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Pandemie So steht es weltweit um Corona-App-Projekte

In Deutschland debattieren Experten über das richtige Konzept. In Singapur, Kolumbien oder Norwegen sind Apps im Einsatz. Ein globaler Vergleich.
21.04.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
In Europa streiten Experten über den Datenschutz von Corona-Anwendungen. Quelle: dpa
Corona-App

In Europa streiten Experten über den Datenschutz von Corona-Anwendungen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Während in Deutschland die Experten noch über den Datenschutz streiten, sind andere Länder mit ihrer Corona-App bereits deutlich weiter. Singapur gehörte zu den ersten Ländern der Welt, die ihren Bürgern eine freiwillige Anwendung für ihre Smartphones zur Verfügung stellten, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können.

Als das Programm mit dem Namen TraceTogether am 20. März vorgestellt wurde, erhielt die Regierung des Stadtstaats international viel Lob. Die Software setzt auf Bluetooth, um Kontakte mit anderen Menschen zu verfolgen. Dieser Ansatz wird heute in den meisten Ländern verfolgt. Mit einer Werbekampagne rief das Land seine Bürger auf, das Programm zu installieren.

Allerdings folgte nur rund ein Sechstel der Bevölkerung der Aufforderung. Als Anfang April die Zahl der bestätigten Infektionen in Singapur deutlich anstieg, entschloss sich die Regierung zu weitreichenden Ausgangssperren.

Der Fall in Singapur zeigt die Chancen, aber auch die Herausforderungen für Corona-Apps. Sie können helfen, Infektionsketten zu erfassen. Aber um den vollen Nutzen zu erreichen, muss ein Großteil der Bevölkerung die App einsetzen. Modellierer sprechen von 60 Prozent.

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Standort erkennen

    Kombination mit weiteren Maßnahmen

    Zudem ist sie ein Werkzeug, das nur in Kombination mit anderen Maßnahmen erfolgreich funktionieren kann, stellte Professor Christophe Fraser von Big Data Insitute an der Oxford University in einer Untersuchung fest. So müssten Menschen auch getestet werden können, wenn sie durch die App als möglicherweise infiziert identifiziert wurden. In der Praxis ist die Umsetzung jedoch nicht leicht.

    Island mit seinen 364.000 Einwohnern galt als Staat mit guten Chancen, in der eine App schnell landesweit zum Einsatz kommen kann. Doch auch dort nutzen erst rund 40 Prozent der Bevölkerung das Programm Rakning-C19.

    Sowohl Island als auch Singapur haben sich entschlossen, die Quellcodes ihrer Anwendungen zu veröffentlichen, sodass die Sicherheit der Programme transparent nachverfolgt werden kann und andere Länder auf Basis der Programme eigene Apps entwickeln können. Seitdem haben etliche Länder begonnen, eigene Ansätze voranzutreiben.

    In Europa nutzt unter anderem ein Team in Tschechien die veröffentlichten Programme, um gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium die App eRouška zu starten. Das Programm steht erst seit einigen Tagen für das Betriebssystem Android zur Verfügung, eine Version für Apple-Geräte soll folgen.

    In Südamerika ist Kolumbien das erste Land, das eine App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten veröffentlichte. Präsident Ivan Duque hatte die CoronApp-Colombia persönlich vorgestellt und seine Bürger aufgefordert, sie einzusetzen.

    Das US-Cybersicherheitsunternehmen ZeroFOX veröffentlichte eine Analyse, in der sie berichtete, die App aus Kolumbien habe eklatante Sicherheitslücken. Persönliche Daten der Nutzer könnten abgefangen und ausgelesen werden. Hinterlegte Daten wie Passnummer, Gesundheitsdaten und Passwörter könnten ausspioniert werden, berichtete die Sicherheitsfirma.

    Bedenken in Norwegen

    Während sich die Apps in Ländern wie Singapur, Island, Tschechien oder Kolumbien darauf beschränken, Bluetooth-Daten auszuwerten und damit keine genauen Standort-Informationen ermitteln, gehen andere Länder weiter.
    Norwegen hat vergangene Woche die Applikation „Smittestopp“ veröffentlicht. Das Programm erfasst konstant Bluetooth-Daten über andere Geräte in unmittelbarer Nähe. Gleichzeitig speichert es aber auch regelmäßig die genauen Standortdaten der Geräte, die mit dem Positionierungssystem GPS ermittelt werden. Einmal pro Stunde werden die Informationen an eine zentrale Datenbank übermittelt.

    Auf Bedenken von Datenschützern entgegnete das norwegische Gesundheitsministerium, alle Daten würden für jeweils 30 Tage gespeichert und danach gelöscht. Das sei für die genaue Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten notwendig.

    Andere Nutzer beschwerten sich, dass die App die Batterien ihrer Smartphones schnell verbrauche. Das Gesundheitsministerium und die Staatsfirma Simula, die die App gemeinsam entwickelt hatten, räumten ein, dass die gemeinsame Nutzung von Bluetooth und GPS viel Energie verbrauche. An einer Lösung werde gearbeitet.

    Mehr: Die öffentliche Debatte der Experten über die Corona-App ist der falsche Weg, meint Handelsblatt-Redakteurin Ina Karabasz.

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