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Rücktritt als CEO Um diese Projekte kann sich Amazon-Gründer Jeff Bezos jetzt mehr kümmern

Weltraum, Wohltätigkeit und „Washington Post“: Nach seinem Rückzug als CEO bleibt dem Multimilliardär mehr Zeit für seine „Hobbys“. Eine Übersicht.
03.02.2021 - 15:29 Uhr Kommentieren
Seit jüngster Kindheit beschäftigt sich Jeff Bezos mit dem All. Quelle: Reuters
Club for the Future

Seit jüngster Kindheit beschäftigt sich Jeff Bezos mit dem All.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Was macht Jeff Bezos jetzt? Der 57-Jährige tritt als Vorstandsvorsitzender Amazons zurück. Dem Unternehmen, das er einst gründete, bleibt er als Executive Chairman, also als Vorsitzender des Verwaltungsrats, erhalten. Und in dieser Funktion wird er weiterhin viel Einfluss auf den Internetkonzern und dessen Geschäftsmodell haben.

Aber: Bezos will mehr Zeit für andere Dinge haben, wie er in seiner Abschieds-E-Mail an seine Mitarbeiter schrieb. „Ich hatte nie mehr Energie als heute, und ich gehe nicht in den Ruhestand“, erklärte der Manager, der erst kürzlich von Elon Musk als reichster Mensch der Welt abgelöst wurde. Und Bezos nannte einige Projekte, darunter einige unternehmerische Teilzeitaktivitäten, die er sich während seiner Amazon-Zeit nebenher geleistet hat. Eine Übersicht, was den Multimilliardär nun umtreiben könnte.

Blue Origin – der Traum vom Weltraum

Bezos gründete Blue Origin vor zwanzig Jahren mit dem Ziel, den Zugang zum Weltraum preiswerter und einfacher zu machen. Die Firma mit Sitz in der Nähe von Seattle beschäftigt 3.500 Mitarbeiter und baut wiederverwendbare Raketen wie die New Glenn oder New Shepard, mit der in diesem Jahr Touristen ins All geflogen werden sollen.

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    Blue Origin arbeitet auch zusammen mit den Rüstungsunternehmen Lockheed Martin, Northrop Grumman und dem Forschungslabor Draper am Mondlandemodul „Blue Moon“. Das ist Teil des Artemis-Projekts der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde will bis 2024 wieder Astronauten auf den Mond schicken.

    Jedes Jahr verkauft Bezos Amazon-Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar, um Blue Origin zu finanzieren. Das Tagesgeschäft führt der erfahrene Raumfahrtingenieur Bob Smith. Bezos soll sich vor seinem Rücktritt jeweils einen Tag in der Woche mit Blue Origin beschäftigt haben – das könnte jetzt mehr werden.

    Das Raumfahrprojekt des Jeff Bezos. Quelle: AFP
    Blue Moon

    Das Raumfahrprojekt des Jeff Bezos.

    (Foto: AFP)

    Seit jüngster Kindheit beschäftigt sich Bezos mit dem All, ist großer Star-Trek-Fan und Science-Fiction-Leser. Die Menschheit in neue Welten bringen, Kolonien aufbauen, davon spricht der Amazon-Chef wie selbstverständlich und nennt Blue Origin seine „wichtigste Arbeit“.

    Kuiper Systems – Internet aus dem All

    Die Firma ist eine 2019 gegründete Tochtergesellschaft Amazons. Mit dem „Projekt Kuiper“ will Bezos mehr als 3200 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn platzieren. Der kurze Abstand ermöglicht überall auf der Welt eine schnelle Internetverbindung. Kostenpunkt: zehn Milliarden Dollar.

    Kuiper Systems stellte vor wenigen Wochen die für den Internetempfang notwendigen Kundenterminals und Antennen vor, schickte allerdings noch keine Satelliten ins All. Die Genehmigung der US-Kommunikationsaufsicht FCC für das Projekt steht unter der Auflage, bis Mitte des Jahres 2026 die Hälfte der künstlichen Trabanten in den Orbit gebracht zu haben. Mitte 2029 soll das Projekt abgeschlossen sein.

    Die Idee ist nicht neu – und wird kritisiert. Über das Vorhaben war Elon Musk alles andere als begeistert, beschimpfte Bezos als Nachäffer. Musk arbeitet bereits seit längerer Zeit mit seiner Raumfahrtfirma Space X an dem Projekt Starlink. Starlink platzierte bereits rund 1000 Satelliten und bietet in Teilen der USA, Kanadas und Englands Internetverbindungen an. Auch in Deutschland soll es bald so weit sein.

    Grafik

    Der Chef von Kuiper Systems ist Rajeev Badyal. Der Elektroingenieur war zuvor „Vice President Satellites“ bei Space X und verantwortete Starlink bis 2018. Damals wurde er von Musk herausgeworfen, angeblich aus Frust über die zu langsamen Fortschritte.

    Vor wenigen Tagen eskalierte die Konkurrenz nochmals. Amazon protestierte gegen einen Antrag von Space X bei der US-Kommunikationsbehörde, statt wie geplant 1.500 weitere 2.800 Satelliten näher an der Erde kreisen zu lassen. Mit einem verkürzten Abstand verbessert sich das Internetsignal.

    Amazon kritisierte, die geplanten Änderungen würden die Gefahr für Kollisionen sowie für Störungen der Signale erhöhen. Der Antrag sei nicht im öffentlichen Interesse und würde den Wettbewerb untergraben. Der Vorwurf verärgerte Musk, der konterte: „Es liegt nicht im öffentlichen Interesse, Starlink heute zu behindern für ein Amazon Satellitensystem, das im besten Falle mehrere Jahre braucht, um operativ tätig zu werden.“

    Day 1 Fund und Bezos Earth Fund – Klimawandel als Bedrohung

    In seiner Abschieds-E-Mail führte Bezos den Day 1 Fund sowie den Bezos Earth Fund als erste Projekte an, auf die er mehr „Zeit und Energie“ verwenden will. Mit der Stiftung Day 1 Fund will Bezos Obdachlosigkeit bekämpfen, 2018 stellte er dafür zwei Milliarden Dollar zur Verfügung. Das Geld wird an gemeinnützige Stiftungen verteilt, die Obdachlosenheime und Kindergärten in strukturschwachen Stadtgebieten bauen.

    Der Bezos Earth Fund wurde erst vor gut einem Jahr mit einem Stiftungskapital von zehn Milliarden Dollar aus der Taufe gehoben. Um die Stiftung kümmert sich auch die Schauspielerin Lauren Sánchez, Bezos' Lebensgefährtin. Im vergangenen November tätigte Bezos Earth Fund seine erste Spende, vergab knapp 800 Millionen Dollar an verschiedene Umweltorganisationen wie World Wildlife Fund (WWF) oder Nature Conservancy. „Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten“, sagte Bezos schon vor Jahren.

    Washington Post„ – Digitalisierung einer Zeitung

    Das Staunen war groß, als Bezos 2013 für 250 Millionen Dollar die „Washington Post“ kaufte. Die Zeitung hat zwar einen großen Namen, kämpfte damals aber mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

    Jeff Bezos kümmert sich nur um strategische und technologische Entwicklung. Quelle: AP
    Washington Post

    Jeff Bezos kümmert sich nur um strategische und technologische Entwicklung.

    (Foto: AP)

    Seitdem änderte sich einiges. Mit einer Ausrichtung auf digitale Kanäle schreibt die „Post“ schwarze Zahlen, vergrößerte ihre Redaktion von 580 auf mehr als 1000 Mitarbeiter. Laut Medienberichten besitzt die Zeitung mehr als drei Millionen digitale Abonnenten, rund dreimal so viele wie 2016.

    Die Zeitung erschließt sich zudem neue Geschäftsfelder wie Entwicklung und Vertrieb von Software wie Zeus Performance. Mit der können Zeitungen und Medien ihre Websites schneller laufen lassen und besser Anzeigen platzieren. Verschiedene Lokalzeitungen wie „Dallas Morning News“ sind Kunden.

    Bezos mischt sich laut Experten nicht in redaktionelle Inhalte ein, kümmert sich nur um strategische und technologische Entwicklung. Die Präsidentschaft von Donald Trump war für ihn keine leichte Zeit. Der Politiker griff Bezos immer wieder an, entzog Journalisten der „Washington Post“ die Akkreditierung zum Weißen Haus und bezeichnete das Blatt als Lobbygruppe von Amazon. Allerdings gilt die Schmähung durch den Ex-Präsidenten ähnlich wie bei der „New York Times“ als Treiber der Neukundenzahlen.

    Mehr: Neuer Amazon-Chef – Das ist Andy Jassy.

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