Planetenmission Plato Europa sucht nach Zwillingen der Erde

Nun hat sich auch die europäische Weltraumagentur Esa der Suche nach fernen Planeten verschrieben. Die Esa-Mission Plato soll eine Million Sonnen ins Visier nehmen und nach deren planetaren Begleitern fahnden.
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Das Weltraumteleskop Plato soll nach der "zweiten Erde" suchen. Dafür untersucht es Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die in einer lebensfreundlichen Zone um ihren Stern kreisen. Quelle: dpa

Das Weltraumteleskop Plato soll nach der "zweiten Erde" suchen. Dafür untersucht es Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die in einer lebensfreundlichen Zone um ihren Stern kreisen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWie verbreitet sind Planeten wie die Erde in unserer Galaxie? Und bieten solche Planeten Bedingungen, die die Evolution von Leben zulassen? Zur Beantwortung dieser Fragen soll die Mission „Plato“ (Planetary Transits and Oscillations of Stars) der Europäischen Weltraumagentur Esa beitragen. Spätestens 2024 soll eine Sonde mit 34 Teleskopen und Kameras ins All starten.

Sechs Jahre lang wird die Raumsonde Sterne nach Planeten absuchen, die um sie kreisen. Die Eigenschaften von 85.000 dieser Systeme sollen genau bestimmt werden. In enger Zusammenarbeit mit zahlreichen europäischen Partnern übernimmt Deutschland dabei eine Führungsrolle: Das Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) leitet die Gesamtmission, das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) die Auswertung der Daten am Boden im Plato-Datenzentrum. 

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

„Plato wird Planeten wie die Erde entdecken, die die notwendigen Voraussetzungen für Leben bieten“, so Laurent Gizon, Direktor am MPS. Dank Weltraummissionen wie Corot oder Kepler hat es bei der Suche nach Exoplaneten in den vergangenen Jahren gewaltige Fortschritte gegeben. Allerdings waren diese Missionen nicht darauf angelegt, neue Welten zu finden, die Sterne in unserer Nähe umkreisen. Erst Plato wird in der Lage sein, diese Sterne und ihre Planeten zu untersuchen.

Das wichtigste Ziel der Mission ist es, einen Zwilling der Erde zu entdecken. „Wir werden Planeten finden, die ihren sonnenähnlichen Stern in der lebensfreundlichen, der habitablen Zone umkreisen: Planeten, auf deren Oberfläche Wasser vorhanden sein könnte und auf denen dann vielleicht sogar die Entwicklung von Leben, wie wir es kennen, möglich wäre“, so Gizon.

Wenn ein Exoplanet auf seiner Umlaufbahn von der Erde aus betrachtet vor seinem Stern vorüberzieht, dämpft er das Licht des Sterns leicht. Diesen Zusammenhang wird Plato nutzen, um die Exoplaneten aufzuspüren.

Ziel ist es, eine Millionen Lichtkurven von Sternen auszuwerten. „Dieser ‚Plato-Katalog‘ wird von unschätzbarem Wert für viele kommende Generationen von Astronomen sein“, so Gizon. „Besonders, weil er auch die Planeten enthalten wird, bei denen eine weitergehende Suche nach Leben sinnvoll ist.“

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