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Technisierung Maschinen außer Kontrolle

Um den Überblick über die zunehmende Technisierung des Alltags zu behalten, braucht der Mensch Maschinen. Ist es umgekehrt genauso? Der Autor Karl Olsberg fragt sich, ob Maschinen bald ohne Menschen auskommen und die Entwicklung der Technik den gleichen Regeln wie die Evolution folgt. Provokanter Lesestoff.
  • Hans Schürmann
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Hat der Mensch seine technologischen Schöpfungen noch unter Kontrolle? Quelle: ap

Hat der Mensch seine technologischen Schöpfungen noch unter Kontrolle?

(Foto: ap)

DÜSSELDORF. Schöne neue Welt? Computer und Mikroelektronik verändern unser Leben mit einer so großen Geschwindigkeit, dass es einem schwindelig wird. Seit mehr als zehn Jahren entsteht das größte Rechnernetz aller Zeiten, das Internet. Es speichert gigantische Mengen an Informationen, stellt unzählige Dienste bereit – und wird größer und größer. Längst sind wir auf Schritt und Tritt von dem Datennetz umhüllt: Das mobile Internet weist uns per Handy den Weg zur nächsten Tankstelle oder zum Bankautomaten. Es zeigt uns, ob Freunde oder Bekannte in der Nähe sind, mit denen wir uns kurz auf einen Kaffee treffen könnten.

Die Welt wird mit der zunehmenden Technisierung aber nicht nur einfacher, sondern auch komplexer. Programme, die auf den Computern laufen – egal, ob auf dem PC oder auf dem mobilen Computer in der Jackentasche –, sind inzwischen so kompliziert, dass selbst Experten sie nicht mehr durchschauen. Um den Überblick zu behalten, brauchen sie Unterstützung – durch Computer.

Uralte Ängste

Das weckt uralte Ängste. Hat der Mensch nicht nur den Überblick, sondern sogar die Kontrolle über die Entwicklung der Technik verloren? Kommen Maschinen bald ohne Menschen aus? Diese Fragen stellt sich der Science-Fiction-Autor und Unternehmensberater Karl Olsberg. In seinem Buch „Schöpfung außer Kontrolle“, das Ende nächster Woche in die Buchhandlungen kommt, sucht er nach einer Erklärung, wie die technologische Entwicklung funktioniert – und ob der Mensch jemals einen Einfluss darauf hatte, welche Innovationen sich durchsetzen.

In seinem Thriller „Das System“ hatte Olsberg mit viel Fantasie eine Horrorvision von der technisierten Welt entworfen, jetzt warnt der Vater von drei Söhnen vor Selbstüberschätzung und Naivität im Umgang mit den Annehmlichkeiten dieser technisierten Welt. Können wir dem vermeintlich unabwendbaren Schicksal entgehen?

Es ist nicht leicht, eine Antwort zu finden. Olsberg stellt eine These auf, die in den nächsten Jahren zu heftigen Diskussionen führen wird: Seiner Meinung nach gehorcht die technologische Entwicklung den gleichen Regeln wie die Entwicklung der Zellen und Lebewesen – die Evolution. Reproduktion, Mutation und Selektion sorgen dafür, dass sich immer perfektere technische Systeme durchsetzen.

Als biologische Wesen unterliegen auch wir Menschen den Kräften der Evolution. Doch es dauert viele Jahrtausende, bis sich durch Reproduktion, Mutation und Selektion neue Eigenschaften in unserer Spezies entwickeln und durchsetzen können. Bei den Maschinen geht das viel schneller. Sie verändern sich innerhalb weniger Jahre gravierend. Der Grund dafür liegt darin, dass die technologische Entwicklung eine Dynamik erreicht hat, die den technologischen Prozess immer weiter beschleunigt.

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