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Rekordspringer Joe Kittinger Ein Pionier des freien Falls

36 Kilometer tief will Felix Baumgartner fallen und damit den Rekord des US-Piloten Joe Kittinger auslöschen. Der stürzte sich einst im Dienst der Forschung in die Tiefe – mit beinahe fatalen Folgen.
14.10.2012 - 09:40 Uhr Kommentieren
Der Sprung, der Joe Kittinger berühmt machte: Am 16. August 1960 stürzte er sich in gut 31 Kilometer Höhe aus der Gondel seines Ballons. Quelle: dapd

Der Sprung, der Joe Kittinger berühmt machte: Am 16. August 1960 stürzte er sich in gut 31 Kilometer Höhe aus der Gondel seines Ballons.

(Foto: dapd)

Düsseldorf 13 Minuten und 45 Sekunden – so lange benötigte Joseph William Kittinger, um von einem unbekannten Testpiloten der US Air Force zu einer Legende der Luftfahrt zu werden. An einem Fallschirm hängend, landete er vor mehr als 50 Jahren in der Wüste von New Mexico, 13 Minuten und 45 Sekunden nachdem er aus der Gondel eines Ballons ausgestiegen war. Es war dieser Ausstieg, der Kittingers Ruhm begründete: Aus 31 Kilometern Höhe hatte noch niemand zuvor einen Fallschirmsprung gewagt – und niemand danach. Wenn der Österreicher Felix Baumgartner seinen für Sonntag geplanten Sprung aus 36 Kilometern Höhe erfolgreich absolviert, wird es Kittingers Weltrekord sein, den er bricht.

Wir blicken ins Jahr 1960: Noch haben Menschen den Weltraum nicht erobert, Juri Gagarins legendäre Erdumrundung wird die Öffentlichkeit erst ein Jahr später elektrisieren.  Doch es gibt mehr als genug zu erforschen über das, was mit Menschen in großer Höhe passieren kann. Flugzeuge stoßen längst in Regionen jenseits der 20-Kilometer-Grenze vor – Höhen, in denen menschliches Leben ohne Schutzanzug und zusätzlichen Sauerstoff nicht möglich ist.

Um die Auswirkungen solch extremer Luftreisen genauer zu erforschen, sucht die US Air Force Mitte der 50er-Jahre Freiwillige. Kittinger, zu diesem Zeitpunkt bereits ein erfahren Kampfjet-Pilot, meldet sich. Und kratzt bald danach im Helium-Ballon an der Grenze zum Weltraum.

Auf 29.500 Meter steigt sein Fluggerät am 2. Juni 1957, während Kittinger eifrig Daten sammelt über mögliche Auswirkungen kosmischer Strahlung auf den Körper. Als erstem Menschen wird ihm bei diesem Rekordflug der Anblick der Erdkrümmung zuteil – spätestens jetzt hat sich die Sache mit der Scheibe endgültig erledigt.

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    Kittingers Rekord für den höchsten Flug eines Menschen hält kaum einen Monat: Sein Kollege David Simons absolviert am 19. August 1957 einen weiteren Testflug, der ihn bis auf 30.900 Meter bringt.  Doch dem entthronten Höhen-Champion tun sich bald neue Möglichkeiten auf: Die Air Force sucht nach Wegen, ihre Piloten auch bei Notfällen in großer Höhe sicher auf den Boden zu bringen.

    1959 meldet sich Kittinger zum Projekt Excelsior, einer Serie von Sprüngen aus Höhen über 20 Kilometer, bei denen ein neuartiges Fallschirmsystem für Notausstiege getestet werden soll.

    Sein erster Sprung wäre fast auch sein letzter gewesen
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