Nobelpreise Alfred Nobels rätselhaftes Vermächtnis

Vor 120 Jahren schrieb der Schwede Alfred Nobel sein Testament. Was brachte den steinreichen Dynamit-Erfinder dazu, sein ganzes Vermögen in eine Reihe Preise zu stecken? Dazu gibt es einige Theorien.
Die österreichische Pazifistin Bertha von Suttner regte die Stiftung des Friedensnobelpreises an, mit dem sie selbst 1905 als erste Frau ausgezeichnet wurde. Quelle: dpa
Bertha von Suttner und Alfred Nobel

Die österreichische Pazifistin Bertha von Suttner regte die Stiftung des Friedensnobelpreises an, mit dem sie selbst 1905 als erste Frau ausgezeichnet wurde.

(Foto: dpa)

StockholmAcht Jahre, bevor Alfred Nobel stirbt, erscheinen in den Zeitungen Nachrufe auf ihn. Es ist ein Irrtum: Die Presse hat den falschen Vornamen aufgeschnappt und Nobel mit seinem Bruder Ludvig verwechselt.

Doch was der Erfinder da über sich lesen muss, gefällt ihm gar nicht. „In den Nachrufen stand, dass er jemand war, der sein ganzes Geld mit Dynamit und Sprengstoffen verdient hatte – und über den es sehr schwierig sei, zu sagen, dass er der Menschheit etwas Gutes getan hätte“, erzählt Gustav Källstrand vom Nobelmuseum.

Das harsche Urteil der Journalisten, die ihn sogar als „Kaufmann des Todes“ betiteln, ist ein Weckruf für den reichen Schweden. Doch noch etwas anderes führte wohl dazu, dass er vor 120 Jahren in seinem Testament verfügte, dass seine Reichtümer in eine Stiftung zur Vergabe der Nobelpreise fließen sollen. Eine Frau.

Die Nobelpreisträger des Jahres 2014
Nobelpreise werden am Montag verliehen
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Die Friedenskämpferin Bertha von Suttner und den Dynamit-Erfinder Alfred Nobel verband eine innige Freundschaft – von der sich Nobel zunächst wohl mehr erhofft hatte. Die Frau, die für kurze Zeit als seine Privatsekretärin anheuerte, sei „genau die Frau gewesen, nach der Alfred so lange gesucht hatte“, schreibt der Autor Lars-Åke Skagegård 1993 in einem Buch über den Nobelpreis-Stifter.

„Sie hat ihn ermuntert, einen Teil seines Vermögens an verschiedene Friedensbewegungen zu spenden“, sagt Källstrand. Ihr erzählte Nobel später von seinen Plänen, einen Friedenspreis zu stiften – vermutlich hatte sie ihn dazu inspiriert. Wie seine berühmteste Erfindung genutzt wurde, deprimierte Nobel der Legende nach sehr.

Die anderen Preise erwähnte er seiner Freundin gegenüber nicht. „Aber die Idee, das Geld für Wissenschaft oder philanthropische Zwecke zu spenden, anstatt es der Familie zu überlassen, ist wahrscheinlich älter“, meint Källstrand. Erstens habe seine Familie genug Geld gehabt. Zweitens sei Nobel der Überzeugung gewesen, dass geerbter Reichtum faul mache.

Stattdessen habe er Menschen auszeichnen wollen, die der Gesellschaft mit ihren Ideen Nutzen gebracht hätten. Ob der Forscher sich zu Lebzeiten ausgemalt hat, welchen mächtigen Aufruhr er mit seinem eigenwilligen Testament verursachen würde?

Eine Mammutaufgabe für die Testamentsvollstrecker
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