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Neuer Hochgeschwindigkeitszug 16 Meter Nase für Japans Superzug Shinkansen

Erst kommt die Nase, dann der Zug: Japans neuste Ausgabe des Shinkansen-Superzugs erhält eine rekordverdächtige Frontpartie. Ein erster Prototyp wurde jetzt vorgestellt.
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Der neue Shinkansen erhält eine rekordverdächtige Frontpartie. (Bild: Kyodo News/Screenshot: HB)
16 Meter Nase

Der neue Shinkansen erhält eine rekordverdächtige Frontpartie. (Bild: Kyodo News/Screenshot: HB)

Japans Bahnunternehmen East Japan Railway (JR East) dreht der Konkurrenz eine lange Nase: Die Bahngesellschaft hat einen neuen Hochgeschwindigkeitszug bauen lassen, der Geschwindigkeiten bis zu 360 Kilometern pro Stunde erreichen soll. Sein herausragendes gestalterisches Merkmal ist seine Front.

Advanced Labs for Frontline Activity in Rail Experimentation (Alfa-X) heißt der Prototyp, den der Schwerindustriekonzern Kawasaki Heavy Industries baut. Der erste Wagen sei dieser Tage fertiggestellt worden, berichtet die japanische Tageszeitung Japan Times. Die offizielle Bezeichnung des Zugs lautet Shinkansen – Baureihe E956.

Der Prototyp ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 400 Kilometern pro Stunde ausgelegt. Mit Passagieren soll er mit 360 Kilometern pro Stunde unterwegs sein. Damit wird der Alfa-X der schnellste Shinkansen aller Zeiten: Die aktuellen Modelle fahren im Passagierverkehr 300 Kilometer pro Stunde.

Japans Concorde für die Schiene
Futuristische Form
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Die Schnauze langgezogen und flach, der Rumpf schlank und lang mit Fenstern, deren Form an Flugzeuge erinnern, gleitet der Zug wie aus einem Science-Fiction-Film in den Bahnhof Tokio ein. Die faszinierende Aura, die Japans Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen umgibt, vermag nicht nur bei Eisenbahnfreaks ein ähnliches Staunen hervorzurufen wie einst das Überschallflugzeug Concorde.

(Foto: dpa)
Mit dem Shinkansen zur Wirtschaftsmacht
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Als vor über 50 Jahren der erste Shinkansen durch Japan brauste, begann der Aufstieg des Landes zur Wirtschaftsmacht. Nicht einmal zwei Jahrzehnte zuvor hatte Japan im Zweiten Weltkrieg eine bittere Niederlage erlitten, nun präsentierte es mit dem schlanken Shinkansen Spitzentechnologie und eines der modernsten Verkehrssysteme der Welt.

(Foto: AFP)
Rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Tokio fertig
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Die erste Strecke mit einer Länge von rund 515 Kilometern wurde am 1. Oktober 1964 rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Tokio zwischen der Hauptstadt und Osaka eröffnet worden. Seither wurde das Streckennetz des Shinkansen, was auf Deutsch „Neue Hauptstrecke“ bedeutet, immer mehr ausgebaut. Mehr als 10 Milliarden Fahrgäste wurden bislang darauf befördert.

(Foto: dpa)
Prominente Passagiere
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Unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Prominente wie hier Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei ihrem Japan-Besuch im August 2007 nutzte sie den Shinkansen für ihre Reise von Tokio in die alte Kaiserstadt Kyoto.

(Foto: ap)
Mit dem Zug die Heimat neu entdecken
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Viele Japaner entdeckten mit dem Shinkansen ihr Land neu. So bietet die Trasse grandiose Sicht auf Japans höchsten Berg, den majestätischen Fuji. Der futuristische Zug vor dem schneebedeckten Vulkan liefert das perfekte Symbolbild für Japans Mischung aus alt und neu.

(Foto: Reuters)
Seiner Zeit weit voraus
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Die Japaner waren ihrer Zeit weit voraus. Der Erfolg des Shinkansen sollte später auf viele Staaten Europas ausstrahlen. Heute fahren zwar auch in anderen Ländern Hochgeschwindigkeitszüge, darunter der ICE in Deutschland. Dennoch haftet Japans „bullet trains“ (Geschoss-Züge) mit ihrem futuristischen Design weiter eine Aura an, die sie von anderen unterscheidet.

(Foto: Reuters)
Nach 40 Jahren das erste Mal aus der Spur
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Der Shinkansen genießt dabei zugleich noch immer den Ruf, der sicherste Hochgeschwindigkeitszug überhaupt zu sein. Entsprechend fassungslos waren die Japaner, als im Oktober 2004 nach einem Erdbeben ein Shinkansen zum ersten Mal aus der Spur sprang – obgleich dabei niemand zu Schaden gekommen war. Noch tagelang war der entgleiste Zug im staatlichen Fernsehen zu sehen, so sehr nagte der Vorfall am Stolz der gesamten Nation.

(Foto: dpa)

Rekordverdächtig ist die Nase: Die des jetzt vorgestellten ersten Wagens des Testzuges ist 16 Meter lang, die des letzten Wagens des Zuges soll noch sechs Meter länger ausfallen. Die Vorderpartie der aktuellen Shinkansen-Baureihe misst 15 Meter.

JR East will mit den beiden verschiedenen Endwagen Druckunterschiede und Geräuschentwicklung bei der Tunneleinfahrt des Zuges untersuchen. Außerdem sollen die Bremsen getestet werden.

Zudem kommt beim neuen Shinkansen ein spezielles Notfallsystem bei Erdbeben zum Einsatz – ein wichtiger Sicherheitsaspekt im stark bebengefährdeten Japan. Der neue Shinkansen soll bei einem Erdbeben nicht nur wie die bisherigen Shinkansen automatisch abbremsen. Er verfügt zudem über Dämpfer, die den Zug stabilisieren und ein Entgleisen verhindern sollen.

Der gesamte Alfa-X-Zug soll in den kommenden Monaten fertiggestellt werden. Die ersten Testfahrten sind für Mai geplant.

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