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Riskanter Weltraumeinsatz Robinsons Weltraum-Abenteuer erfolgreich

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Die beiden Streifen hätten sich leicht zwischen den Hitzeschutzkacheln herausziehen lassen, sagte Astronaut Robinson. Foto: Nasa

Die beiden Streifen hätten sich leicht zwischen den Hitzeschutzkacheln herausziehen lassen, sagte Astronaut Robinson. Foto: Nasa

Nie gekannte Verantwortung lastete auf Robinson

Mit seinem Ausstieg aus der Luke der Raumstation ISS lastete auf Astronaut Steve Robinson am Mittwoch also eine nie gekannte Verantwortung: Als erster Mensch in der Geschichte der Raumfahrt musste er das Raumschiff, das ihn zurück zur Erde bringen soll, per Außeneinsatz im Weltall reparieren. Wäre er dabei gescheitert, hätten die Chancen schlecht gestanden, dass Robinson und die übrigen Crewmitglieder an Bord der Raumfähre Discovery zur Erde zurückkehren.

Wayne Hale, stellvertretender Projektleiter für die Shuttle-Flüge, räumte ein, dass der Erfolg der Mission schwer abzuschätzen gewesen sei. Die Arbeit könnte sich unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit und der hohen Geschwindigkeiten im All als äußerst schwierig erweisen.

Astronauten haben bei all ihren Außenbordeinsätzen noch nie die Unterseite einer Raumfähre im All inspiziert und auch noch nie während eines Fluges am Hitzeschild gearbeitet. Schon kleine Fehler, etwa eine kurze Unachtsamkeit bei der Bedienung des Roboterarms, würde die Situation der Discovery weiter verschlimmern.

Dass sich die Nasa trotzdem zur Reparatur entschlossen hatte, zeigt, wie angespannt die Situation der Discovery derzeit eingeschätzt wird. Für die Weltraumbehörde ist Robinsons Einsatz gewissermaßen der Griff zum vorletzten Strohhalm.

Im Falle eines Scheiterns wären der siebenköpfigen Discovery-Crew nur zwei Optionen geblieben: Entweder sie nimmt mit einem lädierten Raumschiff Kurs zur Erde und hofft, dass die Schäden am Hitzeschild weniger gravierend sind als beim verunglückten Schwesterschiff Columbia. Das war vor zweieinhalb Jahren zerborsten, als beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre heißes Gas durch einen Riss im Hitzeschild strömte. Alle sieben Astronauten fanden damals den Tod.

Die andere Möglichkeit wird im Nasa-Jargon „Save Haven“ (sicherer Hafen) genannt. Dabei bleiben die Astronauten an Bord der Raumstation ISS, bis sie ein anderes Raumschiff abholt und zur Erde zurück bringt. Die Discovery wird aufgegeben, von der Station abgetrennt und über einem abgelegenen Meeresgebiet kontrolliert zum Absturz gebracht. So weit die Theorie.

Praktisch stößt das „Hafen“-Konzept allerdings auf kaum zu bewältigende Probleme. Denn der Nasa fehlt ein Rettungsschiff, das die Astronauten zur Erde zurückbringen kann. Zwar verfügt die ISS über eine permanent angedockte Sojus-Kapsel, um im Notfall die Stationscrew zu evakuieren. Doch das russische Raumschiff bietet nur Platz für drei Astronauten.

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