Raumsonde Cassini Forscher entdecken Ozean auf Saturn-Mond

Wissenschaftler haben einen unterirdischen Ozean auf dem Saturn-Mond Enceladus nachgewiesen. Das acht Kilometer tiefe Meer könnte ähnliche Voraussetzungen für die Entstehung von Leben bieten wie die frühe Erde.
Kommentieren
Die südliche Polarregion von Enceladus mit ihren charakteristischen Wasserdampf-Fontänen. Forscher vermuten unter dem Eispanzer des Mondes einen Ozean. Quelle: dpa

Die südliche Polarregion von Enceladus mit ihren charakteristischen Wasserdampf-Fontänen. Forscher vermuten unter dem Eispanzer des Mondes einen Ozean.

(Foto: dpa)

Washington/RomUnter dem Eispanzer des Saturnmonds Enceladus schwappt ein unsichtbarer Ozean. Das bestätigen Messungen der Saturnsonde „Cassini“ der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Das unterirdische Meer auf dem kleinen Saturnmond besitzt demnach etwa so viel Wasser wie der größte der fünf Großen Seen Nordamerikas, der Lake Superior.

In dem Ozean auf Enceladus könnten möglicherweise lebensfreundliche Bedingungen herrschen, berichtet ein Forscherteam um Luciano Iess von der Sapienza-Universität Rom im US-Fachjournal „Science“. Hinweise auf Leben haben die Forscher aber weder gesucht noch gefunden.

Nur ein kleiner Fleck im All
Cassini snaps photo of the Earth
1 von 10

Dieser Schnappschuss von Erde und Mond (Pfeil) ist der Raumsonde Cassini geglückt. Die eigentlich zur Erkundung des Planeten Saturn ausgeschickte Sonde befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahme rund 1,4 Milliarden Kilometer von unserem Heimatplaneten entfernt.

Möglich wurde der Schnappschuss, weil die Sonne zum Zeitpunkt der Aufnahme hinter dem Planeten stand, dessen Rand man oben links erkennt, zusammen mit einem Teil seines bekannten Ringsystems. Bei einer anderen Sonnenposition wären Erde und Mond durch das Licht unseres Zentralgestirns überstrahlt worden.

Cassini snaps photo of the Earth
2 von 10

Auf diesem ebenfalls von Cassini gemachten Bild sind die Erde als strahlend heller Fleck und der Mond als Punkt links unter ihr zu erkennen. Cassini war im Juli 2004 nach einer siebenjährigen Reise über 3,5 Milliarden Kilometer in eine Umlaufbahn um den Saturn eingeschwenkt.

Die Raumsonde, ein Gemeinschaftsprojekt von Nasa und der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, ist keineswegs das erste Raumschiff, das unseren Heimatplaneten aus großer Distanz ablichtete. Die folgende Auswahl präsentiert einige interessante Ansichten des blauen Planeten aus dem All.

Erde aus dem All
3 von 10

Dieses 1972 von Astronauten der Nasa-Mondmission Apollo 17 gemachte Bild ist ein echter Klassiker. Als "Blue Marble" - so der Titel des Fotos - präsentierte sich die Erde den Raumfahrern aus einer Distanz von 45.000 Kilometern.

Erde aus dem All
4 von 10

Neil Armstrong und Buzz Aldrin waren nicht nur die beiden ersten Menschen auf dem Mond, sie konnten auch als erste Betrachter diesen Anblick genießen: Die Erde geht über dem Mondhorizont auf. Klar, dass sie von diesem Ereignis ein Foto zur Erde funkten.

Erde aus dem All
5 von 10

Erde und Mond auf einem Bild vereint - was uns heute alltäglich erscheint, war in den frühen Tagen der Raumsonde Voyager 1 eine Sensation. Am 18. September 1977 funkte die Sonde diesen Schnappschuss aus gut 11 Millionen Kilometern zur Erde, um sich dann auf ihre weite Reise durch das Sonnensystem zu machen.

Erde aus dem All
6 von 10

Ein gutes Stück näher war die Sonde Galileo, als sie auf ihrem Weg zum Jupiter einen Blick zurück auf Erde und Mond warf. Doch nicht nur die geringere Distanz zwischen Kamera und Motiv - "nur" rund 6 Millionen Kilometer - sorgte für eine höhere Bildqualität im Vergleich zum Voyager-Bild, auch die Technik war ein gehöriges Stück weiter - das Galileo-Bild entstand 1992.

Erde von der Marsoberfläche aus gesehen
7 von 10

Zugegeben, besonders eindrucksvoll wirkt die Erde auf diesem Bild nicht gerade. Und doch hat diese Aufnahme aus dem Jahr 2004 großen historischen Wert: Erstmals wurde unser Heimatplanet von der Oberfläche eines anderen Planeten aus fotografiert. Den kleinen Lichtpunkt am Himmel über dem Planeten Mars fing die Kamera des Nasa-Rovers Spirit ein. Zum Zeitpunkt der Aufnahme betrug die Entfernung zwischen beiden Planeten rund 65 Millionen Kilometer.

Der unterirdische Ozean liegt den Daten zufolge etwa 30 bis 40 Kilometer unter dem Eis am Südpol von Enceladus und ist selbst etwa 8 Kilometer tief. Vermutlich erstrecke er sich bis in mittlere Breiten von etwa 50 Grad Süd, schreiben die Wissenschaftler. Der Ozean könnte die Quelle für die spektakulären Eis-Geysire sein, die „Cassini“ 2005 völlig überraschend auf dem Saturnmond entdeckt hatte.

Enceladus hat einen Durchmesser von rund 500 Kilometern. Wie etwa beim Saturnmond Titan und dem Jupitermond Europa war auf ihm schon länger ein unterirdischer Ozean vermutet worden. Es hatte auch bereits Hinweise darauf gegeben.

„Mit geophysikalischen Messungen konnten wir bestätigen, dass unter der Oberfläche an Enceldaus' Südpolregion ein großer Ozean liegt“, so Co-Autor David Stevenson vom California Institute of Technology (Caltech) in einer Mitteilung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS). Sie gibt das Journal „Science“ heraus.

Möglicherweise lebensfreundliche Bedingungen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Raumsonde Cassini: Forscher entdecken Ozean auf Saturn-Mond"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%