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Sonde ExoMars vor dem Ziel Sechs Minuten des Schreckens

Gibt oder gab es Leben auf dem Mars? Die Raumfahrtagenturen Esa und Roskosmos suchen nach Antworten und wollen dafür eine gemeinsame Sonde auf dem Roten Planeten landen lassen. Ein ebenso heikles wie teures Manöver.
März 2016: Start der Mission ExoMars vom Weltraumbahnhof Baikonur. Quelle: AP
Start zum Mars

März 2016: Start der Mission ExoMars vom Weltraumbahnhof Baikonur.

(Foto: AP)

MoskauDie Spannung steigt mit jedem Kilometer, die sich die europäisch-russische Sonde dem Mars nähert. Erstmals wollen die Europäische Raumfahrtagentur Esa und ihr russischer Partner Roskosmos gemeinsam ein Testmodul auf dem Roten Planeten landen lassen.

Mit dem Milliardenprojekt ExoMars suchen sie nach Spuren von Leben auf dem Nachbarplaneten der Erde. Nach rund 500 Millionen Kilometern und sieben Monaten Flugzeit rückt für das Landemodul „Schiaparelli“ der entscheidende Tag am 19. Oktober näher.

„Alles muss mit Millisekunden-genauer Präzision funktionieren“, sagt der Esa-Experte Jorge Vago. „Und unsere Einflussmöglichkeiten sind gleich null.“ Die Daten der Sonde brauchen rund zehn Minuten, um vom Mars zur Erde zu gelangen. Wenn Informationen über Probleme im Kontrollzentrum eintreffen, kann „Schiaparelli“ längst als Weltraumschrott im rötlichen Marssand liegen.

„Deswegen sprechen die Amerikaner bei diesen Manövern von den sieben Minuten des Schreckens“, erklärt Vago. „In unserem Fall sind es sechs Minuten“ – die Landesequenz sei auf sechs Minuten programmiert. Der Ingenieur aus Argentinien ist aber zuversichtlich: „Unsere Simulationen geben uns eine Erfolgschance von fast 98 Prozent.“

Für die Experten bei Esa und Roskosmos hängt viel vom Erfolg der Landung ab. Es wäre nicht nur die erste gemeinsame Marslandung in der Geschichte beider Raumfahrtagenturen. Auch finanziell wäre ein Erfolg hilfreich. Das Projekt, für das die Esa 1,3 Milliarden Euro ausgegeben hat und an dem sich Roskosmos mit etwa einer Milliarde Euro beteiligt, ist noch nicht ganz gesichert: Zunächst für 2018 geplant, wurde die zweite Phase von ExoMars mit einem Rover auf 2020 verschoben.

Die entstehenden Kosten muss die Esa von ihren Mitgliedstaaten bewilligen lassen. „Es geht um rund 300 Millionen Euro“, sagt Vago.

Auch für den russischen Partner Roskosmos sind die Finanzen ein heikles Thema. Wegen einer schweren Rezession hatte die Regierung in Moskau im Frühjahr das Raumfahrtbudget um rund 30 Prozent gekürzt. ExoMars gilt aber als wichtiges Prestige-Projekt für Russland. 

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