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Projekt Roboat Roboter-Boote für Venedigs Kanäle und Amsterdams Grachten

Autonomes Boot statt autonomes Auto: Eine Roboter-Flotte soll in Städten mit ausgedehntem Wasserwege-Netz die Straßen entlasten.
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Die autonomen Wasserfahrzeuge sollen bei der Lösung städtischer Verkehrsprobleme helfen. (Foto: MIT)
Roboter-Boot im Testbecken

Die autonomen Wasserfahrzeuge sollen bei der Lösung städtischer Verkehrsprobleme helfen. (Foto: MIT)

BerlinEine Roboter-Flotte, die in Städten mit ausgedehntem Wasserwege-Netz Verkehr von der Straße holen soll – daran tüfteln die Forscher des Projekts Roboat schon seit einiger Zeit. Im Frühjahr 2017 pflügte ihr erster Prototyp durch die Grachten von Amsterdam. Auf einer Konferenz im australischen Brisbane haben die Wissenschaftler aus den USA und den Niederlanden jetzt vorgeführt, welche Fortschritte ihr Projekt seither gemacht hat.

„Viel von dem, was an Land die innerstädtischen Abläufe stören könnte, lässt sich mindestens zeitweise auch auf dem Wasser erledigen“, so Daniela Rus vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), eine der an Roboat beteiligten Forschungseinrichtungen.

Neben dem Transport von Personen und Gütern denken die Forscher dabei auch an Serviceleistungen der städtischen Infrastruktur wie etwa Abfallbeseitigung. „Wir können uns zum Beispiel vorstellen, solche Infrastrukturleistungen vom Tag in die Nacht zu verlagern und von einer autonom arbeitenden Flotte erledigen zu lassen“, erläutert Rus.

Die Form ihrer Roboter-Boote haben die Forscher dem Aufgabenspektrum angepasst. Mit ihrem rechteckigen Rumpf wirken die autonomen Wasserfahrzeuge etwas plump und eher wie die Schwimmkörper einer Ponton-Brücke – die sie zumindest zeitweise auch bilden sollen. Denn bei Bedarf können sich mehrere Boote zu einer Einheit zusammenfügen – eben einer Brücke oder einer Plattform, auf der Konzerte oder schwimmende Wochenmärkte abgehalten werden.

Dass die Boote solche Aufgaben im Prinzip erledigen können, hat der Amsterdamer Feldtest schon gezeigt. Verbessert haben die Forscher seither vor allem den Herstellungsprozess: Die neue Generation von Roboter-Booten lässt sich kostengünstig mit einem herkömmlichen 3D-Drucker produzieren. Rund 60 Stunden braucht der Drucker, um die 16 Einzelteile eines Rumpfs herzustellen. Die werden dann miteinander verklebt und mit einem Überzug aus glasfaserverstärktem Kunststoff abgedichtet.

Technisches Herz des autonomen Wasserfahrzeugs ist ein Mini-Computer. Er verarbeitet Daten des bordeigenen GPS und steuert das Boot auf den Zentimeter genau, wie sich bei einer weiteren Versuchsreihe auf dem Charles River in Massachusetts zeigte. Ein von den Forschern neu entwickelter Algorithmus sorgt für die präzise Steuerung.

„Die Steuereinheit sorgt dafür, dass das Boot auf seinem optimalen Kurs bleibt“, erläutert Wie Wang, einer der an dem Projekt beteiligten Forscher. Im Moment funktioniert das allerdings nur bei weitgehend gleich bleibender Belastung. Als nächstes wollen die Forscher ihren Booten deshalb beibringen, auf plötzliche Veränderungen optimal zu reagieren, etwa wenn starke Strömungen auf das Fahrzeug einwirken.

Auf den Kanälen in Amsterdam oder Venedig spielen natürliche Strömungen zwar keine große Rolle. Dafür müssen die Roboter-Boote dort aber mit den von größeren Schiffen verursachten Wellen fertig werden.

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