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Polarstation Schatzgräber Russland erkundet Geheimnisse um NS-Arktisstation

Mit großem Aufwand errichtete die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg eine Wetterstation in der Polarregion. Russische Forscher untersuchen jetzt die Ruinen und versuchen, den Geheimnissen der NS-Basis auf die Spur zu kommen.
02.11.2016 - 08:22 Uhr
Einige Überreste mitten im Nirgendwo– mehr ist von der im Zweiten Weltkrieg errichteten Arktis-Wetterstation „Schatzgräber“ nicht mehr übrig. Russische Forscher wollen nun auf einer Expedition die Geheimnisse des sagenumwobenen Ortes lüften. Quelle: dpa
Arktisstation „Schatzgräber“

Einige Überreste mitten im Nirgendwo– mehr ist von der im Zweiten Weltkrieg errichteten Arktis-Wetterstation „Schatzgräber“ nicht mehr übrig. Russische Forscher wollen nun auf einer Expedition die Geheimnisse des sagenumwobenen Ortes lüften.

(Foto: dpa)

Moskau Die Umgebung lebensfeindlich, der Name eine Tarnung, die Position streng geheim: Mit einem spektakulären Auftrag landen deutsche Forscher und Soldaten im September 1943 in der Arktis. In der Basis „Schatzgräber“ sammeln die Männer wichtige Wetterdaten für die Wehrmacht. Doch die Mission endet im Juli 1944 in einem Fiasko.

72 Jahre später stehen russische Wissenschaftler in den Ruinen der sagenumwobenen Station und wollen ihr die letzten Geheimnisse entreißen. „Über die deutschen Polar-Operation existieren viele Mythen, aber wenige Belege“, sagt Expeditionsleiter Jewgeni Jermolow.

Ein Bild der Verwahrlosung bietet sich heute an dem Ort, an dem einst die Wetterstation stand. Messgeräte mit Hakenkreuzen sowie Tarnnetze und Kanister, aber auch rostige Handgranaten und Springminen liegen im Geröll der Insel Alexandraland. Ein Video zeigt eine trostlose Landschaft wie in einem Film von Andrej Tarkowski („Stalker“).

Etwa 500 Gegenstände seien eingesammelt worden, sagt Jermolow. Sie sollen im Museum des Nationalparks „Russische Arktis“ ausgestellt werden, zu dem die westliche Insel des Franz-Josef-Lands gehört.

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    „Für seinen Krieg brauchte Hitler-Deutschland damals Daten aus der Arktis, die ja als Wetterküche gilt“, erzählt der Forscher. Die Messergebnisse sollten helfen, die Bewegung von Truppen, Kriegsgerät und Schiffen besser zu planen. „Da Moskau nichts an das verfeindete Berlin lieferte, bauten die Deutschen ihre eigenen Messstationen in der Arktis auf.“ In der Südbucht rund 500 Meter vom Eismeer entfernt, schwer einsehbar und auf einer Anhöhe bei einem Frischwassersee: „Der Ort der Basis war von der Kriegsmarine gut gewählt“, sagte der Wissenschaftler Peter Bojarski der Zeitung „Moskowski Komsomolez“.

    Das Schiff „Kehdingen“ bringt am 22. September 1943 insgesamt zehn Forscher und Soldaten von der norwegischen Stadt Tromsø nach Alexandraland. „Es war ein weitläufiges Areal mit Wohnbauten, Vorratslagern, Munitionsdepots und einem Flugplatz“, sagt Jermolow. Bis zum Juli 1944 geben die Meteorologen mehr als 700 Wettermeldungen durch, die sie unter anderem mit Sonden und Ballons erstellt hatten.

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