Tabbys Stern Flackernder Stern wohl keine Alien-Welt

Für das merkwürdig flackernde Licht eines fernen Sterns wurden schon etliche Erklärungsansätze vorgeschlagen – bis hin zu Manipulationen durch Außerirdische. Ganz so exotisch scheint die Sache aber nicht zu sein.
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Ein Ring aus Staub könnte für das seltsame Flackern des fernen Sterns verantwortlich sein. (Illustration: Nasa/JPL-Caltech) Quelle: JPL-Caltech
Tabbys Stern

Ein Ring aus Staub könnte für das seltsame Flackern des fernen Sterns verantwortlich sein. (Illustration: Nasa/JPL-Caltech)

(Foto: JPL-Caltech)

Evanston/Baton RougeDer „seltsamste Stern der Milchstraße“ ist wohl doch nicht die Heimat einer fortgeschrittenen außerirdischen Zivilisation. Stattdessen ist vermutlich Staub für das rätselhafte Flackern dieser knapp 1500 Lichtjahre entfernten Sonne im Sternbild Schwan verantwortlich. Das berichtet ein Forscherteam um Tabetha Boyajian von der Louisiana State University im Fachblatt „The Astrophysical Journal Letters“.

Die Helligkeit von Tabbys Stern, wie er nach seiner Entdeckerin Tabetha Boyajian getauft wurde, schwankt in unregelmäßigen Abständen um bis zu 22 Prozent. Das ist extrem ungewöhnlich für eine Sonne dieses Typs. Der seltsame Stern mit der Katalognummer KIC 8462852 ist nur knapp 50 Prozent größer und massereicher als unsere Sonne und sollte nach den etablierten Sternmodellen eigentlich gleichmäßig leuchten.

Ein Tempel für den Mond
Ein Tempel auf dem Mond
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Wer an eine Raumstation auf dem Mond denkt, dem kommen wohl vor allem funktionale Bauten in den Sinn, die auf das Überleben unter den extremen Bedingungen des Erdtrabanten sicher stellen sollen. Jorge Rubio vom Advanced Concepts Team der Weltraumbehörde Esa hat da andere Vorstellungen: Er will Raumfahrern auch einen Ort der Kontemplation geben - und hat einen Tempel für den Mond entworfen. (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Tempel im Sonnenlicht
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Als Standort des Kuppelbaus hat der Esa-Künstler den Rand des Shackleton-Kraters in der Nähe des Mond-Südpols ins Auge gefasst. Ein Ort, der praktisch rund um die Uhr von der Sonne beschienen wird... (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Shackleton-Krater
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...während im Inneren des Kraters ewige Dunkelheit herrscht. (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Blick aus dem Tempel auf die Erde
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Der Mondtempel nach den Vorstellungen Rubios wäre ein riesiger Kuppelbau mit zwei Öffnungen: Die eine gibt den Blick frei auf die ferne Erde... (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Blick in die Tiefe des Alls
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...während die Öffnung an der Oberseite Ausblicke in die Tiefe des Alls ermöglicht. (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Tempel auf dem Mond
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Für Rubio soll der Mondtempel den künftigen Bewohnern des Erdtrabanten eigene Möglichkeiten zur sozialen Interaktion und zur Entwicklung neuer Formen von Kult und Ritual eröffnen. „Die Besiedlung des Mondes wäre die perfekte Chane für einen Neustart an einem Ort ohne soziale Konventionen, ohne Nationen und ohne Religion“, so der Künstler. „Dieser Tempel ist gedacht als eine mythische und universelle Struktur, um die Menschen in neuer Umgebung auf neuen Wegen zusammenzubringen.“ (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Astronomen haben zahlreiche Erklärungsansätze für dieses unerwartete Verhalten vorgeschlagen: So könnten Planeten gelegentlich vor dem Stern vorbeiziehen und ihn dabei teilweise abdecken. Allerdings verdunkeln selbst Riesenplaneten wie der Jupiter in unserem Sonnensystem ihre Sterne typischerweise nur um etwa zwei Prozent.

Eine andere Möglichkeit wären große Mengen Kometentrümmer oder eine große, unregelmäßige Scheibe aus Staub, die den Stern umgeben könnte. Der Staub sollte sich allerdings erwärmen und so über zusätzliche Infrarotstrahlung bemerkbar machen, die bislang jedoch nicht beobachtet werden konnte. Sie wäre allerdings auch schwer messbar.

Der spektakulärste Erklärungsversuch schlägt vor, dass eine technologisch fortgeschrittene Zivilisation um den Stern eine sogenannte Dyson-Sphäre gebaut hat, um ihren Energiebedarf zu decken. Der US-Theoretiker Freeman Dyson hatte in den 1960er Jahren spekuliert, solche Zivilisationen könnten eine gigantische gitterartige Schale um ihren jeweiligen Stern konstruieren, um damit möglichst viel Strahlungsenergie zu ernten. Konkrete Hinweise auf eine außerirdische Zivilisation gibt es bei Tabbys Stern allerdings nicht.

Feiner Staub statt Alien-Megastruktur
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