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Mumien-DNA Forscher lesen im Erbgut der alten Ägypter

Es gilt als immens schwer, den ägyptischen Mumien ihr Erbgut zu entlocken, denn Hitze, Luftfeuchtigkeit und die Substanzen der Einbalsamierer haben den Toten zugesetzt. Doch nun ist es bei gleich 90 Mumien gelungen.
31.05.2017 - 09:54 Uhr Kommentieren
Forscher haben das Erbgut von 90 altägyptischen Mumien entziffert. (Foto: BPK/Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, SMB/Sandra Steiss)
Was Ägyptens Tote verraten

Forscher haben das Erbgut von 90 altägyptischen Mumien entziffert. (Foto: BPK/Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, SMB/Sandra Steiss)

Heidelberg Zunächst die rätselhaften Hyksos, dann Alexander der Große und schließlich die römischen Cäsaren: Immer wieder haben sich Fremde zu Herrschern über Ägypten aufgeschwungen. Sie prägten den Alteingesessenen ihre Kultur auf, hinterließen Spuren in Sprache und Kunst – aber in genetischer Hinsicht verewigten sie sich nicht.

Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie, bei der Forscher das Erbgut von insgesamt 90 ägyptischen Mumien entzifferten: Die altägyptische Bevölkerung, so das Fazit der Untersuchung, blieb über mindestens 1300 Jahre weitgehend unter sich.

Ägyptens Tote sollen den Lebenden helfen
CT-Termin für ägyptische Mumien
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Drei ägyptische Mumien hatten am Mittwoch einen CT-Termin am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim. Eine stammt aus dem schottischen Aberdeen, die anderen beiden aus der Sammlung der Universität Göttingen.

(Foto: dpa)
Fast schon Routine
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Für die Radiologen des Krankenhauses ist die Untersuchung von Mumien fast schon Routine: Insgesamt 24 einbalsamierte Tote aus unterschiedlichsten Kulturkreisen haben sie im Computertomographen bereits durchleuchtet.

(Foto: dpa)
Interdisziplinäres Forschungsprojekt
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Ursprünglich diente die Kooperation zwischen der Klinik und dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim nur der Vorbereitung der Ausstellung „Mumien der Welt“. Inzwischen habe sich daraus ein interdisziplinäres Forschungsprojekt entwickelt. Beteiligt sind die Fachgebiete Ägyptologie, Alt-Amerikanistik, Anthropologie, Pathologie, Radiologie sowie Restaurierung.

(Foto: dpa)
Ägyptologe Oliver Gauert
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Nach der CT-Untersuchung der 2400 Jahre alten Mumie aus Aberdeen zeigt sich Ägyptologe Oliver Gauert begeistert: „Es muss ein Begräbnis der obersten Klasse gewesen sein.“

(Foto: dpa)
Mumienuntersuchung im Computertomographen
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Der Leichnam der jungen Ägypterin aus Luxor wurde bei der Einbalsamierung mit 50 Lagen hochwertigem Leinen umwickelt. Die Organe wurden entfernt, der Körper mit einem Füllstoff ausgestopft worden. „Möglicherweise handelt es sich dabei um mit Harz durchsetzten Nilschlamm“, so Gauert.

(Foto: dpa)
Die Mumie soll ein Gesicht erhalten
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Mit Hilfe der gewonnenen Daten soll jetzt das Gesicht der pompös bestatteten Ägypterin rekonstruiert werden. Mumie und Gesichtsrekonstruktion werden ab Ende März in der Ausstellung „Pharao“ im bayerischen Rosenheim zu sehen sein.

(Foto: dpa)
Erkenntnisse über aktuelle medizinische Probleme
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Zukünftig wollen die Hildesheimer Mumienforscher aber nicht nur die Lebensumstände der Einbalsamierten rekonstruieren, sondern auch Erkenntnisse zu heutigen medizinischen Problemen sammeln.

(Foto: dpa)

Erst in den vergangenen Jahrhunderten scheint sich das geändert zu haben, berichtet das Team um Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena im Fachmagazin Nature Communications. Denn heutzutage finden sich im Erbgut der Ägypter große Anteile von DNA-Abschnitten, die einen subsaharischen Ursprung haben. Womöglich brachte der Handel so viele Menschen entlang des Nils nach Norden, dass sich ihr Erbgut in der ganzen Bevölkerung verbreiten konnte.

Wegen Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und nicht zuletzt wegen einiger Substanzen, die die Einbalsamierer einst verwendeten, ist die DNA in ägyptischen Mumien nur sehr schlecht erhalten. Frühere Versuche der Extraktion sind darum immer wieder auf Skepsis und Ablehnung gestoßen, beispielsweise auch eine viel beachtete Untersuchung der Mumien aus der Familie Pharao Echnatons und Tutanchamuns.

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    Mit ihrer eigenen Studie, für die sie von immerhin 151 mumifizierten Individuen Proben entnommen haben, hoffen Krause und sein internationales Kollegenteam nun dem Forschungsfeld neue Perspektiven eröffnet zu haben. Es sei ihnen zum ersten Mal gelungen, die DNA nach modernsten Standardverfahren zu gewinnen und mit rigorosen Tests sicherzustellen, dass keine Verunreinigungen zu falschen Resultaten führten.

    Helle Haut und dunkle Augen
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