Schneller schlau Warum Stonehenge auch Steinhenge heißen könnte

Stonehenge gehört zu England wie Regen, Rugby und die Royals. Umso größer war der Schock, als sich ausgerechnet der "König von Stonehenge" nicht nur als Zugereister entpuppte, sondern sogar als waschechter "Kraut".
Der rätselhafte Steinkreis in Südengland hat die Phantasie vieler Menschen beflügelt. Quelle: ap
Stonehenge

Der rätselhafte Steinkreis in Südengland hat die Phantasie vieler Menschen beflügelt.

(Foto: ap)

Es war einer jener Funde, mit denen es Archäologen gelegentlich bis auf die Titelseiten der Tagespresse schaffen: Im Mai 2002 legten Bagger, die eigentlich das Fundament einer neuen Schule im südenglischen Amesbury ausheben sollten, ein Grab aus der Bronzezeit frei. Nicht irgendein Grab: Der Mann, der hier bestattet lag, musste zu seinen Lebzeiten vor mehr als 4000 Jahren eine sehr wichtige Persönlichkeit gewesen sein.

Darauf deuteten die Beigaben hin, die Archäologen aus dem Grab bergen konnten: Goldene Haarspangen und Ohrringe, dazu sorgfältig gearbeitete Kupfermesser – zu Lebzeiten des Toten ausgesprochene Luxusgegenstände – sowie zahlreiche andere Gaben, die den Fund zum einem der reichsten jemals entdeckten Gräber aus jener fernen Vergangenheit machten. Da die Archäologen zudem Pfeilspitzen fanden, dazu Armschützer, die den Unterarm vor Verletzungen durch eine zurückschnellende Bogensehne bewahren sollten, erhielt der Tote den Namen „Bogenschütze von Amesbury“.

Stonehenges großer Bruder
Stonehenges großer Bruder
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In unmittelbarer Nähe des geheimnisvollen Steinkreises Stonehenge in Südengland haben Wissenschaftler Überreste einer riesigen prähistorischen Anlage entdeckt.

Im Boden versteckt
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Die Steine befänden sich etwa drei Kilometer von Stonehenge entfernt nahe der Steinzeitsiedlung Durrington Walls und seien etwa einen Meter hoch mit Erdreich bedeckt, erklärten Mitarbeiter der Universität Bradford.

Bis zu 90 Steiner
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Versteckt unter der Erde befinden sich hier bis zu 90 stehende Steine, die bis zu viereinhalb Meter hoch sind. Die Anlage könnte ursprünglich jedoch bis zu 200 Steine umfasst haben, vermuten die Forscher. Damit wäre sie die größte bekannte Ruinenstätte aus der Jungsteinzeit.

Älter als Stonehenge
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 Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um eine rituelle Stätte handelt, die älter ist als das rund 4000 Jahre alte Stonehenge.

Steine für Stonehenge
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Bei den Steinen handelt es sich um sogenannte Sarsensteine, wie sie auch für Stonehenge verwendet wurden. Möglicherweise wurden Steine der älteren Anlage bei Errichtung des jüngeren Steinkreises verwendet.

Archäologie ohne Spaten
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Auf die Spur der Anlage kamen die Forscher ohne einen Spatenstich. Stattdessen verwendeten sie moderne Techniken wie Bodenradar...

Bodenradar im Einsatz
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...um den Untergrund zu scannen. Die Steine liegen daher immer noch unberührt in der Erde.

War der Bogenschütze per se schon ein archäologischer Jahrhundertfund, so erhielt die Grablege noch eine ganz besondere Bedeutung durch ihre geographische Lage: Amesbury liegt nur wenige Kilometer von Stonehenge entfernt – jenem legendären Steinkreis, dessen Rätsel bis heute nicht nur die Archäologen faszinieren. Und da die Lebensspanne des Bogenschützen und die Errichtung des Steinkreises in die gleiche Zeit fallen, lag es nahe, über mögliche Zusammenhänge zu spekulieren.

War der Tote vielleicht am Bau der Anlage beteiligt gewesen? Hatte er, der ja offenbar eine hohe gesellschaftliche Stellung innehatte, vielleicht sogar den Bau befohlen oder die Leitung der Arbeiten in Händen gehalten?

Fragen, auf welche die üblicherweise eher vorsichtigen Archäologen die Antwort verweigerten, die aber umso begieriger von der britischen Boulevardpresse aufgegriffen wurden. Als "König von Stonehenge" feierte sie den unbekannten Toten. Dass der Bogenschütze zudem die gleiche Waffe geführt hatte wie der legendäre „Nationalheld“ Robin Hood, feuerte die patriotische Begeisterung zusätzlich an.

Wilhelm Tell statt Robin Hood
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