Nobelpreise 2016 Mit Nanomaschinen zum Chemie-Nobelpreis

Drei Forscher teilen sich den Nobelpreis für Chemie 2016. Der Franzose Jean-Pierre Sauvage, der Brite Fraser Stoddart und der Niederländer Bernard Feringa haben die kleinsten Maschinen der Welt erforscht.
Update: 05.10.2016 - 15:15 Uhr Kommentieren

Wissenschaftler aus den USA, Frankreich und Niederlanden geehrt

Stockholm/BerlinDer Chemienobelpreis geht in diesem Jahr an den Franzosen Jean-Pierre Sauvage, den Briten Fraser Stoddart und den Niederländer Bernard Feringa. Sie erhalten die Auszeichnung für die Erforschung sogenannter molekularer Maschinen. In der Begründung der schwedischen Wissenschaftsakademie heißt es, die drei Wissenschaftler hätten die „kleinsten Maschinen der Welt“ entwickelt.

Sauvage, Stoddart und Feringa seien „in eine neue Dimension der Chemie vorgedrungen“, heißt es in der Begründung weiter. „Sie haben Moleküle entwickelt, deren Bewegungen man kontrollieren kann und die eine Aufgabe erfüllen, wenn sie die dafür nötige Energie bekommen.“

Das sind die Nobelpreisträger 2016
Literaturnobelpreis: Bob Dylan
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Rund 20 Jahre lang wurde Bob Dylan mit schöner Regelmäßigkeit für den Nobelpreis vorgeschlagen, doch stets ging er am Ende leer aus. Zu gewagt erschien es der Jury, einem Musiker – und sei es auch der berühmteste Songschreiber überhaupt – die höchste Literaturauszeichnung der Welt zuzuerkennen. Wenige Monate nach Dylans 75. Geburtstag hat sie sich getraut, nun hat er wirklich alles erreicht. Für die Verleihung des Preises hat Dylan allerdings abgesagt. Wann und wie der US-Rockpoet seinen Nobelpreis erhält, ist unklar.

Bob Dylan
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Der in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota als Robert Allen Zimmerman geborene Musiker  benannte sich vermutlich nach einem literarischen Idol um, dem walisischen Dichter Dylan Thomas. Sein musikalischer Erfolg stellte sich mit dem Song „Blowin' In The Wind“ (1963) ein. Später mutierte er zum Rockmusiker mit elektrischer Gitarre, komponierte und textete Mitte, Ende der 60er Jahre Album- und Songklassiker in Serie. Seine mit Metaphern, Symbolen und Anspielungen durchsetzten Texte sind bis heute von beispielloser Qualität.

Nobelpreis für Wirtschaft
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Oliver Hart und Bengt Holmström für ihre Beiträge zur Kontrakttheorie.

Bengt Holmström
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Bengt Robert Holmström ist Wirtschaftsprofessor an der renommierten US-Eliteuniversität MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge bei Boston. Der 67-jährige Finne war schon als hochdekorierter Vertreter seines Berufsstandes bekannt, bevor er für seine Arbeit zur Vertragstheorie den Wirtschaftsnobelpreis 2016 gewann. Holmströms Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, er hält mehrere Ehrendoktor-Titel, unter anderem von der Stockholm School of Economics.

Bengt Holmström
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Als Dozent und Professor prägte der am 18. April 1949 geborene Holmström gleich mehrere Top-Adressen der US-Wirtschaftslehre. 1978 machte der auf Mikro-Theorie spezialisierte Ökonom seinen Doktor der Wirtschaftswissenschaften an der Stanford Universität in Kalifornien. Von 1979 bis 1982 lehrte er an der Kellogg Grad School of Management, von 1983 bis 1994 an der Elite-Universität Yale. Von 1999 bis 2012 war er Aufsichtsrat des finnischen Telekom-Konzerns Nokia. Mit seiner Frau Anneli hat er ein Kind: Sohn Sam wurde 1974 geboren.

Oliver Hart
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Oliver Hart ist seit 1993 Wirtschaftsprofessor an der Harvard-Universität in Cambridge bei Boston, die als eine der besten Adressen weltweit gilt. Der 68-jährige US-Ökonom mit britischen Wurzeln ist Experte für Unternehmenslehre mit Schwerpunkten wie Vertragstheorie, Rechtsfragen und Privatisierung. Außerdem soll er ein passionierter Tischtennis-Spieler sein.

Oliver Hart
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Hart studierte Mathematik und Ökonomie in England (Cambridge und Warwick), bevor er 1972 an der US-Eliteuni Princeton seinen Doktor machte. Nachdem er für einige Jahre als Professor an der London School of Economics lehrte, kehrte der Wirtschaftsforscher 1984 in die USA zurück, wo er zunächst am renommierten MIT unterrichtete. Hart, der 1995 selbst ein Lehrwerk zur Vertragstheorie veröffentlichte, ist mit einer US-Schriftstellerin verheiratet und hat zwei Söhne.

Auch wenn die Erforschung der Nanomaschinen noch am Anfang stehe, könne man schon jetzt von einer Revolution reden, so der Sprecher des Nobelkomitees. „Molekulare Maschinen können künftig für die Entwicklung von Dingen wie neuen Materialien, Sensoren oder Energiespeichersystemen verwendet werden.“

Der Franzose Sauvage wurde 1944 geboren. Er lehrt an der Universität Straßburg. 1983 gelang es ihm erstmals, zwei ringförmige Moleküle so zu verbinden, dass sie zueinander beweglich blieben – eine wichtige Voraussetzung für den Bau molekularer Maschinen.

Stoddart ist Jahrgang 1942 und arbeitet an der Nordwestern University in Evanston, USA. Anfang der 1990er Jahre schuf er sogenannte Rotaxane – Stoffe, bei denen ein ringförmiges Molekül entlang einer molekularen Achse bewegt werden kann. Auf dieser Basis entwickelte er unter anderem einen molekularen Lift sowie einen künstlichen Muskel.

Das kleinste Auto der Welt ist nur rund einen milliardstel Meter lang und wird elektrisch angetrieben. Entwickelt wurde es von dem Niederländer Bernard Feringa, einem der drei Chemie-Nobelpreisträger 2016. Quelle: dpa
Nano-Auto

Das kleinste Auto der Welt ist nur rund einen milliardstel Meter lang und wird elektrisch angetrieben. Entwickelt wurde es von dem Niederländer Bernard Feringa, einem der drei Chemie-Nobelpreisträger 2016.

(Foto: dpa)

Der Niederländer Feringa ist der jüngste im Bunde, Jahrgang 1951. Er forscht an der Universität von Groningen. Ende der 1990er Jahre schuf er den ersten voll funktionsfähigen Nanomotor – ein molekulares Rotorblatt, das einen 10.000 Mal größeren Glaszylinder rotieren ließ. 2011 entwickelte seine Forschungsgruppe dann ein „Nanoauto“, ein winziges Fahrzeug mit vier molekularen Motoren als Räder.

Olof Ramström, Mitglied des Nobelkomitees, ordnete die Arbeit der drei Forscher so ein: „Die Entwicklungsstufe hier ist ähnlich der zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als viele Forscher zeigten, dass elektrische Maschinen möglich sein könnten. Die drei Nobelpreisträger haben das ganze Feld von molekularen Maschinen eröffnet-“

Sprachloser Preisträger
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