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Neues Recyclingverfahren erregt Aufsehen bei Fahrzeugherstellern Autoschrott liefert wertvolle Rohstoffe

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Damit dürfte er Recht haben. Bisher brauchte sich die Entsorgungsbranche um die Quoten nicht zu kümmern: Die zum Teil hoch giftige Shredderleichtfraktion wurde einfach verbrannt oder deponiert. Das ändert sich: Denn die EU-Richtlinie schränkt das Verbrennen von Altautos stark ein. Zudem ist es ab 2005 in Deutschland verboten, Abfälle unbehandelt auf Deponien zu lagern.

Zwar arbeiten auch Volkswagen und ein Schweizer Forschungsteam an Techniken zum Recycling der Shredderleichtfraktion, doch diese werden frühestens 2006 Marktreife erlangen. Das SVZ-Management will seinen Vorteil nutzen: Bis 2010 werden die Gesellschafter rund 100 Mill. Euro in das Verwertungszentrum investieren, der Umsatz soll von bisher 60 Mill. Euro auf über 100 Mill. Euro wachsen. Das Unternehmen peile damit eine führende Rolle auf dem deutschen Markt für Altautorecycling an, sagt Hans-Joachim Sander. „Auch in den europäischen Markt setzen wir große Hoffnungen.“

Die Chancen der SVZ stehen gut. „Das Verfahren ist das derzeit modernste und umweltfreundlichste auf dem Markt, weil die Shredderleichtfraktion zu 100 Prozent verwertet wird“, sagt Bernd Meyer, Professor für Energieverfahrenstechnik im sächsischen Freiberg. Er schätzt den Entwicklungsvorsprung des SVZ auf zehn Jahre. Einziger Nach-teil sind laut Meyer die hohen Kosten für die Anlagen: In den vergangenen Jahren investierte das SVZ 320 Mill. Euro. Aber die Kosten sind für Meyer nicht entscheidend: „Durch die Technik werden knappe Ressourcen nachhaltig geschont.“

Als nachhaltig dürften sich darum auch die Investitionen in das SVZ erweisen. Im kommenden Jahr wollen die Spreetaler 140 000 Tonnen recyceln – das entspricht der Shredderleichtfraktion von etwa 700 000 Autos. Damit ist der Markt längst nicht ausgereizt: Zehn Millionen Fahrzeuge warten jedes Jahr in der EU auf ihre Entsorgung.

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