Paul M. Romer und William D. Nordhaus So reagieren Top-Ökonomen auf die Nobelpreisträger

Der Nobelpreis geht an zwei US-Wirtschaftswissenschaftler, die maßgeblich zur Klimaökonomie beigetragen haben. Deutsche Kollegen begrüßen die Entscheidung.
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Wirtschaftsnobelpreis: So reagieren Top-Ökonomen Quelle: Reuters
William D. Nordhaus (l.) und Paul M. Romer

Die beiden US-amerikanischen Ökonomen erhalten den Preis für Arbeit zur Klimaökonomie.

(Foto: Reuters)

Berlin, DüsseldorfFür die Server von Paul M. Romer war das Interesse am Träger des diesjährigen Wirtschaftsnobelpreises zu groß. Nachdem bekannt wurde, das der Professor der New York University und sein Kollege William D. Nordhaus von der Elite-Universität Yale den Preis erhalten, brach Romers Webseite unter den Anfragen zusammen. Wer sie am Montagnachmittag besuchen wollte, erhielt nur eine Fehlermeldung.

Deutsche Ökonomen dürften das Interesse nachvollziehen können. Denn dass die beiden US-Amerikaner für ihre Arbeiten im Bereich „Innovation und Klima und deren Wechselwirkung“ geehrt werden, begrüßen führende Wirtschaftswissenschaftler.

„Ich finde schon lange, dass Romer den Nobelpreis verdient hat“, sagte Achim Wambach, Präsident des Mannheimer ZEW, dem Handelsblatt. Von Romer stamme die „endogene Wachstumstheorie“. Er habe als erster nachgewiesen, dass technologische Innovation entscheidend für Wirtschaftswachstum ist. „Er hat diese Erkenntnis in ökonomische Modelle integriert und damit nutzbar gemacht“, erklärte Wambach.

Nordhaus bezeichnete Wambach als „führenden Umweltökonomen“: Er habe als einer der ersten untersucht, wie sich die Preise für Kohlendioxid (CO2) auf die Wirtschaft auswirken und daraus sein Plädoyer für eine CO2-Steuer entwickelt: Diese habe sich als hoch wirksam erwiesen.

Die Preisträger seien entscheidend daran beteiligt gewesen, die Klimapolitik auf die Agenda der internationalen Politik zu bringen. Quelle: dpa
Clemens Fuest

Die Preisträger seien entscheidend daran beteiligt gewesen, die Klimapolitik auf die Agenda der internationalen Politik zu bringen.

(Foto: dpa)

Auch Ifo-Chef Clemens Fuest hält die Ökonomen für eine gute Wahl: „Die beiden Nobelpreisträger haben sich mit bedeutenden wirtschaftlichen Problemen mit hoher praktischer Relevanz beschäftigt. William Nordhaus war entscheidend daran beteiligt, die ökonomischen Probleme des Klimawandels zu erforschen und die Klimapolitik auf die Agenda der internationalen Politik zu bringen“, sagte Fuest. „Paul Romer hat die Bedeutung von Wissen und technologischem Wandel für das Wirtschaftswachstum erforscht und dabei untersucht, welche Faktoren die Schaffung neuen Wissens beeinflussen.“

Da die beiden „erheblich zu einem besseren Verständnis darüber beigetragen“ hätten, „welche Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum erfüllt sein müssen“ bezeichnete auch Christoph Schmidt, Vorsitzender des Sachverständigenrats, die Entscheidung gegenüber dem Handelsblatt als „sehr gute Wahl der Akademie“.

So habe Paul Romer „als erster Ökonom die zentrale Bedeutung von Wissen und Bildung in Wachstumsmodellen aufgezeigt.“ Während es sich bei William Nordhaus um den „Pionier für die Integration des Kohlenstoffkreislaufes und des Klimawandels in aggregierte makroökonomische Langfristmodelle“ handele.

Ottmart Edenhofer, Chefökonom und kommissarischer Leiter des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, hebt vor allem die politischen Implikationen im Schaffen der beiden Preisträger hervor. Mit Hilfe des von Nordhaus entwickelten Modells sei der Ökonom in der Lage gewesen, „Entscheidungsträgern das notwendige Wissen zu wirksamen politischen Instrumenten wie der CO2-Bepreisung bereitzustellen.“

Romer habe dagegen gezeigt, „wie eng technische Entwicklung und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zusammenhängen.“ Er zeige, „dass die Politik Anreize setzen muss für Investitionen in Richtung CO2-neutraler Technologien“.

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