Raumfahrt Airbus soll europäischen Mars-Rover entwickeln

Die Esa will Gestein vom Mars zur Erde bringen. Die nötige Technik dafür soll von Airbus kommen: ein Rover, der große Strecken auf der Marsoberfläche zurücklegen kann.
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Nach dem Vorbild des Exomars-Rovers, der 2021 zum Mars fliegen soll, entwickelt Airbus ein weiteres Bodenfahrzeug für den Roten Planeten. (Foto: ESA/ATG medialab)
Rover Exomars

Nach dem Vorbild des Exomars-Rovers, der 2021 zum Mars fliegen soll, entwickelt Airbus ein weiteres Bodenfahrzeug für den Roten Planeten. (Foto: ESA/ATG medialab)

BerlinDer europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus soll das Konzept für einen Rover entwerfen, der Probenkanister auf dem Mars einsammeln und zur Erde zurückbringen soll. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen den Raumfahrtbehörden der USA und Europas und soll Mitte der 2020er Jahre starten.

Den Rover werde die Abteilung in Stevenage entwerfen, teilte Airbus mit. Sie wurde den Angaben zufolge ausgewählt, weil dort auch schon der Rover der europäischen Exomars-Mission gebaut wird, der 2021 auf den Nachbarplaneten fliegen soll. Für das neue Rover-Projekt erhält Airbus 4,45 Millionen Euro von der europäischen Raumfahrtagentur Esa.

Der Rover wird vergleichsweise klein sein und nur 130 Kilogramm wiegen. Zum Vergleich: Der von der US-Raumfahrtbehörde Nasa 2012 auf den Mars geschossene Rover Curiosity ist drei Meter lang und wiegt 900 Kilogramm. Der Airbus-Rover wird keine wissenschaftlichen Instrumente an Bord haben. Seine einzige Aufgabe besteht darin, Behälter mit Proben auf dem Mars einzusammeln.

Höllenritt zum Mars
Schiaparelli beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre
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Schiaparelli, dem kleinen Landegerät der europäisch-russischen Mission ExoMars, steht ein wahrer Höllenritt bevor: Mit 21.000 Stundenkilometern wird der Lander am Mittwoch in die Mars-Atmosphäre eintauchen.

Schiaparelli am Bremsfallschirm
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Verläuft alles wie geplant, wird der Lander innerhalb von knapp sechs Minuten von 21.000 auf rund zehn Kilometer in der Stunde abgebremst, um schließlich... (Foto: Esa)

Schiaparelli mit gezündeten Bremstriebwerken
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...sanft auf der Marsoberfläche aufzusetzen.

Schiaparelli auf der Marsoberfläche
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Auf dem Mars soll Schiaparelli dann mehrere Tage lang Daten sammeln, bis seine Energievorräte aufgebraucht sind. Vor allem gilt die Mission aber als Generalprobe für zukünftige Missionen zum Roten Planeten.

Mars-Ebene Meridiani Planum
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Landen wird Schiaparelli in der Ebene Meridiani Planum. Eine Region, die vor allem eines ist: großflächig flach, ohne Hindernisse, denn der Lander könnte diesen bei seinem Fall auf die Marsoberfläche nicht ausweichen. Außerdem befindet sich die Landestelle nahe eines Gebietes, in dem es einst größere Wassermengen gegeben haben könnte. (Foto: Esa/DLR/FU Berlin)

Geplanter Esa-Rover
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Zwar ist Schiaparelli kein hochgerüsteter Rover, sondern nur ein Testlandegerät. Dennoch ist das geplante Aufsetzen des kleinen Landers auf dem Mars die Generalprobe für den ersten europäischen Rover, den die europäische Weltraumagentur Esa in vier Jahren auf dem Mars absetzen will.

Schiaparelli trennt sich vom Mutterschiff
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Vor wenigen Tagen hatte sich Schiaparelli von seinem Mutterschiff, der Atmosphärensonde Trace Gas Orbiter, getrennt. Nun wird es ernst für den Lander: Das Aufsetzen auf der Mars-Oberfläche nach einem Ritt durch die dünne, kohlendioxidhaltige Atmosphäre des Roten Planeten zählt zu den schwierigsten Raumfahrtmanövern überhaupt. Bislang gelang es nur den USA, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars zu platzieren.

Dafür müsse er allerdings große Strecken auf dem Planeten zurücklegen, sagte Projektleiter Ben Boyes der BBC. Die Routenplanung und die Navigation werde er weitgehend autonom durchführen. Das mache das Projekt sehr anspruchsvoll. Die Mission des Rovers auf dem Mars ist auf einen Zeitraum von circa fünf Monaten angelegt.

Die Nasa will im Jahr 2020 einen eigenen Rover auf den Mars bringen. Das Modell für diese Mission namens Mars 2020 ist weitgehend identisch mit dem Rover Curiosity und soll unter anderem Bodenproben auf dem Planeten sammeln.

Diese wird er in kleinen Behältern, etwa so groß wie ein Reagenzglas, verpacken und in Probenkanistern lagern. Im Laufe der Jahre wird der Erkundungsroboter etwa 30 dieser Kanister auf seinem Weg über den Planeten ablegen. Der Airbus-Rover, der 2026 zum Roten Planeten fliegen wird, soll der Route von Mars 2020 folgen und die Kanister einsammeln.

Dann wird der europäische Rover seine Fracht bei einem Vehikel abliefern, das die Kanister zu einem Raumfahrzeug im Mars-Orbit bringen soll. Dieses soll schließlich mit den Proben zu Erde zurückkehren.

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