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Stammzell-Urteil Worum es bei der Entscheidung ging  

Ab welchem Moment seiner Entwicklung ist der Mensch ein Mensch? Im Kern ging es bei der Entscheidung des EuGH zur Patentierbarkeit von embryonalen Stammzellen um diese Frage.
18.10.2011 - 10:36 Uhr 1 Kommentar
Oliver Brüstle arbeitet seit 2002 legal mit embryonalen Stammzellen, um Therapien gegen Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose zu entwickeln. Quelle: dpa

Oliver Brüstle arbeitet seit 2002 legal mit embryonalen Stammzellen, um Therapien gegen Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose zu entwickeln.

(Foto: dpa)

Ist eine befruchtete Zelle schon ein Mensch? Oder dürfen aus ihnen gewonnene embryonalen Stammzellen zur kommerziellen Verwertung patentiert werden? Diese bedeutsame Frage hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Streit zwischen Greenpeace und dem deutschen Wissenschaftler Oliver Brüstle zu klären.

Brüstle hatte 1997 ein Verfahren patentieren lassen, mit dem aus embryonalen Stammzellen sogenannte neuronale Vorläuferzellen zur Behandlung von Nervenleiden wie Parkinson gewonnen werden können. Greenpeace hält solch ein Patent gleichwohl für sittenwidrig - und hat nun vor dem EuGH Recht bekommen.

Dass der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe dieses für die europaweite Genforschung bedeutsame Grundsatzverfahren dem EuGH vorlegte, liegt an der unklaren Formulierung der EU-Biopatentrichtlinie von 1998. Dort heißt es in Artikel 5, dass der „menschliche Körper in den einzelnen Phasen seiner Entstehung und Entwicklung“ geschützt ist, und in Artikel 6, „dass die Verwendung von menschlichen Embryonen zu industriellen oder kommerziellen Zwecken“ nicht patentierbar ist.

Doch benutzt Brüstle Embryonen? Für seine Forschungen hatte er mit Erlaubnis der Bundesregierung embryonale Stammzellen aus Israel eingeführt. Dort hatte ein Ehepaar nach einer künstlichen Befruchtung fünf Tage alte überzählige Eizellen gespendet, aus welchen dann die sogenannten Stammzelllinien gewonnen wurden.

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    Diese Stammzellen können über viele Jahre hinweg vermehrt und in jegliches gewünschtes Gewebe entwickelt werden. Brüstle gewinnt aus ihnen Vorläuferzellen, um damit geschädigtes Nervengewebe bei Parkinson oder Multipler Sklerose direkt im Gehirn der Erkrankten zu reparieren.

    In Großbritannien hätte Brüstle keine Probleme
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    1 Kommentar zu "Stammzell-Urteil: Worum es bei der Entscheidung ging  "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hallo! was heißt Verbot der Patentierung? Offensichtlich reden Laien mit! Dieser Verbot beinhaltet lediglich einen Verbot einer Monopolstellung - also Grundsatz der gewerblichen Schutzrechte. Ein Verbot der Kommerzialisierung ist hiermit noch lange nicht begründet. Jeder, der dieses Know how besitzt, dürfte Produkte aus diesen Stammzellen herstellen - oder hat das EUGH die Vermarktung und Forschung verboten? Dann wäre die Berichterstattung sehr miserabel, und nicht nbur hier sondern auch in TV.

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