Tarantelnebel

In dieser Sternfabrik entstehen Riesensonnen. (Foto: Eso)

Sterngiganten im Tarantelnebel In der Heimat der Supersonnen

160.000 Lichtjahre von uns entfernt arbeitet eine Sternfabrik der Superlative. Im Tarantelnebel entstehen Sterne, gegen die unsere Sonne wie ein kosmisches Teelicht wirkt.
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BerlinHeller, größer, heißer – so könnte das Motto für den Tarantelnebel lauten. Die rund 160.000 Lichtjahre von uns entfernte Himmelsregion ist die Geburtsstätte von Sternen, gegen die unsere Sonne fast wie ein kosmisches Teelicht wirkt. Astronomen der europäischen Südsternwarte Eso haben die Tarantel jetzt mit dem Riesenteleskop VLT am Paranal-Observatorium in Chile ins Visier genommen.

Der Tarantelnebel ist nicht mehr Teil der Milchstraße, sondern gehört zu einer unserer Nachbargalaxien, der Großen Magellanschen Wolke. Diese rund 14.000 Lichtjahre große Zwerggalaxie hatte vor über 30 Jahren ihren großen Auftritt: Im Februar 1987 beobachteten Astronomen dort eine gewaltige Explosion, eine sogenannte Supernova. Sie markierte das Ende eines Riesensterns, der sich einst im Tarantelnebel gebildet hatte. Auf dem VLT-Bild ist der Ort der Explosion, von den Astronomen SN 1987A getauft, am unteren rechten Rand des Nebels zu sehen.

Forscher berechneten die Größe des Sterns, der als seinerzeit SN 1987A verglühte, auf etwa 17 Sonnenmassen. Ein Schwergewicht also im Vergleich zu unserer Sonne, aber eher ein kleines Licht im Reigen der Sterne, die den Tarantelnebel bevölkern. Vor allem der riesige Sternhaufen NGC 2070 im Zentrum des Nebels gilt als veritable Riesensonnen-Fabrik.

Sternhaufen und Supernova-Überreste prägen das Bild des Nebels. (Foto: Eso)
Tarantelnebel

Sternhaufen und Supernova-Überreste prägen das Bild des Nebels. (Foto: Eso)

Hier entdeckten Astronomen auch den größten derzeit bekannten Stern, R136a1. Dieser Gigant brachte es zu seiner Geburt auf mehr als 300 Sonnenmassen, von denen jetzt, rund eine Million Jahre später, noch gut 260 Sonnenmassen übrig sind. Damit strahlt R136a1 etwa zehn Millionen Mal heller als unsere Sonne, die neben ihm etwa so wirken würde wie unser Mond neben ihr.

Neben weiteren Sternhaufen wie NGC 2060 oder NGC 2100 enthält der Tarantelnebel auch eine Struktur, in der phantasievolle Betrachter ein Seepferdchen (Seahorse) zu erkennen glauben. Dabei handelt es sich um eine gigantische Säule aus Staub und Gas, rund 20 Lichtjahre lang, was etwa fünfmal der Entfernung zwischen der Sonne und ihrem nächsten stellaren Nachbarn entspricht.

Doch so gewaltig dieses kosmische Seepferdchen auch anmutet, seine Tage sind gezählt, denn jede neue Sterngeneration im Tarantelnebel nagt an ihm. In einigen Millionen Jahren – nach astronomischen Maßstäben also sehr bald – werden die heftigen Sternwinde der neugeborenen Riesensonnen die Staubsäule fortgeblasen haben.

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