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Sicherheitstechnik So soll das Auto künftig seinen Besitzer erkennen

VW und NXP wollen den Autoschlüssel durch eine neue Funktechnik sicherer machen. Dazu nutzen die Konzerne ungewöhnliche Biometrie-Daten.
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Nutzer könnten künftig auch bestimmte Körpergesten – etwa eine leichte Drehung – festlegen, um die Autotür oder den Kofferraum zu öffnen. Quelle: dpa
Funk-Autoschlüssel

Nutzer könnten künftig auch bestimmte Körpergesten – etwa eine leichte Drehung – festlegen, um die Autotür oder den Kofferraum zu öffnen.

(Foto: dpa)

Hamburg Das Auto soll seinen Besitzer künftig am Gang erkennen können: Volkswagen-Entwickler arbeiten an einer neuen Methode, die Funk-Autoschlüssel sicherer machen soll. Dabei analysiert der Schlüssel im Zusammenspiel mit dem Smartphone typische Bewegungsmuster des Nutzers. Der Wagen soll sich nur dann automatisch öffnen, wenn die Gehweise mit dem gespeicherten Muster übereinstimmt.

Möglich macht das die Ultra-Breitband-Funktechnik UWB. Im Frühjahr hat sich die Industrie auf einen Standard geeinigt. Die Funktechnik ermöglicht es, den Sender deutlich genauer zu lokalisieren als etwa bei Bluetooth.

UWB soll in Funkschlüsseln vor allem eine verbreitete Betrugsmasche verhindern, bei der Kriminelle die Daten eines Schlüssels in der Nähe eines Autobesitzers auslesen und dann zu dessen entfernt stehendem Auto senden. Das Auto öffnet dann, obwohl der Besitzer nicht in der unmittelbaren Nähe steht.

Weil bei UWB die Signallaufzeit zur Bestimmung der Entfernung vom ursprünglichen Sender genutzt werden kann, soll diese Betrugsmasche durch die Innovation unterbunden werden. Deshalb arbeitet beispielsweise VW mit dem Hamburger Entwicklungszentrum des Chipkonzerns NXP an der Technik.

Volkswagen-Vorentwickler Bernd Ette geht mit seinem Konzeptauto noch einen Schritt weiter. Das Auto soll auch dann nicht öffnen, wenn der Schlüssel gestohlen wird. Seine Idee: Die Bewegungsmuster eines Nutzers lassen sich analysieren, weil dessen Smartphone dank Beschleunigungssensoren und Gyroskop den typischen Gang analysieren kann.

Diese Daten soll das Smartphone per App an den Autoschlüssel weitergeben – sofern Smartphones nicht sowieso bald mit den billigen und kleinen UWB-Chips ausgestattet sind, so dass sie selbst als Schlüssel dienen können.

Zwölf Testpersonen hat Ette mehrere Tausend Mal mit der Technik das Auto öffnen lassen. In 95 Prozent der Fälle habe der Testwagen zuverlässig reagiert, sagt Ette. Schwierigkeiten gibt es etwa dann, wenn eine Testerin von flachen auf hohe Schuhe wechselt – dann muss sie ihre Identität erneut per App bestätigen.

Allerdings wird die Erkennung immer genauer, da die Technik hinzulernt. Im Labor konnten die Ingenieure sogar in 80 Prozent der Fälle einen Gang einer der Testpersonen genau zuordnen. Im tatsächlichen Einsatz sollen die Nutzerdaten jedoch sicher auf dem Smartphone und Schlüssel gespeichert werden ohne weiteren Zugriff.

Die UWB-Technik soll zudem weitere Funktionen ermöglichen. So könnten Nutzer bestimmte Körpergesten – etwa eine leichte Drehung – festlegen, um die Autotür oder den Kofferraum zu öffnen. In dem Konzeptwagen kontrolliert die Technik zudem den korrekten Einbau einer Babyschale und hilft beim Ankuppeln eines Anhängers.

Allerdings: Noch braucht die Technik recht viel Strom, so dass solche externen Sensoren, die außerhalb des Autos angebracht werden sollen, regelmäßig geladen werden müssen.

Mehr: Schlüssellose Systeme beim Auto sind komfortabel, aber nicht immer sicher. Selbst bei Premiumfahrzeugen kann man sich nicht auf die Technik verlassen.

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