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Skandal um Klonforscher Hwang „Stammzellforschung um Jahre zurückgeworfen“

In der Affäre um gefälschte Daten des koreanischen Stammzellforschers Hwang Woo Suk beklagten Fachleute in der „Süddeutschen Zeitung“ einen Schaden für die gesamt Wissenschaft.
Südkoreas Klonpionier Hwang Woo Suk hat die Fachwelt erschüttert. Foto: dpa Quelle: dpa

Südkoreas Klonpionier Hwang Woo Suk hat die Fachwelt erschüttert. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB MÜNCHEN. „Das Forschungsfeld ist um Jahre zurückgeworfen worden“, sagte der deutsche Experte Hans Schöler vom Max-Planck-Institut in Münster der „Süddeutschen Zeitung“. Hwangs Publikation im Magazin "Science" sei sehr überraschend gekommen, die Forscher in dem ethisch umstrittenen Feld hätten sich im Aufwind gesehen. Jetzt würden sich jene bestätigt fühlen, die geglaubt haben, die ganze Stammzellforschung gehe nicht mit rechten Dingen zu.

„Ich weiß jetzt nicht mehr, was ich glauben soll“, sagte Miodrag Stojkovic. Stojkovic hat neben Hwang bisher als einziger Forscher menschliche Embryonen geklont. „Hwangs Fälschungen sind eine große Schande für uns alle, vor allem weil andere Leute auf dem Gebiet schwer gearbeitet haben.“

Ein solches Ende war auch für „Science“ selber unvorstellbar: Als der volle Umfang des Skandals um den südkoreanischen Klonforscher Hwang Woo Suk am Freitag bekannt wurde, herrschte bei dem renommierten Wissenschaftsjournal betretenes Schweigen. Die Chefredaktion werde über eine angemessene Reaktion beraten und dann Stellung beziehen, sagte eine Sprecherin des weltgrößten Forscherverbandes AAAS und „Science“-Herausgebers in Washington. Auf die Frage nach Konsequenzen antwortete sie nicht.

Kritiker halten dem Fachjournal vor, die Ergebnisse des Südkoreaners Hwang nicht sorgfältig geprüft zu haben. Tatsächlich hatte es die als bahnbrechend eingestufte Veröffentlichung über maßgeschneiderte embryonale Stammzellen nicht einmal zwei Monate von Experten begutachten und dann absegnen lassen. Üblich für diesen als „Peer Review“ bekannten Vorgang sind vier Monate.

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