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Raumfahrt Nasa muss Mars-Rover Opportunity endgültig aufgeben

Eigentlich sollte Opportunity nur 90 Tage auf dem Mars aktiv sein, am Ende wurden es fast 15 Jahre. Doch jetzt muss die Nasa den Mars-Oldie nach langer Funkstille aufgeben.
Update: 14.02.2019 - 12:15 Uhr Kommentieren

Opportunity-Mission eingestellt

BerlinDie US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die Mission ihres Mars-Rovers Opportunity offiziell für beendet erklärt. Nasa-Experten erklärten am Mittwoch (Ortszeit) im kalifornischen Pasadena, sie hätten trotz aller Bemühungen keine Signale mehr von dem Rover empfangen. Ihr „geliebter“ Roboter sei stumm geblieben, daher werde die Mission beendet.

Am 10. Juni vergangenen Jahres hatte Opportunity seine bislang letzte Nachricht geschickt. Kurz danach überzog ein gigantischer Staubsturm den Planeten. Nach dessen Ende gelang es dem Kontrollzentrum nicht mehr, Kontakt zu dem Rover aufzunehmen.

Opportunity war im Juli 2003 an Bord einer Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet und rund ein halbes Jahr später auf dem Mars gelandet – wenige Tage nach seinem baugleichen Zwilling Spirit, zu dem die Nasa bereits 2010 den Kontakt verloren hatte.

Nach der Landung rollte der rund 185 Kilo schwere, sechsrädrige Opportunity gemächlich über den Planeten – nicht ohne Zipperlein, aber mit bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Eigentlich war seine Mission nur auf 90 Tage angelegt gewesen. Am Ende wurden es rekordverdächtige 15 Jahre.

Als der Mars-Rover landete
Mars Curiosity
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Am 6. August 2012 um 7.31 Uhr MESZ, landete der Nasa-Rover Curiosity (hier ein Modell) auf dem Mars ...

(Foto: dpa)
Mars Curiosity
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...und funkte erste Bilder von der Oberfläche des Roten Planeten zur Erde.

(Foto: dpa)
Xavier Cabrera of New York, celebrates while watching a live broadcast of the NASA Mission Control center, as the planetary rover "Curiosity" lands on Mars, in Time Square
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Die von der Nasa mit großem Aufwand beworbene Marslandung war ein nationales Großereignis und lockte zahlreiche Schaulustige an. Auf Großbildleinwänden wie hier auf dem Times Square in New York...

(Foto: Reuters)
Jasper Goldberg, 22, and Andreas Bastian, 22, watch a live broadcast of the NASA Mission Control center, as the planetary rover "Curiosity" lands on Mars, in Time Square
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...verfolgten die Menschen das Geschehen anhand der Live-Bilder der US-Weltraumbehörde.

(Foto: Reuters)
Mars Curiosity
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Im Nasa-Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien)...

(Foto: dapd)
Collins waits during the "seven minutes of terror" as the Mars science rover Curiosity approaches the surface of Mars, prior to a successful landing, at Jet Propulsion Laboratory in Pasadena
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...herrschte in den Minuten des hoch komplizierten Landemanövers gespannte Erwartung.

(Foto: Reuters)
Mars Curiosity lands
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Auch Nasa-Chef Charles Bolden war die Anspannung in den entscheidenden Minuten anzusehen.

(Foto: dpa)

Hauptaufgabe des Rovers war die Suche nach Beweisen für die frühere Existenz von Wasser auf dem Mars, was als eine Voraussetzung für die Entstehung von Leben gilt. Während seiner langen Erkundungsphase lieferte Opportunity zahlreiche Erkenntnisse darüber, wie die Mars-Oberfläche beschaffen ist.

Der Rover entdeckte dabei tatsächlich auch Mineralien, die darauf schließen lassen, dass es mal Wasser auf dem Mars gegeben hat. Im Laufe der Zeit schickte Opportunity mehr als 217.000 Fotos zur Erde, die uns eine Vorstellung davon geben, wie der Rote Planet aus der Nähe aussieht.

2007 hatte Opportunity einen noch viel größeren Sturm unbeschadet überstanden. Doch von dem jüngsten Staubsturm erholte sich der Rover nicht. Opportunity brauchte Sonnenenergie, um seine Batterien aufzuladen – und der Sturm ließ so gut wie keine Sonnenstrahlen mehr durch. Deswegen versetzte sich der Rover in den Ruhemodus, aus dem er nicht mehr aufwachte.

In den vergangenen Monaten hatten die Wissenschaftler der Raumfahrtbehörde alles versucht, um Opportunity wieder zu aktivieren. Doch alle Bemühungen liefen ins Leere. Am Dienstag hatten die Nasa-Experten schließlich einen letzten Kontaktversuch gestartet – wieder vergeblich.

Projektmanager John Callas sagte, man habe jeden zumutbaren technischen Aufwand betrieben, um den Roboter zu retten. Doch die Wahrscheinlichkeit, noch ein Signal von ihm zu empfangen, sei zu gering, diese Bemühungen fortzusetzen.

Unter dem Hashtag #ThanksOppy postete die Nasa am Mittwoch mehrere Tweets zum Abschied von ihrem Roboter. US-Vizepräsident Mike Pence schrieb bei dem Kurznachrichtendienst Twitter, der Rover habe die Schönheit und Wunder des Mars offengelegt: „Du hast das Land stolz gemacht!“

Trotz des Verlusts von Opportunity geht die Mars-Forschung mit autonomen Robotern weiter. Aktuell rollt der Nasa-Rover Curiosity über den Planeten, ein Ende seiner ursprünglich auf zwei Jahre angesetzten Mission ist nicht absehbar.

Im vergangenen November landete zudem der Nasa-Roboter Insight auf dem Planeten. Er soll das Innenleben des Mars erkunden, indem er eine Sonde in den Boden treibt. Das nötige Werkzeug dazu, die in Deutschland entwickelte Raumsonde HP3, konnte der Roboterarm des Landers jüngst erfolgreich auf dem Mars-Boden platzieren.

  • tt
  • dpa
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