Schneller schlau Knochenbrechender Beißer im Dino-Reich

Mit dem Gewicht von drei Kleinwagen ließ Tyrannosaurus rex seine Zähne auf die Beute niederdonnern. Auf die Spur der Beißkraft des Dino-Königs brachten Forscher die heute noch lebenden Nachfahren der Riesenechse.
Seine kräftigen Muskeln (rot) halfen dem Raubsaurier, seine Beute mit kräftigem Biss zu packen. (Foto: Florida State University)
Beißwerkzeug des T. Rex

Seine kräftigen Muskeln (rot) halfen dem Raubsaurier, seine Beute mit kräftigem Biss zu packen. (Foto: Florida State University)

BerlinEr war der König der Dinosaurier und der größte Fleischfresser seiner Zeit: Mehr als 12 Meter groß und bis zu 7 Tonnen schwer konnte Tyrannosaurus rex werden. Was er zwischen seine bis zu 30 Zentimeter langen Zähne bekam, war rettungslos verloren. Denn hinter dem Biss eines T. rex saßen gewaltige Kräfte.

Wie gewaltig, das haben US-Forscher genauer untersucht. Über ihre Ergebnisse berichten sie aktuell im Fachjournal „Scientific Reports“. Demnach dürfte der Biss des Raubsauriers, der vor 66 Millionen Jahren ausstarb, noch deutlich kräftiger gewesen sein, als bislang vermutet worden war.

Der böse Onkel des T. rex
Lythronax argestes
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Er war acht Meter lang, zweieinhalb Tonnen schwer und hatte ein riesiges Maul voller scharfer Zähne – der neu entdeckte Verwandte des berühmten Tyrannosaurus rex. Lythronax argestes, so der Name der furchterregenden Riesenechse, lebte vor etwa 80 Millionen Jahren in Laramidia, einer Landmasse an der Westküste Nordamerikas.

Lythronax argestes, Mark Loewen
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Mark Loewen vom Natural History Museum of Utah entdeckte die neue Dino-Art im Grand Staircase-Escalante National Monument. Sein Team grub im Jahr 2009 Knochen von Schädel, Hüfte, Beinen und Schwanz des Dinosauriers aus.

Lythronax Argestes
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Lythronax sei der älteste Vertreter aus der Familie der Tyrannosauridae, der bisher entdeckt wurde, schreiben die Forscher im  Fachmagazin „PLOS ONE“. T. rex zum Beispiel lebte etwa zehn bis zwölf Millionen Jahre später.

Lythronax Argestes
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Wie viele seiner Verwandten hatte Lythronax sehr kurze Arme. Auffällig sind zudem seine kurze und eher schmale Schnauze sowie der breite Hinterschädel. Die Augen von Lythronax waren nach vorne gerichtet. Er hatte dadurch ein überlappendes Sichtfeld, was für einen Räuber sehr hilfreich war, wie Loewen erläutert. Bisher hatten Experten angenommen, dass diese Kopfform erst zehn Millionen Jahre später entstanden war.

Lythronax Argestes
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Durch den Vergleich mit 54 anderen Arten von fleischfressenden Dinosauriern fanden die Forscher heraus, dass Lythronax am nächsten mit T. rex und mit Tarbosaurus bataar verwandt ist. Sie gehen davon aus, dass sich die Tyrannosauridae schon in der Zeit vor 80 Millionen Jahren in verschiedene Arten aufgespaltet hatten.

Lythronax Argestes
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Damals war der nordamerikanische Kontinent von Nord nach Süd durch ein Meer geteilt, auch Teile der dadurch entstandenen westlichen Landmasse Laramidia lagen wohl für lange Zeit unter Wasser. Einzelne Regionen waren dadurch voneinander isoliert und erlaubten eine unabhängige Entwicklung der Tyrannosauridae. Eine Folge davon war, dass im südlichen Laramidia andere Arten lebten als im Norden der Landmasse - und zwar innerhalb der gleichen Dinosaurier-Gruppen.

Lythronax argestes, Grand Staircase-Escalante National Monument
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Die Fundstelle des neu entdeckten Raubsauriers dürfte nach Einschätzung der Forscher noch zahlreiche weitere Dinosaurier-Überreste birgt. Scott Sampson, Ko-Autor der Studie, bezeichnete das Gebiet als noch „weitgehend unerforschten Dinosaurier-Friedhof“.

Für ihre Studie orientierten sich die Forscher um Gregory Erickson von der Florida State University nicht nur an Fossilien der Raubsaurier, sondern sie entwickelten ein Rechenmodell auf der Basis der Muskeln von Krokodilen, die heute als kräftigste Beißer im Tierreich gelten. Zudem orientierten sie sich an der Anatomie von Vögeln, den heute noch lebenden Nachfahren der Dinosaurier.

Ergebnis: Die Zähne von T. rex donnerten nicht nur mit einer Wucht auf die Beute nieder, die dem Gewicht von drei Kleinwagen entspricht. Sie bauten zugleich auch einen besonders hohen Druck auf: mehr als 30 Tonnen pro Quadratzentimeter.

Weil die kegelförmigen Reißzähne von Tyrannosaurus rex sehr robust waren, konnte der Raubsaurier so die Knochen seiner Opfer zerkleinern und zermalmen. Diese Fähigkeit haben heute nur Säugetiere wie Wölfe und Hyänen, heute lebende Reptilien jedoch nicht.

„Es war diese Knochen-zerschmetternde Fähigkeit, die T.rex dabei half, die Gerippe von großen gehörnten Dinosauriern und Schnabelsauriern ganz und gar auszuschlachten“, so der Paläontologe und Ko-Autor der Untersuchung, Paul Gignac von der Oklahoma State University.

Damit waren die Riesenechsen in der Lage, auch an die in den Knochen vorhandenen Mineral-Salze sowie an das nahrhafte Knochenmark zu gelangen während kleinere, weniger gut gewappnete Raubsaurier-Arten sich diese wertvollen Nahrungsressourcen nicht erschließen konnten.

  • tt
  • dpa
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