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Russische Pipelines umweltfreundlicher als ihr Ruf

Aus russischen Gasleitungen entweicht weit weniger klimaschädliches Methangas als bislang angenommen. Das ergab eine Studie von Forschern des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz für das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

dpa MAINZ/LONDON. Aus russischen Gasleitungen entweicht weit weniger klimaschädliches Methangas als bislang angenommen. Das ergab eine Studie von Forschern des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz für das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Nur rund 1,4 Prozent Gas entweichen beim Transport durch russischen Pipelines, wie die Forscher nach Messungen an 2 400 Rohrkilometern feststellten. Damit seien Schätzungen widerlegt, wonach zehn Prozent Gas entwichen und damit erhebliche Klimabelastungen darstellten, berichtet das Team um Jos Lelieveld im britischen Fachjournal „Nature“ (Bd. 434, S. 841) vom Donnerstag.

Die insgesamt rund 5 000 Kilometer langen Pipelines in Russland seien auf einem vergleichbaren Standard wie die in den USA, heißt es in dem Bericht weiter. Russland sei vor den USA der weltweit größte Erdgaserzeuger und größte Gaslieferant an die Europäischen Union.

Erdgas besteht fast vollständig aus dem Molekül Methan (CH4). Dieses ist für das Klima 21 Mal schädlicher als Kohlendioxid (CO2). Würden beim Transport des Brennstoffes große Mengen Methan aus lecken Rohren oder Pumpstationen entweichen, würde dies die Bilanz von Erdgas verschlechtern, das im Vergleich zu Kohle und Öl als vergleichsweise umweltfreundlich gilt. In Erwartung einer weiteren Reduzierung der Methan-Emissionen des russischen Exportnetzes sei Erdgas der fossile Energieträger mit den mit Abstand geringsten Treibhausgasemissionen, geht aus den Ergebnissen der Studie hervor.

„Wir erwarten mit Spannung die Reaktionen auf diese Ergebnisse“, sagte der Gruppenleiter für globale Beobachtungen am Mainzer Max- Planck-Institut, Carl Brenninkmeijer. Es sei „ein großer Schritt vorwärts“, die bislang nur geschätzten Methan-Entweichungen zu kennen. Derzeit liefen noch entlang russischer Eisenbahnstrecken und in Sumpfgebieten Messungen zu in die Atmosphäre abgegebenem Methan.

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