T. rex-Urahn entdeckt Der schlaue Vorfahr des Königs der Dinos

Lange Beine, kurze Arme und ein messerscharfes Gebiss: Ein in Usbekistan ausgegrabener Dinosaurier sah aus wie eine Miniausgabe des T. rex. In einem Punkt war er sogar auf Augenhöhe mit dem König der Dinos.
Etwa so groß wie ein Pferd war dieser Vorfahr von Tyrannosaurus rex. (Foto: PNAS/Todd Marshall)
Timurlengia euotica

Etwa so groß wie ein Pferd war dieser Vorfahr von Tyrannosaurus rex. (Foto: PNAS/Todd Marshall)

HeidelbergDer Tyrannosaurus rex gilt als König unter den Dinosauriern – ein Topprädator mit exzellenten Sinnen. Seine Entwicklung bis an die Spitze der Nahrungskette ist jedoch noch nicht völlig verstanden. So klafft unter anderem eine 20 Millionen Jahre lange Lücke in seinem Stammbaum, weil hierzu die fossilen Nachweise von Zwischenformen fehlen.

Timurlengia euotica könnte dieses Problem jedoch zumindest teilweise beheben, folgern Paläontologen um Stephen Brusatte von der University of Edinburgh. Sie haben die Überreste des pferdegroßen Dinosauriers in Usbekistan ausgegraben und ihn anhand verschiedener Körpermerkmale als Vorfahr von T. rex identifiziert.

Der böse Onkel des T. rex
Lythronax argestes
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Er war acht Meter lang, zweieinhalb Tonnen schwer und hatte ein riesiges Maul voller scharfer Zähne – der neu entdeckte Verwandte des berühmten Tyrannosaurus rex. Lythronax argestes, so der Name der furchterregenden Riesenechse, lebte vor etwa 80 Millionen Jahren in Laramidia, einer Landmasse an der Westküste Nordamerikas.

Lythronax argestes, Mark Loewen
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Mark Loewen vom Natural History Museum of Utah entdeckte die neue Dino-Art im Grand Staircase-Escalante National Monument. Sein Team grub im Jahr 2009 Knochen von Schädel, Hüfte, Beinen und Schwanz des Dinosauriers aus.

Lythronax Argestes
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Lythronax sei der älteste Vertreter aus der Familie der Tyrannosauridae, der bisher entdeckt wurde, schreiben die Forscher im  Fachmagazin „PLOS ONE“. T. rex zum Beispiel lebte etwa zehn bis zwölf Millionen Jahre später.

Lythronax Argestes
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Wie viele seiner Verwandten hatte Lythronax sehr kurze Arme. Auffällig sind zudem seine kurze und eher schmale Schnauze sowie der breite Hinterschädel. Die Augen von Lythronax waren nach vorne gerichtet. Er hatte dadurch ein überlappendes Sichtfeld, was für einen Räuber sehr hilfreich war, wie Loewen erläutert. Bisher hatten Experten angenommen, dass diese Kopfform erst zehn Millionen Jahre später entstanden war.

Lythronax Argestes
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Durch den Vergleich mit 54 anderen Arten von fleischfressenden Dinosauriern fanden die Forscher heraus, dass Lythronax am nächsten mit T. rex und mit Tarbosaurus bataar verwandt ist. Sie gehen davon aus, dass sich die Tyrannosauridae schon in der Zeit vor 80 Millionen Jahren in verschiedene Arten aufgespaltet hatten.

Lythronax Argestes
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Damals war der nordamerikanische Kontinent von Nord nach Süd durch ein Meer geteilt, auch Teile der dadurch entstandenen westlichen Landmasse Laramidia lagen wohl für lange Zeit unter Wasser. Einzelne Regionen waren dadurch voneinander isoliert und erlaubten eine unabhängige Entwicklung der Tyrannosauridae. Eine Folge davon war, dass im südlichen Laramidia andere Arten lebten als im Norden der Landmasse - und zwar innerhalb der gleichen Dinosaurier-Gruppen.

Lythronax argestes, Grand Staircase-Escalante National Monument
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Die Fundstelle des neu entdeckten Raubsauriers dürfte nach Einschätzung der Forscher noch zahlreiche weitere Dinosaurier-Überreste birgt. Scott Sampson, Ko-Autor der Studie, bezeichnete das Gebiet als noch „weitgehend unerforschten Dinosaurier-Friedhof“.

Timurlengia euotica ähnelte seinem berühmten Verwandten bereits sehr stark, war aber deutlich kleiner und wog nur bis zu 250 Kilogramm. Er besaß lange Beine – weshalb er wohl schnell laufen konnte, so die Forscher – und ein messerscharfes Gebiss, mit dem er seine Beute reißen konnte.

Entscheidende evolutionsgeschichtliche Hinweise lieferte jedoch der versteinerte Schädel, der belegt, dass das Exemplar bereits ausgewachsen war und somit nicht noch größer werden konnte. Zudem weist seine Anatomie darauf hin, dass der Dinosaurier über ein hoch entwickeltes Gehirn und entsprechend scharfe Sinne verfügt haben muss – ganz ähnlich wie sein riesiger Nachfahre.

Die ersten Tyrannosaurier lebten vor 170 Millionen Jahren und waren kaum größer als ein erwachsener Mensch. Ihre Dimensionen nahmen dann langsam zu: Über weitere 80 Millionen Jahre hinweg erreichten sie nur die Ausmaße eines Pferdes – kein Vergleich mit den tonnenschweren Riesen wie T. rex oder Albertosaurus, die mehrere Tonnen wogen, neun bis zwölf Meter lang wurden und am Ende der Kreidezeit vor 70 Millionen Jahren existierten.

Erst zum Ende ihrer evolutionären Geschichte legten die Raubechsen dann einen Wachstumsspurt hin. „Erst nachdem die frühen Tyrannosaurier ihr intelligentes Gehirn und ihr scharfes Gehör ausgebildet hatten, wuchsen sie zu Kolossen heran“ so Brusatte. „Sie mussten erst klug werden, bevor sie wachsen konnten.“

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