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Schotterteufel in der Atacama Fliegende Klingen in der Wüste

Staubteufel sind ein gängiges Phänomen in Wüsten unserer Erde. Doch in der trockensten Wüste der Welt, der Atacama im Westen Südamerikas, können diese kleinen Windhosen eine beängstigende Kraft entwickeln.
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Staubteufel finden sich in allen Wüsten der Erde. Hier ein Exemplar aus dem kalifornischen Death Valley. (Foto: Greg Willis/ CC BY-SA 2.0)
Staubteufel

Staubteufel finden sich in allen Wüsten der Erde. Hier ein Exemplar aus dem kalifornischen Death Valley. (Foto: Greg Willis/CC BY-SA 2.0)

HeidelbergWer schon einmal in einen Sandsturm geraten ist, weiß mit Sicherheit, dass dies kein Vergnügen ist. Verglichen mit manchen Windhosen auf dem Salar de Gorbea in den Anden zwischen Argentinien und Chile, könnte das übliche Sandstrahlgeblase jedoch Kinderkram sein. Denn die Staubteufel sind offenbar so stark, dass sie große, klingenartige Gipskristalle aufwirbeln und zu größeren Kristallhaufen auftürmen können.

Das schließt die Geologin Kathleen Benison aus ihren Beobachtungen, die sie im Magazin Geology zusammenfasst. Die teilweise fast 30 Zentimeter langen Kristalle entstehen in sehr salzigen und sauren Tümpeln vulkanischen Ursprungs, sie finden sich aber noch kilometerweit von diesen entfernt in der Wüste – wohin sie in diesen Mengen nur durch sehr starke Winde verfrachtet werden können, so Benison.

So spektakulär kann Sand sein
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Platz 10: Wüste Gobi (Mongolei)

Nur ein kleiner Bruchteil der weltberühmten Wüste zeigt das typische Bild von Sandmeer und Dünen. Überwiegend zählt die Gobi zu den Steppenwüsten und zeigt große landschaftliche Unterschiede. Die sechstgrößte Wüste der Welt erstreckt sich über eine Million Quadratkilometer.

(Foto: TripAdvisor)
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Platz 9: Großes Sandmeer (Ägypten)

Ein Wüstenerlebnis aus Sand, Dünenkämmen und den Mustern des Windes im weichen Untergrund: Das Große Sandmeer am nördlichen Rand der Sahara verzückt sandliebende Reisende. Mit einer Fläche von 72.000 Quadratkilometern handelt es sich um das drittgrößte Dünenfeld der Welt.

(Foto: TripAdvisor)
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Platz 8: Sahara (Nordafrika)

Die Sahara ist vor allem für sandige Dünen berühmt, die allerdings nur ein Fünftel der Gesamtfläche der weltgrößten Trockenwüste ausmachen. Mit ihren Stein-, Fels- und Kieswüsten bietet sie dem Besucher ein großes Spektrum verschiedenster Öd-Landschaften. Dabei ist die Sahara mit einer Fläche von neun Millionen Quadratkilometern etwa 26mal so groß wie Deutschland.

(Foto: TripAdvisor)
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Platz 7: Weiße Wüste (Ägypten)

Scheinbar futuristische Kalksteinformationen, die hingegen schon tausende Jahre alt sind: Nördlich der Oase Farafra liegt ein beeindruckender natürlicher Skulpturenpark, dessen Gesteinsformen an Pilze, ein Huhn unter einem Baum oder einen Sphinx-Kopf erinnern. Die Weiße Wüste war einst der Grund des Meeresbodens. Mittlerweile ist sie ein heißer und trockener Ort, der über Nacht empfindlich kalt wird.

(Foto: TripAdvisor)
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Platz 6: The Pinnacles (Australien)

Die von Wetter und Erosion geformten Felstürme, genannt The Pinnacles, sind die Hauptattraktion des Nambung-Nationalparks im Westen Australiens. Die Kalksteintürme sind von gelben Sanddünen umgeben und entstanden über Millionen von Jahren. Tausende von ihnen sind über die Wüste verstreut und verleihen dem Ort ein außerirdisches Flair.

(Foto: TripAdvisor)
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Platz 5: Painted Desert (USA)

Die Painted Desert ist neben dem Grand Canyon der Hingucker in US-Bundesstaat Arizona. Die Landschaft besticht vor allem durch die sogenannten Badlands: Schroffe, teils stark verwitterte Gesteinsformationen, die sich in vielen verschiedenen Schichten in den Himmel erheben. Vor allem die unterschiedlichen Farbtöne des Gesteins stechen hervor – Rot- und Gelbtöne überwiegen neben selteneren weißen und dunklen Schichten.

(Foto: TripAdvisor)
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Platz 4: Salar de Uyuni (Bolivien)

Mit mehr als 10.000 Quadratkilometern ist der Salar de Uyuni der größte ausgetrocknete Salzsee der Welt und liegt auf einer Höhe von 3653 Metern. Nur noch teilweise ist das Gebiet, dessen Salzkruste vor über 10.000 Jahren durch das Austrocknen eines Palöosee entstand, mit Wasser bedeckt. Sehenswert ist auch der Eisenbahnfriedhof am Rande des Salar südlich von Uyuni mit seinen über einhundert Jahre alten Zügen.

(Foto: TripAdvisor)

Sobald einzelne Tümpel austrocknen, werden die Kristalle freigelegt und Wind und Wetter ausgesetzt. Teilweise ist der Boden flächendeckend damit übersät.

Während eines Forschungsaufenthalts in diesem Teil der Atacama bemerkte die Geowissenschaftlerin, dass sich jeden Nachmittag im Tal mit den Salzwasserquellen Windhosen – die Staubteufel – bildeten und auf angrenzende Dünen hinaufzogen, wo sie sich schließlich wieder auflösten. Meistens sind diese von der starken Aufheizung des Untergrunds ausgelösten Winde eher kurzlebig und schwach. Doch hat Benison auch mächtige Exemplare gesehen, die mehrere Kilometer hoch reichten.

Darin könnten Windstärken auftreten, die für den Transport der relativ schweren Kristalle ausreichen. Auf ihrem Weg „regnet“ es aus ihnen die Gipsklingen, bis der von Benison als „Schotterteufel“ bezeichneten Erscheinung die Kraft ausgeht. An dieser Stelle lagern sich die restlichen Kristalle in Haufen ab, die bis zu 4,5 Meter hoch sein können.

Wie Rotorblätter geformt
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