SmallGEO vor dem Start Satellitentechnik – Made in Germany

Erstmals seit Jahrzehnten startet wieder ein in Deutschland gebauter Telekommunikationssatellit ins All. Mit der neuen Satellitenplattform SmallGEO will das Bremer Unternehmen OHB einen neuen Markt erschließen.
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Mitarbeiter des Bremer Satellitenbauers OHB bei der Prüfung eines Telekommunikationssatelliten. Quelle: dpa
Telekommunikationssatellit aus Deutschland

Mitarbeiter des Bremer Satellitenbauers OHB bei der Prüfung eines Telekommunikationssatelliten.

(Foto: dpa)

Kourou/BremenWenn die Sojus-Rakete auf ihrem Feuerstrahl ins All gelangt ist und ihre High-Tech-Fracht erfolgreich ausgesetzt hat, dürfte Andreas Lindenthal ein ziemlich großer Stein vom Herzen fallen. „Die Nervosität steigt“, sagt das Vorstandsmitglied des Bremer Satellitenbauers OHB bei der Vorstellung der neuen Satellitenplattform SmallGEO am Montag.

Hoffnungsvoll blickt Lindenthal auf die Nacht zum kommenden Samstag (28. Januar). Dann soll vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana eine Trägerrakete mit dem ersten Satelliten aus der Baureihe SmallGEO starten, mit der die deutsche Industrie verlorenes Terrain im Weltraummarkt zurückerobern will.

Die Spur führt ins All
Spur ins All
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Eine leuchtende Spur zeichnet die Atlas-Rakete nach ihrem Start von Cape Canaveral in Florida. Die Rakete bringt einen unbemannten Raumtransporter mit Nachschub für die Raumstation ISS auf den Weg. Obwohl solche Versorgungsflüge längst Routine sind, geht gerade von nächtlichen Raketenstarts immer noch eine große Faszination aus.

Schallmauer durchbrochen
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Mit einer speziellen Fototechnik, der Schlierenfotografie, wurde diese Aufnahme gemacht. Sie macht die Schockwellen sichtbar, die auftreten, wenn ein Überschalljet die Schallmauer durchbricht.

Moderne Kunst 1
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Kein abstraktes Gemälde, sondern Riffs vor der Küste der Bahamas zeigt dieses Bild, das Astronauten der Raumstation ISS machten. Bei den kräftigen blauen Linien zwischen den Riffs handelt es sich um Priele - Wasserläufe, die ihr Entstehen den Gezeiten verdanken.

Moderne Kunst 2
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Auch dieses abstrakte "Gemälde" wurde von der ISS ausgemacht. Die Astronauten fotografierten ein Gebiet in Australien, über das die Raumstation gerade hinweg zog.

Selfie im All
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"Warum eigentlich immer nur die Erde fotografieren?" dachte sich US-Astronaut Scott Kelly und richtete während eines Weltraumspaziergangs seine Kamera mal auf sich selbst.

Rücksturz zur Erde
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Friedlich schwebt die Sojus-Raumkapsel am Fallschirm zurück zur Erde. Mit an Bord: Die Raumfahrer Scott Kelly und Michail Kornienko, die mehr als ein Jahr auf der Raumstation ISS verbracht hatten.

Aufbruch ins All
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In die andere Richtung ging es im Juni 1983 für Sally Ride, die an Bord des Spaceshuttles Challenger als erste US-Amerikanerin ins All flog.

Seit rund 25 Jahren ist in Deutschland kein Telekommunikationssatellit mehr gebaut worden. „Wir waren da schon mal gut unterwegs, haben das aber ein bisschen verloren“, sagt Gerd Gruppe, Vorstandsmitglied beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die neue Satellitenplattform SmallGEO ist für das Bremer Unternehmen OHB, das bislang Satelliten mit niedrigeren Flughöhen baute, ein Sprung in eine andere Liga. „Der Kommunikationsmarkt ist der größte Satellitenmarkt, das heißt der umkämpfteste“, sagt Lindenthal. Dort tummeln sich Schwergewichte wie Boeing in den USA sowie Thales Alenia Space und die Airbus-Raumfahrtsparte, die Satelliten in Frankreich bauen.

SmallGEO entstand unter einem Programm zur Technologieförderung der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Rund zehn Jahre lang hat OHB daran gearbeitet. Der erste Satellit, der auf der Plattform SmallGEO basiert und nun ins All geschickt wird, heißt „Hispasat 36W-1“. Er wurde als öffentlich-private Partnerschaft mit dem spanischen Satellitenbetreiber Hispasat gebaut.

„Es ist der größte Satellit, den OHB jemals gebaut hat“, sagt Lindenthal und beziffert die Kosten inklusive der Nutzlast mit rund 400 Millionen Euro. Insgesamt sind für die Entwicklung und den Bau von SmallGEO nach DLR-Angaben mehr als 300 Millionen Euro öffentliche Förderung geflossen, Deutschland steuerte rund 150 Millionen Euro bei.

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