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Nobelpreis 2018 Zwei Amerikaner und ein Brite erhalten Chemienobelpreis

Der Chemienobelpreis wird geteilt vergeben – an zwei Amerikaner und einen Briten. Sie hatten an der Entwicklung neuer Proteine geforscht.
Update: 03.10.2018 - 13:43 Uhr Kommentieren
Die US-Biochemikerin hat für ihren Beitrag zur Entwicklung einer grünen chemischen Industrie den Chemienobelpreis erhalten. Sie teilt sich die Auszeichnung mit zwei weiteren Forschern. Quelle: dpa
Frances Arnold

Die US-Biochemikerin hat für ihren Beitrag zur Entwicklung einer grünen chemischen Industrie den Chemienobelpreis erhalten. Sie teilt sich die Auszeichnung mit zwei weiteren Forschern.

(Foto: dpa)

Stockholm Der Chemienobelpreis geht in diesem Jahr an Frances H. Arnold (USA), George P. Smith (USA) und Gregory P. Winter (GB). Arnold erhält die eine Hälfte des Preises, die andere Hälfte teilen sich Smith und Winter. Sie hätten „die Kraft der Evolution genutzt“, heißt es in der Begründung der Nobelakademie. Die amerikanische Wissenschaftlerin Arnold hat die Evolution von Enzymen erforscht. Smith und Winter sind Biochemiker und haben sich mit Antikörpern beschäftigt, um beispielsweise neue Medikamente entwickeln zu können.

Die Preisträger hätten „die Kontrolle über die Evolution gewonnen und dieselben Prinzipien - genetische Veränderungen und Selektion - genutzt, um Proteine zu entwickeln, die die chemischen Probleme der Menschheit lösen können“, heißt es in der Begründung.

Arnold gilt als eine der ersten Wissenschaftlerin, die sich mit der gerichteten Evolution beschäftigt hat. Sie vervielfältigte DNA. Dabei können erwünschte Mutationen entstehen. Sie können dann Proteine produzieren, die für die Herstellung von Medikamenten, aber auch Biotreibstoffen genutzt werden können. Unter anderem in Krebsbehandlung ist die Forschung der drei Wissenschaftler wichtig.

Arnold, Jahrgang 1956, lehrt am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Smith, Jahrgang 1941, ist Professor an der University of Missouri in Columbia, USA. Winter, Jahrgang 1951, arbeitet am MRC Laboratorium in Cambridge, Großbritannien.

Im vergagnenen Jahr erhielten Jaques Dubochet aus der Schweiz, Joachim Frank aus Deutschland und Richard Henderson aus Schottland den Chemienobelpreis für die „Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie für die hochauflösende Strukturbestimmung von Biomolekülen“, wie es in der Begründung des Nobel-Kommitées hieß. Die Forschung der drei Wissenschaftler ermöglicht es, selbst winzige Biomoleküle sichtbar zu machen.

Das sind die Nobelpreisträger 2018
Friedensnobelpreis 2018
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Der diesjährige Friedensnobelpreis wird an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die irakische Jesidin Nadia Murad vergeben. Damit ehrt das Nobel-Komitee die Arbeit Mukweges, der in seiner Heimat vergewaltigte Frauen behandelt. Murad setzt sich ebenfalls gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen ein. Sie war von der Extremisten-Miliz „Islamischer Staat“ in ihrer Heimat Irak entführt und als Sexsklavin gefoltert worden.

(Foto: Reuters)
Denis Mukwege
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Denis Mukwege hat es zu seiner Lebensaufgabe gemacht, vergewaltigten Frauen in seinem Heimatland Kongo zu helfen. Der 63-Jährige gilt als weltweit führender Experte für die Behandlung von Verletzungen durch Gruppenvergewaltigungen. Mukwege gründete 1999 das Panzi-Krankenhaus in Bukavu im Osten des Kongo. Mehr als 50.000 Frauen haben er und sein Team schon behandelt.

(Foto: dpa)
Denis Mukwege
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Mukwege wurde 1955 als Sohn eines Pastors in Bukavu geboren. Er studierte in Burundi Medizin und lies sich später in Frankreich zum Gynäkologen ausbilden. Heute bemüht er sich zunehmend, nicht nur die physischen, sondern auch die psychischen Wunden der Opfer zu heilen. Als Menschenrechtler setzt er sich zudem auf politischer Ebene dafür ein, Vergewaltigungen als Kriegswaffe ein Ende zu setzten. Das hätte Mukwege wohl fast das Leben gekostet. 2012 überfielen Bewaffnete sein Haus in Bukavu, ein Freund von ihm wurde dabei getötet.

(Foto: AP)
Nadia Murad
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Nadia Murad hat sich dem Kampf gegen die Versklavung ihrer jesidischen Glaubensschwestern durch die Terrormiliz Islamischer Staat verschrieben. Die 25-Jährige, die eine dreimonatige IS-Gefangenschaft überlebte, macht als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen auf die Qualen der IS-Opfer aufmerksam.

Eigentlich wollte die junge Frau aus dem ländlichen Dorf Kocho in Nordirak nach der Schule einen Kosmetiksalon übernehmen. Doch Schergen des IS überfielen im August 2014 ihr Dorf im Sindschar-Gebiet und nahmen sie mit in die Großstadt Mossul. Murads Mutter und sechs Brüder wurden bei dem Überfall umgebracht, insgesamt töteten die IS-Terroristen mehr als 40 Mitglieder ihrer Familie.

(Foto: Reuters)
Nadia Murad
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Nadia Murad wurde in Mossul auf einem Sklavenmarkt an einen Mann verkauft, der sie später an einen anderen weiterverkaufte. Diesem entfloh sie beim Kauf einer Burka. Eine Familie half ihr schließlich, ins kurdische Grenzgebiet zu kommen, wo sie in einem Flüchtlingslager nahe Dohuk Unterschlupf fand.

Nadia Murad lebt heute in Baden-Württemberg, wo rund 1000 Jesidinnen aus dem Nordirak Schutz gefunden haben. Seit Jahren macht die junge Frau unermüdlich auf das Schicksal ihrer Leidensgenossinnen aufmerksam.

(Foto: Reuters)
Chemie-Nobelpreis 2018
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Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an Wissenschaftler, die sich die Prinzipien der Evolution zunutze gemacht haben. Die Hälfte des Preises geht an die US-Amerikanerin Frances Arnold, die andere Hälfte teilen sich ihr Landsmann George Smith und der Brite Gregory Winter.

(Foto: dpa)
Chemie-Nobelpreis für Frances Arnold
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Eigentlich wollte sie Diplomatin oder CEO eines multinationalen Unternehmens werden. Doch dann entschied sich die US-Wissenschaftlerin Frances Arnold, erneuerbare Energien zu erforschen, weil ein Chef-Posten zu viel Arbeit bedeutet hätte, sagte sie vor einigen Monaten. Damit hat die jetzige Inhaberin der Linus Pauling Professur des renommierten California Institute of Technology (Caltech) offenbar die richtige Entscheidung getroffen. Mit der Zuerkennung des Chemie-Nobelpreises kann die 62-Jährige einen weiteren Höhepunkt ihrer Karriere feiern.

Arnold entwickelte die sogenannte gerichtete Evolution von Enzymen. Enzyme sind Proteine, die chemische Reaktionen beschleunigen. Arnold setzt veränderte Gene in Bakterien ein, sodass die Mikroben unterschiedliche Enzyme produzierten. Die so gewonnenen Enzyme werden heute zur umweltfreundlichen Herstellung diverser Chemikalien genutzt, vom Biotreibstoff bis zum Medikament.

(Foto: dpa)

Am Montag waren zwei Krebsforscher aus den USA und Japan mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet worden. James P. Allison aus den USA und Tasuku Honjo aus Japan erhielten den Preis für die Entwicklung spezieller Krebstherapien.
Die beiden Geehrten hatten unabhängig voneinander verschiedene Proteine untersucht, die wie eine Bremse auf unser Immunsystem wirken. Werden diese Bremsen gelöst, können Zellen unseres Immunsystems Tumorzellen angreifen.

Den Physiknobelpreis erhielten am Dienstag Arthur Ashkin (USA), Gerard Mourou (Frankreich) und Donna Strickland (Kanada) für ihre „bahnbrechende Forschung in der Lasertechnologie“. Strickland ist nach Marie Curie (1903) und Maria Goeppert-Mayer (1963) erst die dritte Frau, die mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet wird.

Am Freitag erfolgt in Oslo die Präsentation des Friedensnobelpreisträgers. Die Bekanntgabe des Preisträgers für Wirtschaftswissenschaften beschließt am kommenden Montag den diesjährigen Nobelreigen. Der Literaturnobelpreis wird in diesem Jahr nicht verliehen.

Die Schwedische Akademie, die für die Auswahl der Literaturnobelpreisträger verantwortlich ist, wird seit einem Jahr von einem Sexskandal erschüttert. Jean Claude Arnault, der Ehemann von Akademiemitglied Katarina Frotsenson, hat über Jahre Frauen sexuell belästigt. Die Übergriffe sollen teilweise sogar in Räumen der Schwedischen Akademie stattgefunden haben. Am Montag wurde er deshalb zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Arnault bestreitet die Vorwürfe und will in die Revision gehen. Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit jeweils neun Millionen Kronen (870 000 Euro) dotiert. Sie werden am 10. Dezember, dem Todestag ihres Stifters Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo überreicht.

Ig-Nobelpreise für schräge Forschung verliehen
„Nobelpreise“ für kuriose Forschung
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Nierensteine in der Achterbahn und Voodoo-Puppen gegen ungeliebte Chefs: Zehn Studien, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“, sind an der US-Eliteuniversität Harvard mit den „Ig-Nobelpreisen“ ausgezeichnet worden.

(Foto: Reuters)
Nobelpreisträger feiern „Nobelpreisträger“
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Die traditionell klamaukig-schrille Gala mit mehr als 1000 Zuschauern fand in der Nacht zum Freitag bereits zum 28. Mal statt. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal echte Nobelpreisträger an, darunter der deutsche Physik-Nobelpreisträger von 2001, Wolfgang Ketterle (M.).

(Foto: Reuters)
Die Fliege im Wein riechen
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Der Ig-Nobelpreis („ignoble“ heißt auf Deutsch „unwürdig“) wurde diesmal in Form eines Papierherzens verliehen. Forscher aus Deutschland, Schweden, Kolumbien, Frankreich und der Schweiz erhielten den Preis in der Kategorie Biologie für den Nachweis, dass Wein-Experten durch Geruch verlässlich nachweisen können, ob sich in ihrem Weinglas eine Fliege befindet.

(Foto: Reuters)
Darmspiegelung als Selbstversuch
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Akira Horiuchi (r.) aus Japan wurde in der Kategorie medizinische Bildung geehrt für seinen Bericht „Darmspiegelung im Sitzen: Lehren aus Selbst-Darmspiegelung“.

(Foto: Reuters)
Bizarre Aufführung
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Die undotierten Auszeichnungen sollen „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“. Zwischendurch fliegen bei der so ganz anderen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern.

(Foto: Reuters)
Voodoo-Puppen gegen übergriffige Chefs
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Forscher aus Kanada, China, Singapur und den USA erhielten den Preis in der Kategorie Wirtschaft für ihre Untersuchung, ob es effektiv für Arbeitnehmer ist, Voodoo-Puppen gegen übergriffige Chefs zu verwenden. Die Antwort sei Ja, sagte Wissenschaftlerin Lindie Hanyu Liang: „Die Menschen fühlen sich viel besser danach, sie fühlen sich, als ob Gerechtigkeit wiederhergestellt worden ist.“

(Foto: Reuters)
Ig-Nobelpreis für Nierensteine in der Achterbahn
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Wissenschaftler aus den USA bekamen den Preis in der Kategorie Medizin, weil sie versucht hatten, durch Achterbahnfahren Nierensteine schneller auszuscheiden. „Die eigentliche Anerkennung gebührt aber einem meiner Patienten“, sagte Forscher David Wartinger (Bild) in seiner Dankesrede. Dieser sei bei einem Besuch in einem Vergnügungspark immer wieder Achterbahn gefahren und habe danach jeweils einen Nierenstein ausgeschieden.

(Foto: Reuters)
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