Polarstation Neumayer III Erste Gemüse-Ernte in der Antarktis

Deutschlands südlichster Schrebergarten steht in der Antarktis. Er liefert nicht nur Gemüse, sondern auch wichtige Erkenntnisse für künftige Flüge zu Mond und Mars.
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Vom Kontrollraum aus können die Forscher alles, was im Gewächshaus passiert, überwachen. Quelle: dpa
Antarktis-Gewächshaus

Vom Kontrollraum aus können die Forscher alles, was im Gewächshaus passiert, überwachen.

(Foto: dpa)

BremenMit Gärtnern hatte Paul Zabel bisher nicht so viel am Hut. Trotzdem wachsen seine Pflanzen wie verrückt – und das mitten in der Eiswüste der Antarktis. Möglich macht das ein spezielles Gewächshaus nahe der deutschen Polarforschungsstation Neumayer III.

Jeden Tag stapft Zabel dick eingepackt 400 Meter durch den Schnee ins Grüne, sät Salat, schneidet Tomatenpflanzen zurück und überprüft, ob es seinen Zöglingen gut geht. Den Lohn seiner Arbeit kann er jetzt genießen: Gerade hat er 3,6 Kilogramm Salat, 70 Radieschen und 18 Gurken geerntet.

„Das Gemüse wird schon sehnlichst erwartet“, sagt Zabel. Während des antarktischen Winters ist die Polarforschungsstation von der Außenwelt abgeschnitten. Über Monate muss die Besatzung von den Vorräten zehren, die mit der letzten Lebensmittellieferung Ende Februar ankamen.

Gärtnern im ewigen Eis
Ein Gewächshaus für die Antarktis
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Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben mit dem Aufbau eines neuartigen Gewächshauses in der Antarktis begonnen. Das in Spezialcontainer integrierte Gewächshaus war per Schiff am 3. Januar im ewigen Eis angekommen.

Mit Pistenbullys zum Ziel
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Mit Pistenbullys wurde es dann von der Schelfeiskante rund 20 Kilometer bis zur Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) geschleppt.

Gewächshaus für die Antarktis
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Dort wurden die Container auf ein Gerüst gesetzt. Nun beginnt die Einrichtung im Inneren.

Ähnliche Bedingungen wie auf einem Raumschiff
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In dem Gewächshaus sollen Gemüse und Kräuter unter ähnlichen Bedingungen gedeihen, wie sie auch an Bord eines Raumschiffs herrschen würden.

Pflanzen ohne Erde
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Aeroponik ist das Zauberwort für die Gärtnerei unter antarktischen Bedingungen. Dabei werden Pflanzen ohne Erde steril kultiviert und deren Wurzeln computergesteuert mit einem Wasser-Nährstoffgemisch besprüht sowie die Blätter mit Spezial-LEDs optimal beleuchtet. (Illustration: DLR)

Gewächshaus für die Antarktis
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„Die Luft im Gewächshaus passen wir ebenfalls den Bedürfnissen der Pflanzen bestmöglich an“, so Daniel Schubert, Leiter des Forschungsprojekts mit dem Namen Eden-ISS. „So wird der CO2-Gehalt gesteigert und wir reinigen mit speziellen Filtern die Luft von Pilzspuren und Keimen bis hin zur Luftsterilisation mittels UV-Strahlung, womit eine rein biologische Züchtung ohne Insektizide und Pestizide möglich ist.“

Testlauf für Reisen zu Mond und Mars
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Eden-ISS gilt als Testlauf für bemannte Missionen zu Mond und Mars. Die Versorgung von Raumfahrern mit frischen Nahrungsmitteln ist ein Schlüsselproblem bei längeren Missionen fernab der Erde.

Auch das Gärtnern in der Abgeschiedenheit ist eine Herausforderung: Zabel muss mit den vorhandenen Ressourcen auskommen, Nachschub gibt es nicht. Ganz ähnlich müssen sich Astronauten fühlen – und um deren Bedürfnisse geht es letztlich auch bei der Gemüsezucht im ewigen Eis.

Mond und Mars sind das eigentliche Ziel von Raumfahrtingenieur Paul Zabel und seinen Kollegen am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen. Das von ihnen entwickelte Gewächshaus soll Astronauten bei der Erkundung ferner Planeten versorgen. Und nicht nur das: Es soll die grüne Lunge der Raumstationen sein. „Es stellt für die Astronauten Sauerstoff zum Atmen her und reinigt das Wasser“, erläutert Projektleiter Daniel Schubert.

Schubert blickt auf die vielen Bildschirme im Bremer Kontrollraum. Von dort überwachen er und sein Team alles, was im Gewächshaus passiert. Monitore zeigen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt an. Eine Kamera fotografiert regelmäßig alle Pflanzen. In acht Regalen sprießen auf mehreren Etagen üppig grüne Salate, gelbblühende Tomatenpflanzen, Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Gurken, Kohlrabi und kleine Rucola-Setzlinge.

„Die wachsen schneller als unter normalen Bedingungen“, sagt Schubert. Alle fünf Minuten werden die Wurzeln der Pflanzen computergesteuert mit einer Nährstofflösung besprüht, sie bekommen mehr Licht und Kohlendioxid als normalerweise. Besonders wichtig für das Projekt sind die geschlossenen Kreisläufe. Luft und Wasser werden immer wieder recycelt wie es im Weltraum auch sein müsste.

Allerdings führen die DLR-Forscher über Flaschen zusätzliches Kohlendioxid zu, das die Astronauten auf einer echten Raumstation ausatmen würden. Auch Wasser müssen sie teilweise ergänzen, denn das wird im Gemüse gebunden und mit der Ernte dem Kreislauf entnommen. Wie viele Ressourcen die Forscher in das Gewächshaus geben müssen und wie viel Ertrag dabei herauskommt, soll am Ende des einjährigen Projekts feststehen.

Bislang haben alle Habitate zu wenig Nahrung produziert
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2 Kommentare zu "Polarstation Neumayer III: Erste Gemüse-Ernte in der Antarktis"

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  • POLARSTATION NEUMAYER III
    Erste Gemüse-Ernte in der Antarktis
    Datum:
    05.04.2018 10:16 Uhr
    Deutschlands südlichster Schrebergarten steht in der Antarktis. Er liefert nicht nur Gemüse, sondern auch wichtige Erkenntnisse für künftige Flüge zu Mond und Mars.

    ............................................

    Es ist einfach nur zu lustig und gleichzeitig zu traurig wie man die heutige welt betrachten kann.

    EINERSEITS Menschen in heutige Tagen die um Tagessuppen gespendet zu bekommen lange schlange anstehen müssen in Europa, Kinder die aus Syrien seit 4 Jahren keinerlei Obdach oder Schulbildung erhalten haben, Atomkraftwerke die aus dem letzten Atemzug in Europa gerade so noch ohne Unfälle aushalten, Landwirtschaft die Weltweit vernachlässigt ist weil es für alles eine Organisation gibt aber nie für Internationale gemeinsames Land bestellen, und dann solche Berechnungen und solche Zukunfts gerichtete Projekte bekannt geben in eine zeit wo nicht einmal jeder STROM HAT UM ES ZU LESEN ZU KÖNNEN !

    WIR HABEN ZUKUNFT ???

    WER IST WIR IN DER ZUKUNFT ???


  • https://www.focus.de/wissen/weltraum/universum-mit-einem-zweiten-urknall-enden-termin-fuer-apokalypse-steht-fest-welt-geht-in-10-tresvigintillionen-jahren-unter_id_8718591.html
    Universum mit einem zweiten "Urknall" enden
    Termin für Apokalypse steht fest: Welt geht in 10 Tresvigintillionen Jahren unter

    Wussten Sie schon, dass das gesamte Universum ein Verfallsdatum hat? Wissenschaftler der Harvard University konnten jetzt sogar ein Datum errechnen. Das Universum wird sich mit einem großen Knall verabschieden - allerdings in weit entfernter Zeit.

    Ich mache mir deswegen Große Sorgen !!!
    Weiß nicht wer meine Blumen erbt und auch meine Glasflasche mit EURO-Cent Münzen !
    :-)))))))))))))))))))))
    10 Tresvigintillionen Jahren ???
    Habe ich jetzt noch eine Stunde Zeit ? :-))))))))))))))

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