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Nachgefragt Interview: "Regeln beim Roboter-Fußball werden jährlich verschärft"

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Überfordern die neue Regeln die Teams manchmal?
Das ist immer eine sehr spannende Frage. Der Robocup in Paderborn ist ja als Test für die Weltmeisterschaft angelegt. Wir probieren da immer neue Regeln aus, um herauszufinden, ob die Teams damit zurecht kommen. Als die Bande abgeschafft wurde, haben wir etwa gebangt, ob die Bildverarbeitungsprogramme der Roboter damit klar kommen. Oder ob sie von der roten Hose eines Kindes am Spielfeldrand so irritiert sind, dass sie nicht mehr vernünftig spielen können. Aber das ist nicht passiert.

Wo liegen Ihrer Ansicht nach die größten Herausforderungen und Schwierigkeiten?
Zum einen in der sensorische Wahrnehmung der Umwelt. Das betrifft hauptsächlich die Bildverarbeitung, etwa bei diffusem oder schwankenden Lichtverhältnissen. Zum anderen liegt das Problem darin, aus den vorhandenen Informationen in Echtzeit eine logische Aktion abzuleiten und dabei zu berücksichtigen, dass die Spieler und der Ball sich permanent bewegen. 1999 war es zum Beispiel noch so, dass alle Roboter, die den Ball gesehen haben einfach auf ihn zugefahren sind. Das sah aus wie ein Fußballspiel in der F-Jugend. Alle haben sich gegenseitig behindert. Da sind wir allerdings längst von weg.

Wo steht die Forschung heute?
Die Roboter stehen heute über Funk in Kontakt. Sie agieren völlig autark, stimmen sich aber über ihre Aktionen ab, das heißt sie berücksichtigen, was ihre Mitspieler machen. Mittlerweile gibt es sehr interessante Spielzüge, es gibt dynamische Abwehrketten, ein bisschen Raumspiel. Die Roboter wissen sehr genau, wo sie sind. Sie wissen, wo ihre Mitspieler und der Ball sind.

Ist es möglich, dass die Roboter lernen, zum Beispiel ein Täuschungsmanöver zu erkennen und darauf zu reagieren?
Auf dem Spielfeld ist das bisher noch nicht möglich. Es gibt aber eine Liga, in der simulierter Roboterfußball am Computer gespielt wird. Dort lernen die Roboter auch Strategie. Sie beobachten und reagieren auf den Gegner. Wir forschen darüber hinaus beispielsweise auch daran, einen Roboter-Torwart ganz von alleine lernen zu lassen, wie er einen Ball hält.

Wo geht die Robocup-Reise in den kommenden Jahren hin?
Ich erwarte, dass sich mehr und mehr Teams mit den humanoiden Robotern beschäftigen werden. Da sind die Herausforderungen am größten, weil die Forscher bei den Zweibeinern zum Beispiel einen viel komplexeren Bewegungsapparat im Griff haben müssen. Da können die Forscher noch einiges erreichen. Einzelne Entwicklungen vorher zu sagen ist aber schwer.

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