Raumfahrt Esa will Kosten mit neuer Trägerrakete Ariane 6 halbieren

Im Weltall finden sich viele Antworten auf irdische Probleme. Deswegen gilt der Markt für Satellitentransport als zukunftsträchtig. Mit der Ariane 6 will Europa im lukrativen Wettbewerb mitbieten.
Der neue Lastenträger soll im Jahr 2020 erstmals vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou abheben. Quelle: dpa
Neue Ariane 6-Rakete

Der neue Lastenträger soll im Jahr 2020 erstmals vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou abheben.

(Foto: dpa)

Les MureauxKlimawechsel, Erdbeben, Flutwellen – Naturkatastrophen sind für Jan Wörner eindrucksvolle Beispiele für die Notwendigkeit der Raumfahrt. Der Chef der Europäischen Weltraumorganisation Esa sieht die Antworten für viele irdische Fragen in der Arbeit von Satelliten im Weltraum – und damit beim neuen Lastenträger Ariane 6. „Die Rakete ist die Basis für alles, was wir im All vorhaben“, sagt Wörner.

Die Esa lässt sich den Kampf um lukrative Aufträge viel Geld kosten: Der eigens geschaffene Zusammenschluss Airbus Safran Launchers soll die neue Ariane-Rakete für 2,4 Milliarden Euro bauen. Die Industrie ist mit 600 000 Euro dabei.

Im Juni steht für die Ariane bei den 22 Esa-Vertragsstaaten noch einmal eine Prüfung an, bis Jahresende sollen erste Produktionsbeschlüsse fallen. Wörner macht dennoch klar: „Die Ariane 6 ist kein Traum, sondern die Rakete wird gebaut.“ Er rechnet zum Jahresende mit dem Auftrag für zunächst 15 Exemplare, verweist aber gleichzeitig auf die Zuständigkeit von Airbus Safran Launchers in dieser Frage. Alain Charmeau, Chef des Zusammenschlusses, mochte da am Mittwoch lieber keine Hausnummer nennen.

Die Spur führt ins All
Spur ins All
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Eine leuchtende Spur zeichnet die Atlas-Rakete nach ihrem Start von Cape Canaveral in Florida. Die Rakete bringt einen unbemannten Raumtransporter mit Nachschub für die Raumstation ISS auf den Weg. Obwohl solche Versorgungsflüge längst Routine sind, geht gerade von nächtlichen Raketenstarts immer noch eine große Faszination aus.

Schallmauer durchbrochen
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Mit einer speziellen Fototechnik, der Schlierenfotografie, wurde diese Aufnahme gemacht. Sie macht die Schockwellen sichtbar, die auftreten, wenn ein Überschalljet die Schallmauer durchbricht.

Moderne Kunst 1
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Kein abstraktes Gemälde, sondern Riffs vor der Küste der Bahamas zeigt dieses Bild, das Astronauten der Raumstation ISS machten. Bei den kräftigen blauen Linien zwischen den Riffs handelt es sich um Priele - Wasserläufe, die ihr Entstehen den Gezeiten verdanken.

Moderne Kunst 2
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Auch dieses abstrakte "Gemälde" wurde von der ISS ausgemacht. Die Astronauten fotografierten ein Gebiet in Australien, über das die Raumstation gerade hinweg zog.

Selfie im All
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"Warum eigentlich immer nur die Erde fotografieren?" dachte sich US-Astronaut Scott Kelly und richtete während eines Weltraumspaziergangs seine Kamera mal auf sich selbst.

Rücksturz zur Erde
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Friedlich schwebt die Sojus-Raumkapsel am Fallschirm zurück zur Erde. Mit an Bord: Die Raumfahrer Scott Kelly und Michail Kornienko, die mehr als ein Jahr auf der Raumstation ISS verbracht hatten.

Aufbruch ins All
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In die andere Richtung ging es im Juni 1983 für Sally Ride, die an Bord des Spaceshuttles Challenger als erste US-Amerikanerin ins All flog.

Identische Zahlen haben beide für den Start der ersten Rakete. 2020 soll erstmals eine Ariane 6 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou abheben, ein Jahr später ist der erste kommerzielle Flug geplant. Bis 2023 schließlich soll das Programm komplett laufen. Dann rechnet Wörner mit jährlich zehn bis zwölf Starts der neuen Rakete von französische Guayana in Südamerika aus.

Die Esa setzt bei ihrer Zukunftsplanung nicht allein auf die Ariane 6. „Wir brauchen eine Raketenfamilie“, sagte Wörner, „nicht nur wegen der Konkurrenz, sondern auch, um flexibel zu sein.“ Die kleine Vega gehört zum europäischen Bestand, hinzu kommt die russische Sojus. Die erste Stufe der Vega C soll an der Ariane in Form von zwei beziehungsweise vier Boostern für den notwendigen Startschub sorgen. Solche Synergien sind ein wichtiger Punkt beim Ziel Kostenersparnis.

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„Müssen europäischen Weg suchen“
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