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Strategie Open-Innovation - Gemeinsam zu neuen Technologien

Gerade in der Krise brauchen Unternehmen Innovationen, um die eigenen Marktchancen zu verbessern. Doch wenn das Geschäft nicht gut läuft, versuchen viele Firmen, das Geld zusammenzuhalten. Forschungskooperationen zwischen Unternehmen können die Kosten reduzieren und schneller zum Ziel führen.
  • Hans Schürmann
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Gerade in der Krise können Kooperationen zwischen Firmen, Wettbewerbern oder Kunden zum Erfolg führen. Quelle: dpa

Gerade in der Krise können Kooperationen zwischen Firmen, Wettbewerbern oder Kunden zum Erfolg führen.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Innovationen sind in der Krise besonders wichtig für Unternehmen - um die Kosten zu reduzieren, um sich auf dem Markt zu positionieren und Kunden zu halten. Dennoch verharren viele Firmen in einer Art Schreckstarre, Einsparungen stehen im Vordergrund, oft wird auch das Budget für die Entwicklung von Innovationen heruntergefahren. Es gibt jedoch eine Strategie, mit der trotz des Zwangs zu Einsparungen neue Produkte und Geschäftsideen entwickelt werden können, um dann, wenn es wirtschaftlich besser läuft, durchstarten zu können.

Sie heißt Open-Innovation. Unternehmen entwickeln neue Technologien und Dienstleistungen nicht allein, sondern zusammen mit anderen Firmen - teilweise sogar mit Wettbewerbern - und möglichen Kunden. Sie binden unterschiedliche Akteure in die Entwicklung neuer Produkte ein. "Es geht um die bewusste Ausschöpfung von Innovationspotenzialen außerhalb des Unternehmens", erläutert Sabine Brunswicker, Innovationsexpertin am Fraunhofer für Arbeitswirtschaft und Organisation, -Institut die Idee, die von vielen Unternehmen bereits erfolgreich umgesetzt wird.

Früher sei Innovation ein Teil der Entwicklungsabteilungen gewesen, in den letzten Jahren sei der Prozess immer weiter geöffnet worden, sagt Thomas Wenzel-Haberstock, Innovationsmanager bei IBM in Deutschland. "Immer mehr Player verstehen, dass Open-Innovation eine Möglichkeit ist, Produkte schneller an den Markt zu bringen und dabei die Kosten überschaubar zu halten", so der IBM-Experte. ist einer der Vorreiter bei der Umsetzung des Open-Innovation-Gedankens. Der IT-Konzern hat bereits früh damit begonnen, interne und externe Innovationsideen miteinander zu kombinieren.

Open-Innovation bietet aber noch mehr, beispielsweise die Möglichkeit, die Entwicklung neuer Technologien voranzutreiben. Der Spezialist für Kommunikationsnetze Alcatel-Lucent nutzt die Innovationsstrategie bei der Weiterentwicklung des interaktiven Web-TVs. Als Kooperationspartner im T-City-Projekt der Deutschen Telekom in Friedrichshafen am Bodensee entwickelte der Netzwerkspezialist beispielsweise eine Plattform, über die TV-Zuschauer per Fernbedienung abstimmen, Informationen anfordern oder Bestellungen vornehmen können.

"Wir holen mehr aus IP-Netzen heraus, indem wir sie noch intelligenter machen und den Zuschauern interaktive Funktionen anbieten", sagt Jochen Apel, Spezialist für interaktive Medien und Innovationen bei Alcatel-Lucent. Um die Technik praxisreif zu machen, entwickelte das Unternehmen eine Geschäftsidee und suchte sich Partner, die die Inhalte für die Plattform liefern und das Know-how mitbringen für die grafische Umsetzung.

Alle Projektpartner haben von Anfang an sehr eng bei der Erstellung des Portalformats, der notwendigen Prozesse, der Geschäftsmodelle und der Vermarktung zusammengearbeitet. "Für uns als Technologielieferant und Integrator der technischen Lösung war es sehr wichtig, das notwendige Know-how über die Prozesse und Arbeitsweisen des Medienpartners zu bekommen, um das endgültige Produkt optimal an dessen Bedürfnisse anpassen zu können", erläutert Apel den Vorteil, den die Innovationsstrategie für die Realisierung des Projekts brachte.

Open-Innovation sei aber auch in der Krise kein Allheilmittel, warnt Peter Russo, Innovationsexperte an der European Business School (EBS) in der Nähe von Wiesbaden. "Firmen, die nicht schon vorher eine Innovationskultur pflegen, können scheitern", so der Professor. Open-Innovation sei eine Strategie für Fortgeschrittene. "Es muss erst einen starken internen Prozess geben, bevor man diesen nach außen öffnet", gibt Russo zu Bedenken.

Die Erfahrung zeige, dass Firmen, die ein erfolgreich funktionierendes Innovationsmanagement besitzen, in der Regel in der Krise richtig reagieren. "Sie setzen weiter auf diesen Prozess und reduzieren die Budgets nur wenig", so Russo.

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