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Saturnsonde Cassini Abtauchen in die Eiswelt von Enceladus

Mit einem spektakulären Abtauchmanöver soll die Nasa-Raumsonde Cassini die Eisfontänen des Saturnmondes Enceladus untersuchen. Forscher erhoffen sich von dem Manöver Hinweise auf mögliche Spuren von Leben.
27.10.2015 - 11:36 Uhr
Die Illustration zeigt die Raumsonde Cassini am Saturn. Seit Juli 2004 erforscht die amerikanisch-europäische Sonde den Ringplaneten und seine Monde. Quelle: dpa
Raumsonde Cassini

Die Illustration zeigt die Raumsonde Cassini am Saturn. Seit Juli 2004 erforscht die amerikanisch-europäische Sonde den Ringplaneten und seine Monde.

(Foto: dpa)

Washington Unwirtlicher als Enceladus kann ein Himmelskörper eigentlich kaum sein. Der 1789 entdeckte und nach einem Giganten aus der griechischen Mythologie benannte Saturnmond ist eine Eiskugel mit Temperaturen von bis zu minus 240 Grad Celsius. Unter dem dicken Eispanzer des rund 500 Kilometer messenden Mondes schwappt ein Ozean, außerdem gibt es Vulkane und Geysire, die hohe Fontänen aus Wassereispartikeln spucken.

Aber trotz dieser ungemütlichen Fakten suchen Wissenschaftler auf Enceladus nach Formen einfachen Lebens, denn Wasser ist eine Grundbedingung dafür. Wichtige Erkenntnisse dafür erhoffen sie sich von einer spektakulären Abtauch-Mission der Raumsonde Cassini an diesem Mittwoch (16.22 Uhr MEZ). Auf rund 50 Kilometer soll sich die unbemannte Sonde dem Enceladus nähern und so tief wie nie zuvor in seine Eispartikelwolken tauchen.

Nur ein kleiner Fleck im All
Cassini snaps photo of the Earth
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Dieser Schnappschuss von Erde und Mond (Pfeil) ist der Raumsonde Cassini geglückt. Die eigentlich zur Erkundung des Planeten Saturn ausgeschickte Sonde befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahme rund 1,4 Milliarden Kilometer von unserem Heimatplaneten entfernt.

Möglich wurde der Schnappschuss, weil die Sonne zum Zeitpunkt der Aufnahme hinter dem Planeten stand, dessen Rand man oben links erkennt, zusammen mit einem Teil seines bekannten Ringsystems. Bei einer anderen Sonnenposition wären Erde und Mond durch das Licht unseres Zentralgestirns überstrahlt worden.

(Foto: AFP)
Cassini snaps photo of the Earth
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Auf diesem ebenfalls von Cassini gemachten Bild sind die Erde als strahlend heller Fleck und der Mond als Punkt links unter ihr zu erkennen. Cassini war im Juli 2004 nach einer siebenjährigen Reise über 3,5 Milliarden Kilometer in eine Umlaufbahn um den Saturn eingeschwenkt.

Die Raumsonde, ein Gemeinschaftsprojekt von Nasa und der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, ist keineswegs das erste Raumschiff, das unseren Heimatplaneten aus großer Distanz ablichtete. Die folgende Auswahl präsentiert einige interessante Ansichten des blauen Planeten aus dem All.

(Foto: AFP)
Erde aus dem All
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Dieses 1972 von Astronauten der Nasa-Mondmission Apollo 17 gemachte Bild ist ein echter Klassiker. Als "Blue Marble" - so der Titel des Fotos - präsentierte sich die Erde den Raumfahrern aus einer Distanz von 45.000 Kilometern.

(Foto: Nasa Johnson Space Center)
Erde aus dem All
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Neil Armstrong und Buzz Aldrin waren nicht nur die beiden ersten Menschen auf dem Mond, sie konnten auch als erste Betrachter diesen Anblick genießen: Die Erde geht über dem Mondhorizont auf. Klar, dass sie von diesem Ereignis ein Foto zur Erde funkten.

(Foto: Nasa JSC)
Erde aus dem All
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Erde und Mond auf einem Bild vereint - was uns heute alltäglich erscheint, war in den frühen Tagen der Raumsonde Voyager 1 eine Sensation. Am 18. September 1977 funkte die Sonde diesen Schnappschuss aus gut 11 Millionen Kilometern zur Erde, um sich dann auf ihre weite Reise durch das Sonnensystem zu machen.

(Foto: Nasa/JPL)
Erde aus dem All
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Ein gutes Stück näher war die Sonde Galileo, als sie auf ihrem Weg zum Jupiter einen Blick zurück auf Erde und Mond warf. Doch nicht nur die geringere Distanz zwischen Kamera und Motiv - "nur" rund 6 Millionen Kilometer - sorgte für eine höhere Bildqualität im Vergleich zum Voyager-Bild, auch die Technik war ein gehöriges Stück weiter - das Galileo-Bild entstand 1992.

(Foto: Nasa/JPL)
Erde von der Marsoberfläche aus gesehen
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Zugegeben, besonders eindrucksvoll wirkt die Erde auf diesem Bild nicht gerade. Und doch hat diese Aufnahme aus dem Jahr 2004 großen historischen Wert: Erstmals wurde unser Heimatplanet von der Oberfläche eines anderen Planeten aus fotografiert. Den kleinen Lichtpunkt am Himmel über dem Planeten Mars fing die Kamera des Nasa-Rovers Spirit ein. Zum Zeitpunkt der Aufnahme betrug die Entfernung zwischen beiden Planeten rund 65 Millionen Kilometer.

(Foto: Nasa/JPL/Cornell/Texas A&M)

Cassini ist schon einmal näher an dem Mond vorbeigeflogen, aber den Wassereispartikeln am Südpol ist sie noch nie so nahe gekommen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa spricht daher von einem „historischen Vorbeiflug“.

„Cassini ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine Entdeckungsmaschine“, sagt Nasa-Wissenschaftler Curt Niebur. Und es gibt immer wieder Neues zu erforschen: „Dieses unglaubliche Abtauchen in die Enceladus-Wolke ist eine großartige Chance für uns, um uns zu fragen: Kann eine eisige Meereswelt die Zutaten für Leben beinhalten?“

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    Während des Flugs soll Cassini Fotos machen und die Wassereispartikel mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten an Bord untersuchen: Wie viele spuckt Enceladus und woraus bestehen sie genau?

    Das große Finale folgt 2016
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