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Raumfahrt Nasa-Rover „Perseverance“ auf dem Mars gelandet

Der Roboter hat nach fast sieben Monaten auf dem Roten Planeten aufgesetzt. Seine Mission soll Aufschluss darüber geben, ob es jemals Leben auf dem Mars gegeben hat.
19.02.2021 - 03:34 Uhr Kommentieren
Für die Nasa ist die Mondlandung ein wichtiger Erfolg zur Erforschung des Roten Planeten. Quelle: dpa
Mitarbeiter des Perseverance-Rover-Teams der NASA jubeln in der Missionskontrolle.

Für die Nasa ist die Mondlandung ein wichtiger Erfolg zur Erforschung des Roten Planeten.

(Foto: dpa)

Washington Der US-Rover „Perseverance“ ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. „Landung bestätigt“, hieß es am Donnerstag aus dem Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena – und unter den Ingenieuren und Wissenschaftlern brandete Applaus und Jubel auf. Schon wenige Minuten nach der Landung schickte „Perseverance“ erste pixelige Schwarz-Weiß-Fotos – darauf zu sehen sind unter anderem Schatten und Räder des Rovers sowie Oberfläche und Horizont des Mars.

„Was für ein wundervoller Tag“, sagte der kommissarische Nasa-Chef Steve Jurczyk. „Was für ein wundervolles Team, das durch alle Widrigkeiten und Herausforderungen gearbeitet hat, die die Landung eines Mars-Rovers mit sich bringen – und dann auch noch die Herausforderungen der Corona-Pandemie.“ US-Präsident Joe Biden gratulierte allen Beteiligten über Twitter zur erfolgreichen Landung: „Heute ist wieder bewiesen worden, dass mit der Kraft von Wissenschaft und amerikanischem Einfallsreichtum nichts unmöglich ist.“

Der im Juli 2020 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus gestartete Roboter setzte – nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern – mit einem riskanten und mehrminütigen Manöver in einem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See namens „Jezero Crater“ auf. Diesen See mit einem Durchmesser von etwa 45 Kilometern soll „Perseverance“ (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) in den kommenden zwei Jahren untersuchen. Der Rover sei ersten Erkenntnissen zufolge nach der Landung in gutem Zustand, sagte Nasa-Manager Matt Wallace.

Die Entwicklung und der Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teuren Roboters hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen. Zudem solle der Roboter bei den Vorbereitungen für die in den 2030er Jahren geplante bemannte Erkundung des Mars helfen, sagte der kommissarische Nasa-Chef Jurczyk. „Diese Landung ist einer dieser Schlüsselmomente für die Nasa, die USA und die globale Weltraumforschung.“

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    An Bord hat der rund 1.000 Kilogramm schwere Roboter von der Größe eines Kleinwagens unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente, 23 Kameras, einen Laser – und er wartet mit zahlreichen Nasa-Premieren auf: Erstmals wurden mit „Perseverance“ Mikrofone auf den Mars geschickt, erstmals ein kleiner Hubschrauber, und erstmals sollen in einer gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrt-Agentur Esa entwickelten Mission Proben vom Mars zurück zur Erde gebracht werden.

    „Das Team rastet völlig aus, das ist alles so surreal“

    Der Rover mit dem Spitznamen „Percy“ ist so groß wie ein Auto und wird mit Plutonium angetrieben. Er soll mit seinem zwei Meter langen Greifarm Bohrungen vornehmen und Gesteinsproben einsammeln, die vielleicht Spuren früheren mikroskopischen Lebens enthalten. Drei bis vier Dutzend Proben in der Größe eines Kreidestücks sollen in Röhren abgefüllt werden. Eine weitere Raumsonde soll die Proben mit einem eigenen Rover abholen und bis 2031 zur Erde bringen.

    Für die beteiligten Wissenschaftler geht es um essenzielle Fragen der Menschheit. „Sind wir allein in dieser endlosen kosmischen Wüste, fliegen nur durch den Raum, oder ist Leben viel weiter verbreitet? Kommt es hervor, wann immer und wo immer die Bedingungen passen?“, fragt der stellvertretende Projektleiter Ken Wilford. „Große, grundlegende Fragen, und wir kennen noch nicht die Antworten. Wir stehen also wirklich davor, in der Lage zu sein, möglicherweise diese enormen Fragen zu beantworten.“

    Wegen der Corona-Pandemie war nur rund die Hälfte der Nasa-Mitarbeiter im Kontrollzentrum anwesend, die normalerweise bei einem solchen Manöver dort arbeiten würden. Sie trugen Masken mit einem Bild des Rovers darauf, hielten Abstand voneinander und umarmten sich nach Bestätigung der erfolgreichen Landung nicht wie üblich, sondern stießen im Jubel lediglich ihre Fäuste gegeneinander.

    „Das Team rastet völlig aus, das ist alles so surreal“, sagte Chef-Ingenieur Rob Manning. Die große Plastikdose Erdnüsse, die vor einem solchen Landeversuch normalerweise herumgereicht wird und Glück bringen soll, sei durch individuelle Päckchen für jeden ersetzt worden, hatte er zuvor verraten. Nasa-Manager Thomas Zurbuchen zerriss bei einer Pressekonferenz wenige Stunden nach der erfolgreichen Landung symbolisch den für ein Scheitern der Mission erstellten und auf Papier ausgedruckten Notfallplan.

    „Perseverance“ ist bereits der fünfte Rover, den die Nasa zum Mars gebracht hat – zuletzt war 2012 „Curiosity“ dort angekommen. Insgesamt war bislang allerdings nicht einmal die Hälfte aller weltweit gestarteten Mars-Missionen erfolgreich. In der vergangenen Woche waren kurz hintereinander Raumsonden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus China erfolgreich in die Umlaufbahn des Planeten eingeschwenkt. „Al-Amal“, die Sonde der Vereinigten Arabischen Emirate, soll nicht landen, das Aufsetzen des chinesischen Raumschiffs „Tianwen 1“ ist in zwei bis drei Monaten geplant.

    „Ich bin sicher auf dem Mars“, hieß es nach der Landung auf dem Twitter-Account von „Perseverance“. „Durchhaltevermögen bringt dich überall hin.“ Auch auf dem Twitter-Profil der Nasa wurde die Landung bestätigt – mit dem Zusatz: „Der Countdown zum Mars ist abgeschlossen, aber die Mission hat gerade erst begonnen.“

    Mehr: Mit „Perseverance“ landet ein neuer Rover auf dem Mars. Erstmals könnte dort eine Art Drohne fliegen. Deutsche Technik spielt dabei eine Schlüsselrolle.

    • dpa
    • ap
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