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Planetenforschung Jupiter ist der Methusalem-Planet

Jupiter ist nicht nur größer als alle anderen Planeten unseres Sonnensystems zusammen, er ist auch ein echter Methusalem-Planet. Das Alter des Gasgiganten haben deutsche Forscher jetzt erstmals genau bestimmen können.
13.06.2017 - 13:33 Uhr
Die Aufnahme der Raumsonde Voyager 1 zeigt den größten Planeten des Sonnensystems, der zugleich auch der älteste ist. (Foto: Nasa)
Jupiter

Die Aufnahme der Raumsonde Voyager 1 zeigt den größten Planeten des Sonnensystems, der zugleich auch der älteste ist. (Foto: Nasa)

Jupiter ist nicht nur der mit Abstand größte Planet unseres Sonnensystems, sondern auch der älteste. Forschern der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) in Münster ist es erstmals gelungen, das genaue Alter des Planetenriesen zu bestimmen. Demnach wuchs Jupiters Kern innerhalb von einer Million Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems auf etwa 20 Erdmassen an. Zum Vergleich: Unsere Erde benötigte ungefähr 100 Millionen Jahre für ihre Entstehung.

Heute ist Jupiter massereicher als die übrigen sieben Planeten des Sonnensystems zusammen. Wie die Entwicklung des Gasgiganten nach der Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Millionen Jahren zu datieren ist, war den Planetenforschern bislang aber nur ungenau bekannt. Denn als Gasplanet besitzt Jupiter kein Gestein, das sich zu einer exakten Altersbestimmung heranziehen ließe.

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

(Foto: dpa)
Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

(Foto: dpa)
40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

(Foto: dpa)
Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

(Foto: AP)
Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

(Foto: AP)

Die Forscher aus Münster mussten daher einen Umweg gehen. Sie untersuchten Meteoriten aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Mithilfe von Isotopenmessungen konnten sie nachweisen, dass diese in zwei unterschiedlichen Regionen des Sonnensystems entstanden sein müssen: diesseits und jenseits der Jupiter-Umlaufbahn.

Die Datierung beider Asteroiden-Gruppen ergab, dass sie sich zwischen einer Million und vier Millionen Jahren nach Entstehung des Sonnensystems bildeten. Zugleich konnten die Forscher nachweisen, dass es zwischen beiden Gruppen keinen Materialaustausch gab. „Dies kann man durch die Bildung von Jupiter erklären“, erläutert Thorsten Kleine, einer der Autoren der im Fachmagazin PNAS erschienenen Studie. „Sobald Jupiter etwa 20 Erdmassen erreicht hatte, verhinderte er den Austausch von Material von jenseits und diesseits seiner Umlaufbahn.“

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    Mit anderen Worten: Jupiter muss die 20 Erdmassen in weniger als einer Million Jahre nach Entstehung des Sonnensystems erreicht haben. Danach wirkte er wie eine Barriere und trennte die Materiewolke, aus der die Himmelskörper des Sonnensystems entstanden, in einen Bereich diesseits und jenseits seiner Bahn.

    Jupiter verhindert Entstehung von Super-Erden
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