Minuten von der Rakete gelöst. Nach der gelungenen Trennung in einer Höhe von etwa 340 Kilometer über der Erde stieg das zwei Tonnen schwere Raumfahrzeug noch bis auf etwa 450 Kilometer auf. Beim Sinkflug sollte IXV dann eine Fülle von Daten sammeln. Mehr als 40 europäische Unternehmen haben an dieser Mission mitgearbeitet, geführt von der italienischen Thales Alenia Space.

Zwei Datenempfangsstationen in Afrika hatten den Flug verfolgt und über die einlaufenden Signale das für die Mission zuständige Kontrollzentrum im norditalienischen Turin informiert.

Das Raumfahrzeug wasserte mit einem mehrstufigen Fallschirm und schützenden Schwimmballons im Südpazifik. Ein Bergungsschiff musste den Raumgleiter anschließend mit einem großen Kran bergen.

Die Auswertung der von Sensoren gesammelten Daten dürfte laut Esa-Angaben etwa sechs Wochen dauern.

Die gesammelten Flugdaten sollen vor allem auch dem Zukunftsvorhaben der Europäer dienen, ein wiederverwendbares Raumfahrzeug (Pride) zu entwickeln. Die Ressortminister der ESA haben Finanzmittel für das Programm bewilligt. Das Raumfahrzeug soll auch mit Europas kleiner Trägerrakete Vega gestartet und in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht werden. Anschließend soll es automatisch auf einer Landebahn wieder aufsetzen können.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Mission IXV - Esa-Raumgleiter absolviert ersten Testflug

0 Kommentare zu "Mission IXV: Esa-Raumgleiter absolviert ersten Testflug"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote