Naica-Minen in Mexiko Uraltes Leben in bizarrer Kristallhöhle

Die Naica-Minen in Mexiko sind in der ganzen Welt bekannt für ihre bizarren Riesenkristalle. Jetzt haben Geologen im Inneren der vermeintlich lebensfeindlichen Höhle uraltes Leben entdeckt.
Die Kristallhöhle unterhalb der Naica-Mine in Mexiko gehört zu den extremsten Orten der Erde. (Foto: Alexander Van Driessche/ CC BY 3.0)
Höhle der Riesenkristalle

Die Kristallhöhle unterhalb der Naica-Mine in Mexiko gehört zu den extremsten Orten der Erde. (Foto: Alexander Van Driessche/CC BY 3.0)

HeidelbergDie Kristallhöhle unterhalb der Naica-Mine in Mexiko gehört zu den extremsten Orten der Erde: Die Temperaturen in der Cueva de los Cristales liegen bei rund 50 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von 99 Prozent. Menschen können hier nur in gekühlten Spezialanzügen arbeiten, sonst droht ihnen innerhalb von Minuten der Tod.

Andererseits konnten die bis zu 14 Meter langen, zwei Meter dicken und 55 Tonnen schweren Gipskristalle der Höhle nur unter extremen Bedingungen entstehen. Und dennoch birgt selbst dieser schaurig-schöne Ort Leben, das mit den außergewöhnlichen Umständen zurechtkommt, wie die Nasa-Astrobiologin und Höhlenforscherin Penelope Boston jetzt auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Boston berichtete.

Riesiger Lava-Strom ergießt sich ins Meer
Lavastrom ergießt sich ins Meer
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Vom Vulkan Kilauea auf Hawaii fließt ein riesiger Lava-Strom ins Meer. (Foto: USGS)

Lava-Strom auf Hawaii
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Die Lava strömt aus einer Klippe in den Pazifischen Ozean, wie auf Bildern der Vulkanforschungsstelle der US Geological Survey zu sehen ist.

Mächtige Dampfwolken
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Wenn die glühende Lava auf das Wasser trifft, entstehen riesige Dampfwolken.

Spalt über dem Lava-Tunnel
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Sorgen bereitet den Wissenschaftlern allerdings ein Spalt, der sich über dem Lava-Tunnel befindet. (Foto: USGS)

Lava-Strom
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Der Spalt habe sich in den vergangenen Tagen vergrößert, sagte ein Geologe.

Einsturzgefahr
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Die Forscher sehen die Gefahr, dass die Klippe jederzeit einstürzen könnte.

Lava-Strom des Kilauea
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Auf der Inselgruppe Hawaii gibt es eine Reihe von Vulkanen. Unter ihnen gilt der Kilauea auf Big Island...

Innerhalb der Kristalle überdauerten demnach winzige, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, in denen Boston und ihr Team wiederum Mikroben nachweisen konnten. Diese müssen in diesen Hohlräumen mindestens 50.000 Jahre in einer Art Ruhezustand existiert haben, bevor sie von den Wissenschaftlern wieder zum Leben erweckt wurden.

Insgesamt identifizierten die Forscher rund 100 Mikrobenarten – die Mehrheit davon Bakterien –, von denen 90 Prozent bislang völlig unbekannt waren. Zuvor schon hatten Forscher Mikroben an den Wänden sowie in heißen Salzquellen der Höhle beschrieben: Diese ähneln den Mikroben in den Kristallen, weisen aber so große Unterschiede auf, dass es sich wohl jeweils um eigenständige Arten handelt.

Sie alle stellen jedoch eine sehr spezielle Anpassung des Lebens dar. Außerhalb ihres Ökosystems besitzen sie keine bislang bekannten näheren Verwandten.

Bizarres Ökosystem ohne Sonnenlich
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