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Technologie Innovationsmanager sind die neuen Netzwerker in den Konzernen

Bei Großkonzernen wie Airbus, SAP und Siemens sind Innovatoren gefragt, die in der Gründer-Szene vernetzt sind. Ohne Kooperationen geht es nicht mehr.
21.02.2020 - 18:52 Uhr Kommentieren
Airbus arbeitet bei neuen Entwicklungen mit Start-ups zusammen. Quelle: Airbus
Ultraleichtdrohne Zephyr

Airbus arbeitet bei neuen Entwicklungen mit Start-ups zusammen.

(Foto: Airbus)

München Bei der ersten Anfrage war Christian Lindener skeptisch. Für einen großen Konzern wie Airbus arbeiten? Der 37-Jährige hatte schon zwei Start-ups gegründet – eines scheiterte, beim anderen gelang ein erfolgreicher Exit – und für Telefónica den Accelerator Wayra aufgebaut. „Ich habe erst einmal gezögert“, berichtet Lindener.

Doch Gespräche mit Airbus-Kollegen und Technologiechefin Grazia Vittadini überzeugten ihn schließlich, die Leitung des sogenannten BizLabs anzunehmen. Mit Hipster-Vollbart und ohne Anzug und Krawatte kommt der 37-Jährige auch zu Treffen mit Vorständen. „Ich muss mich nicht verstellen.“ Sein Job: Lindener soll die Brücken schlagen zwischen Airbus und der Start-up-Welt.

Lindener ist Prototyp des Innovationsmanagers 2.0. Früher entwickelten große Unternehmen neue Technologien in einer Zentralen Konzernforschung. „Und wenn man eine Technologie verschlafen hatte, kaufte man einfach schnell für einige Millionen die Technologiefirma auf“, sagt Stephanie Schorp von der Personalberatung Comites.

Das funktioniere heute oft nicht mehr. Die Bewertungen dieser Firmen seien massiv gestiegen, auch Großkonzerne könnten oft nur Minderheitsbeteiligungen erwerben. „Man muss also in der Zusammenarbeit überzeugen und kooperieren, nicht akquirieren und dominieren.“

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    Lindener ist überzeugt, dass beide Seiten ihre Stärken einbringen können – wenn man eine gemeinsame Basis sucht. „Start-ups können schneller und kosteneffizienter sein“, sagt er. Um diese Stärken zu bewahren, müssten die jungen Firmen in der Zusammenarbeit mit Konzernen eigenständig und autonom bleiben.

    Unternehmen müssen Arroganz ablegen

    Auf der anderen Seite könnten die großen Unternehmen in Sachen Marke, Vertriebskraft und bei der Zertifizierung ihre Stärken ausspielen. Bei der Zusammenarbeit müssten die großen Unternehmen aber ihre Arroganz ablegen. „Start-ups sind ein ernstzunehmender Geschäftspartner. Wenn man den Moment verpasst, Allianzen zu bilden, kann man technologisch den Anschluss verpassen.“

    Eine Erfahrung, die auch Siemens gemacht hat, wie Konzernchef Joe Kaeser immer wieder warnt. Ende der 80er-Jahre waren drei Männer von einem Start-up namens Cisco aus dem Silicon Valley zu Siemens gekommen. Sie wollten mit dem Traditionskonzern kooperieren. Doch in München wies man sie zur Tür.

    Wenn Telefonie über das Internet möglich wäre, dachten die Manager beim selbstgefälligen Weltmarktführer in der Telekommunikation, hätten sie das selbst erfunden. Der Rest ist bekannt: Cisco wurde ein Milliardenkonzern, Siemens musste sich aus der Telekommunikation verabschieden.

    Damit sich so etwas nicht wiederholt, sind neue Typen gefragt. „Innovation findet nicht mehr inkremental statt, sondern zwischen den Feldern“, sagt Personalberaterin Schorp. Früher habe man zum Beispiel eine Gasturbine immer weiter entwickelt. „Man hat sozusagen Gutes innerhalb eines definierten Feldes noch besser gemacht.“

    Heute nutze man Erkenntnisse aus Oberflächentechnologie, GPS, Design und Spracherkennung und mache daraus ein Smartphone.

    Daher müssten die Innovationsmanager eine viel breitere technologische Basis haben – „keine ganz tiefe monothematische Branchenexpertise, sondern ein breites Innovationsverständnis“. Zudem müssten sie Managementerfahrungen besitzen, wenn man die Interessen von zwei Dutzend Partnern berücksichtigen müsse.

    „Wie treffen Corporates Entscheidungen?“
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