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Spektakuläre Technologie Maschinenbauer Trumpf will mit Laserkanone Blitze ableiten

Ein EU-Projekt soll Milliardenschäden durch Blitzeinschlag in Zukunft verhindern. Im Juni startet Trumpf mit den ersten Versuchen auf einem Schweizer Gipfel.
10.05.2021 - 18:40 Uhr Kommentieren
Der Einsatz von Lasertechnologie könnte künftig die Schäden verringern. Quelle: dpa
Blitzeinschläge

Der Einsatz von Lasertechnologie könnte künftig die Schäden verringern.

(Foto: dpa)

Stuttgart Es klingt wie Science-Fiction: Der schwäbische Mittelständler Trumpf hat einen Laser gebaut, der Blitze ableiten soll. Am 18. Mai soll die neun Meter lange Laserkanone mit Helikoptern und der Seilbahn auf den 2500 Meter hohen Gipfel des Säntis in der Ostschweiz transportiert werden.

„Die Versuche werden in der Gewittersaison im Juni/Juli beginnen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Die Flugüberwachung könne die Tests in Sekundenschnelle unterbrechen, damit kein Flugzeug zu Schaden kommt.

Das spektakuläre Vorhaben ist Teil des EU-Projekts „Laser Lightning Rod“. Es soll einen Weg finden, um Blitze zu kontrollieren und gezielt abzuleiten. Durch Blitzeinschläge in Flughäfen, Atomkraftwerken, Wolkenkratzern und Wäldern entstehen jährlich Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Allein in den USA sollen die Kosten bei fünf Milliarden Dollar liegen, meist verursacht durch Störungen des Flugverkehrs und Schäden an Flugzeugen oder Hochspannungsleitungen.

Das Herzstück des EU-Projekts ist die Entwicklung des bis dato einmaligen Superlasers. Bislang funktionieren Blitzableiter aus Metall nach dem vor knapp 300 Jahren von Benjamin Franklin entdeckten Prinzip.

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    Der neue Laser soll nun eine Art Kanal in Gewitterwolken erzeugen, das sogenannte Laserfilament. Sobald sich ein Blitz aus der Gewitterwolke entladen möchte, lässt dieses Laserfilament ihm keine andere Chance, als aus dem vorgegebenen Kanal aus der Wolke auszutreten und so kontrolliert auf dem Boden oder in den vorhandenen Blitzableiter einzuschlagen.

    Das System des Maschinenbauers. Quelle: Trumpf
    Trumpf-Laserkanone

    Das System des Maschinenbauers.

    (Foto: Trumpf)

    Laser-Entwicklung kostete rund zwei Millionen Euro

    Trumpf-Entwickler Clemens Herkommer hat vier Jahre an dem mehrere Tonnen schweren grünen Laser gearbeitet. Das System holt den Blitz quasi ab und könnte beispielsweise auf Dächern von Hochhäusern oder sensiblen Einrichtungen installiert werden. „Wir können die Blitze also sowohl provozieren als auch ihre Richtung bestimmen“, ist Professor Jean-Pierre Wolf von der Universität Genf, der von wissenschaftlicher Seite beteiligt ist, überzeugt. Der Experte für nichtlineare Optik gilt als Koryphäe in der laserbasierten Wetterforschung. Er untersucht seit 20 Jahren Wetterphänomene und erhofft sich von dem Superlaser einen Durchbruch.

    „Entscheidend für den Erfolg ist die richtige Strahlquelle. Wir brauchen einen Femtosekundenlaser mit einer Pulsspitzenleistung von einem Terawatt und einer hohen, stabilen Repetitionsrate von mehr als einem Kilohertz“, sagt Wolf.

    Trumpf hat einen solchen Laser entwickelt. Die Zusammenarbeit entstand nach ein paar Probemessungen zur Blitzableitung im Labor des Maschinenbauers in München. Nachdem der Laser in den vergangenen Monaten die Generalprobe am Laboratoire d’Optique Appliquée (LOA) in Paris erfolgreich absolviert hat, wird er nun auf der Wetterstation auf dem Säntis aufgebaut.

    Die Entwicklung des Lasersystems hat rund zwei Millionen Euro gekostet. Wegen der Pandemie hatte sich das Projekt um ein Jahr verschoben. Eigentlich sollte es bereits im Sommer 2020 einsatzbereit sein.

    Mehr: Trumpf-Entwicklungschef: „Die große Zeit des Lasers hat erst begonnen“

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