Raumsonde Rosetta Kometen-Landung im Labor

Seit neun Jahren ist die Raumsonde Rosetta unterwegs zu einem fernen Kometen. Dort angekommen, soll ihr Lander Philae auf dem kosmischen Brocken aufsetzen. Ein kniffliges Manöver, für das Ingenieure jetzt schon üben.
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Im Mai 2014 soll die Raumsonde Rosetta den Kometen erreichen. Quelle: ap

Im Mai 2014 soll die Raumsonde Rosetta den Kometen erreichen.

(Foto: ap)

BremenPhilae trainiert schon kräftig für den großen Moment. Auf hartem Boden, auf Sand, in Schräglage oder auf der Ebene. Im November 2014 soll die Landeeinheit der Raumsonde Rosetta auf einem weit entfernten Kometen landen. Es wäre das erste Mal in der Raumfahrtgeschichte.

Damit dabei nichts schief geht, testen Experten am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen zurzeit alle erdenklichen Szenarien durch - allerdings nur an einem Nachbau. Denn Philae ist längst auf dem Weg durchs All.

Die Landung auf dem Himmelskörper soll der Höhepunkt der Rosetta-Mission sein, die sich die Europäer eine Milliarde Euro kosten lassen. „Die Mission ist extrem wichtig“, sagt Andrea Accomazzo, der zuständige Leiter bei der Europäischen Weltraumagentur Esa. „Wenn wir die Kometen besser verstehen, wissen wir mehr über die Entstehung unseres Sonnensystems. Das ist wie Archäologie im Weltall.“

Seit März 2004 fliegt Rosetta dem Kometen mit dem sperrigen Namen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ entgegen. Mehr als zehn Jahre später soll sie dort endlich eintreffen. Dann beginnt der kritischste Teil der Mission. „Wir wissen fast nichts von dem Kometen“, sagt Accomazzo. Muss die Landeeinheit „Philae“ auf Gesteinsbrocken und Geröll landen? Oder bedecken Sand oder Schnee den Kometen? Da bleibt nur eins: Auf alles vorbereitet sein.

Im DLR-Labor baumelt das etwa kühlschrankgroße Landegerät gerade an einem mächtigen Roboterarm über drei Kübeln, die mit Quarzsand gefüllt sind. Raumfahrtingenieur Silvio Schröder drückt eine Taste auf der Steuerkonsole, und Philae saust herab - mit den Füßen direkt in die Kübel. Sofort bohren sich dicke Schrauben in den Sand. Sie sollen die Sonde auf weichen Oberflächen fest verankern.

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