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Serie: Darwins Urenkel Wie neue Arten entstehen

Die Fragen der Artenbildung sind ein Hauptfeld der Evolutionsforschung. Mit ihnen bschäftigte sich bereits Charles Darwin. Wie die Makroevolution funktioniert - und welche Rolle dabei die darwinschen Schlüsselbegriffe spielen.
  • Gianna Grün
Ein Iguana auf Galapagos: Die Inselgruppe lieferte Charles Darwin wichtige Daten für seine Theorien. Quelle: Reuters

Ein Iguana auf Galapagos: Die Inselgruppe lieferte Charles Darwin wichtige Daten für seine Theorien.

(Foto: Reuters)

DÜSSELDORF. Die natürliche Selektion, der ungesteuerte Ausleseprozess der Evolution, kann, das erkannte schon Darwin, nur stattfinden, wenn die Individuen einer Art sich voneinander unterscheiden. Diese Variation muss außerdem erblich sein, so dass das Überleben und vor allem der Fortpflanzungserfolg nicht zufällig sind, sondern von den vererbten Unterschieden abhängen.

Auf seiner Weltreise mit der "Beagle" fielen Darwin 1835 auf den Galapagos-Inseln bei den später nach ihm benannten "Darwin-Finken" die großen Unterschiede der Schnabelformen auf. In seinen Notizbüchern schreibt er dazu: "Das Merkwürdigste ist die vollkommene Abstufung der Schnabelgrößen: von einem, der groß ist wie der eines Kernbeißers, bis zu dem der Buchfinken und selbst dem der Grasmücke."

Und Darwin hatte auch eine Idee, wie es zu diesen Abstufungen kommt: "Wenn man diese Abstufung und strukturelle Vielfalt bei einer kleinen, eng verwandten Vogelgruppe sieht, möchte man wirklich glauben, dass von einer ursprünglich geringen Zahl an Vögeln auf diesem Archipel eine Art ausgewählt und für verschiedene Zwecke modifiziert wurde."

Was Darwin und vor allem der Vogelkundler John Gould (1804-81), dem Darwin eine Sammlung präparierter Vögel sandte, damals anhand der Beobachtung des Aussehens folgerten, ist heute nachgewiesen: Einige wenige Vögel derselben Ausgangsart wurden vermutlich durch sehr starken Wind vom Festland auf die Inseln verweht. Da dort genügend Platz, ausreichend weiche Samen zur Nahrung und keine natürlichen Fressfeinde vorhanden waren, konnten sich die Finken ungestört vermehren. Als es auf den Inseln eng wurde für die vielen Finken, traten sie untereinander in Konkurrenz um Nahrung. Das Nahrungsangebot wurde also zum Selektionsfaktor, der die Ausprägung verschiedener Schnabelformen begünstigte, die die Erschließung von neuen Nahrungsquellen, wie zum Beispiel harter Kerne, ermöglicht und so die Konkurrenz der Finken untereinander verringert hat. Auf natürlichem Wege spezialisierten sich die Finken immer mehr, bildeten neue Schnabel-Varianten - bis schließlich unterschiedliche Arten entstanden sind.

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