Streit um ersten Motorflug Der tollkühne Mann in der ersten fliegenden Kiste

Der Streit über den ersten Motorflug der Welt schien entschieden. Am Sockel der Gebrüder Wright wagte niemand zu rütteln – bis ein Historiker neue Fakten präsentierte. Er ist überzeugt: Ein Franke flog Jahre vorher.
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Gustav Weißkopf vor seinem Motorflugzeug im Jahr 1901. Er war einer der wichtigsten Luftfahrtpioniere seiner Zeit - die Anerkennung als erster Motorflieger der Welt aber verweigern renommierte Luftfahrthistoriker dem Franken. Quelle: dpa

Gustav Weißkopf vor seinem Motorflugzeug im Jahr 1901. Er war einer der wichtigsten Luftfahrtpioniere seiner Zeit - die Anerkennung als erster Motorflieger der Welt aber verweigern renommierte Luftfahrthistoriker dem Franken.

(Foto: dpa)

LeutershausenEr war einer der wichtigsten Luftfahrtpioniere seiner Zeit - die Anerkennung als erster Motorflieger der Welt aber verweigern renommierte Luftfahrthistoriker dem Franken Gustav Weißkopf (1874-1927) bis heute. Sie halten weiterhin die US-amerikanischen Gebrüder Wilbur und Orville Wright für die Begründer der motorisierten Luftfahrt.

Doch eine Genugtuung bleibt den Anhängern von Weißkopf, der am gestrigen Mittwoch (1. Januar) vor 140 Jahren geboren wurde: Noch nie sind so viele Hinweise für Weißkopfs Pioniertat aufgetaucht wie im Jahr 2013.

Dafür hat John Brown gesorgt. Für den in Australien geborenen und heute in Braunschweig lebenden Luftfahrthistoriker ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Wrights von ihrem Sockel gestoßen werden - und der im fränkischen Leutershausen geborene Gustav Weißkopf auf diesen Sockel gestellt wird.

Geschichte der Luftfahrt
200 Jahre Schneider von Ulm
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Der Nachbau eines Fluggerätes von 1978 im Ulmer Stadthaus. Am 31.05.1811 versuchte Albrecht Berblinger mit einem ähnlichen Apparat aus Seide, Schnüren und Fischbein in Ulm über die Donau zu fliegen. Doch statt über die den Fluss zu gleiten, landete er mittendrin. Das Gespött ließ nicht lange auf sich warten.

200 Jahre Schneider von Ulm: Installaion auf der Donau
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Doch Berblinger glaubte an seine Idee. Bis seine visionäre Kraft gewürdigt wurde, dauerte es allerdings lange. 175 Jahre später, 1986, gedachte Ulm seiner mit viel Aufwand und „rehabilitierte“ spätestens nun den Schneider. Und diesmal folgt auf einen Flugwettbewerb ein Jubiläumswochenende.

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Erfolgreicher war Otto Lilienthal. Weit über 1.000 Male segelte er 1891 mit seinen aerodynamischen Tragflügeln. Als erster erprobte er allerdings seine Geräte vorher auf einem "Rundlaufapparat", vergleichbar mit den heutigen Windkanälen.

100. Jubiläum des Wright-Fluges
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Zwölf Jahre später gelang es den Brüdern Wright erstmals, mit einem selbstgebauten Flugzeug einen Motorflug durchzuführen. Ein Jahr danach, um genau zu sein 1904, gelang Orville Wright mit seinem "Wright Flyer" ein gesteuerter Vollkreis.

Alberto Santos-Dumont, Demoiselle
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Als erster Motorflieger Europas flog Alberto Santos-Dumont im November 1906 über einhundert Meter weit. 1909 stellte er mit dem ersten Leichtbau-Sportflugzeug der Welt, der "Demoiselle" (im Bild) einen Geschwindigkeitsrekord von etwa 90 km/h auf.

Gyroplane-Laboratoire von Breguet-Dorand, 1933
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Bereits in den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Versuche unternommen, einen Hubschrauber zu bauen. Die ersten Modelle hoben aber kaum vom Boden ab. In den 1930er Jahren entwickelte der Franzose Louis Breguét zusammen mit Rene Dorand den ersten praktisch einsetzbaren Hubschrauber, den Gyroplane -Laboratoire (im Bild). Heute noch sind einige der Konstruktionsmerkmale von Bedeutung, wie zum Beispiel der Koaxialrotor.

Louis BleriotLouis Bleriot
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Ein weiterer Meilenstein der Geschichte: Im Juli 1909 gelang dem französischen Luftfahrtpionier und Flugzeugkonstrukteur Louis Blériot mit seiner Maschine Blériot XI und ihrem kleinen 3-Zylinder-Anzani-Motor mit 25 PS die Überquerung des Ärmelkanals.

Brown, der im Hauptberuf Flugzeugkonstrukteur ist, liefert sich seit März 2013 einen erbitterten Streit mit Historiker-Kollegen; seine Waffen sind Dokumente, Zeitzeugenberichte und Fotos. So hat er in 15-monatigen Internet- und Archiv-Recherchen 136 historische Zeitungsartikel gefunden, die über Gustav Weißkopfs Erstflug berichten.

Demnach war am 14. August 1901 - also gut zwei Jahre vor dem motorisierten Erstflug der Gebrüder Wright - ein wenige hundert Meter langer Flug am Strand von Bridgeport im US-Staat Connecticut geglückt. Für diesen Erfolg von Weißkopf, der sich in den USA „Whitehead“ nannte, trieb Brown 17 Augenzeugenberichte auf.

„Die Beweislage ist damit bei Gustav Weißkopfs Erstflug um Klassen besser als bei den Gebrüdern Wright“, ist Brown überzeugt. Einige Zeugen wurden allerdings erst Jahrzehnte später zu dem Erstflug befragt.

Renommierte Luftfahrthistoriker wie der Luftfahrt-Kurator des Deutschen Museums in München, Hans Holzer, vermissen dagegen neben Konstruktionszeichnungen ein Foto, das Weißkopfs Erstflug belegt. Zwar glaubt Brown, auf einem Bild von der ersten Luftfahrtausstellung im Jahr 1906 in New York ein Foto von Weißkopfs Erstflug entdeckt zu haben. Tatsächlich zeigt eine 2600-prozentige Vergrößerung des Bildes schemenhaft eine Flugmaschine, die der „Nr. 21“ von Weißkopf ähnelt.

Für einen historischen Beweis aber halten das weder Holzer noch sein Kollege vom Luft- und Raumfahrtmuseum in Washington, Tom Crouch. Dazu sei das Bild zu verschwommen.

Zweifel am Erstflug der Gebrüder Wright
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1 Kommentar zu "Streit um ersten Motorflug: Der tollkühne Mann in der ersten fliegenden Kiste"

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  • G. Weißkopf kann zu dieser Zeit garnicht geflogen sein:

    - er hatte garkeinen Pilotenschein, geschweige denn eine entsprechende Ausbildung.
    - sein Konstrukt bestand aus Materialien die damals garnicht zum Flugzeugbau zugelassen waren
    - sein angeblicher Flug fand auch nicht auf einem, dafür genehmigten Areal statt.
    - Weil dieser Flug nie stattfand, wurde er auch nicht dafür bestraft.

    Schlüssiger kann schließlich kein Nachwweis zugusten der Gebrüder Wright sein !

    ;-)

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