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Mobilität Flugtaxi-Entwickler haben große Pläne – doch die Zweifel wachsen

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Taxi-Apps als Partner

„Flugtaxis werden den ÖPNV viel besser ergänzen“

Auch mit der deutschen DHL wurde ein Pilotprojekt gestartet. Auf einer Teststrecke in Südchina fliegen automatisierte Lieferdrohnen eine rund acht Kilometer lange Verbindung ab. Pro Flug können die Drohnen laut dem Unternehmen bis zu fünf Kilo schwere Pakete in einer Art überdimensionaler Packstation abliefern. Die Erfahrungen sieht Hu als hilfreich, um die Konkurrenz im Rennen um die ersten regulären Flugtaxi-Einsätze zu schlagen: „Die anderen haben noch einen langen Weg vor sich“, glaubt Hu.

Doch auch Volocopter, das Daimler und den chinesischen Autobauer Geely zu seinen Investoren zählt, unterstreicht in Singapur, wie weit man schon ist. Neben dem Testflug stellt das Unternehmen dort diese Woche erstmals einen Prototyp der Infrastruktur vor, an die die Flugtaxis in Zukunft angebunden sein sollen. Dazu gehört eine 625 Quadratmeter große Wartelounge, in der sich Passagiere künftig selbstständig per App einchecken sollen.

Die Taxis heben von einer angrenzenden Außenlandefläche ab. Voloport nennt Volocopter seine Start- und Landestationen, an denen auch die Batterien des Fluggeräts geladen werden sollen. Entwickelt wurden sie in Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen Skyports. Firmenchef Reuter verspricht Komfort: „Passagiere müssen nicht erst an einer rostigen Feuerleiter auf ein Hoteldach klettern, wie das heute noch bei Helikopterflügen der Fall ist.“

Um sein Angebot in den Verkehrsmix zu integrieren, erwägt Reuter Kooperationen mit lokalen Taxi-Start-ups – in Südostasien etwa mit Grab aus Singapur oder Go-Jek aus Indonesien: „Natürlich wird es in Zukunft Routen geben, auf denen sich die Passagiere über verschiedene Verkehrsträger hinweg bewegen – etwa mit einem E-Scooter losfahren, dann mit dem Volocopter fliegen und mit einem Ride-Hailing-Anbieter bis ans Ziel kommen“, sagt er. „Ich gehe deshalb davon aus, dass wir entsprechende Allianzen schließen werden.“

Er dürfte damit auf offene Ohren stoßen. Kaum ein Mobilitätsanbieter traut sich noch, das Thema Flugtaxi völlig auszublenden. „Da muss man mit am Tisch sitzen, auch wenn es nach wie vor viel Skepsis bei dem Thema gibt“, bringt ein Luftfahrt-Manager die Stimmung auf den Punkt.

Der Flughafenbetreiber Fraport hat bereits eine Partnerschaft mit Volocopter geschlossen, um Einsatzmöglichkeiten der Drohnen zu untersuchen. „Es gibt einen gewissen Hype, aber der hat Substanz“, sagt der zuständige Fraport-Vorstand Pierre Dominique Prümm. Bestehende Verkehrsträger stießen zunehmend an ihre Grenzen. „Wir sehen deshalb in Flugtaxis mittelfristig ein großes Potenzial.“

Doch es gibt noch einige Hürden. „Für den kommerziellen Einsatz von Passagierdrohnen müssten grundsätzlich dieselben Vorschriften gelten wie für die kommerzielle Luftfahrt“, sagt Gerald Wissel vom Luftfahrtberatungsunternehmen Airborne Consulting. Das bedeute strenge Auflagen beim Betrieb und auch bei der Wartung der Fluggeräte.

In Deutschland überwiegt Skepsis

Angesichts des großen Aufwands werden die fliegenden Taxis anfangs wohl zunächst hohe Ticketpreise aufrufen. Doch laut einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger wird es dabei nicht bleiben: Das Konzept könnte „nicht sehr weit in der Zukunft“ gängige Praxis werden. Diese Prognose teilt aber längst nicht jeder: „Ob Flugtaxis jemals ein Verkehrsmittel für die Massen werden, wage ich mal zu bezweifeln“, sagt ein Luftfahrtmanager.

Auch in der deutschen Bevölkerung überwiegt Skepsis. In einer Studie des Beratungsunternehmens Bearing Point sprachen sich 53 Prozent der Befragten im Sommer gegen einen Einsatz der neuen Flugvehikel in Städten aus, vor allem mit dem Verweis auf die Gefahr von Abstürzen. Auch bei dem pilotierten Flug von Volocopter in Singapur gehen die Beteiligten lieber noch auf Nummer sicher.

Er soll über der Marina Bay Waterfront stattfinden, also über Wasser. Volocopter-Chef Florian Reuter sieht keinen Grund für Nervosität: „Wenn ich nicht absolut überzeugt wäre, dass wir sicher fliegen können, dann würden wir das nicht tun“, sagt er. „Da darf nichts schiefgehen, das ist schon vollkommen klar.“

Mehr: Hu Huazhi ist überzeugt, dass sich Flugtaxis als Verkehrsmittel durchsetzen werden. Doch der Weg zu Alltagsflügen dürfte noch weit sein.

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