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Technologiekonzern Siemens ehrt Erfinder des Jahres: „Innovationen noch schneller in den Markt bringen“

Nach der Aufspaltung ist der Spielraum für Zukäufe begrenzt. Der künftige Siemens-Chef Roland Busch will das Wachstum durch Innovationskraft vorantreiben.
09.12.2020 - 11:00 Uhr Kommentieren
Der US-Amerikaner von Siemens Healthineers wurde als einer der Erfinder des Jahres von Siemens geehrt. Er verbesserte die In-vitro-Diagnostik durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Quelle: Siemens
Benjamin Pollack

Der US-Amerikaner von Siemens Healthineers wurde als einer der Erfinder des Jahres von Siemens geehrt. Er verbesserte die In-vitro-Diagnostik durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

(Foto: Siemens)

München Mehr als 5100 Erfindungen haben Siemens-Mitarbeiter im vergangenen Geschäftsjahr gemeldet. Die besten von ihnen hat der designierte Konzernchef Roland Busch am Mittwoch als Erfinder des Jahres ausgezeichnet. Die große Show, die Siemens in den vergangenen Jahren daraus gemacht hatte, musste diesmal allerdings wegen Corona entfallen.

In diesem Jahr wurden 22 Preisträger aus aller Welt von Siemens, Siemens Energy und Siemens Healthineers geehrt. So hat etwa der US-Amerikaner Benjamin Pollack von Healthineers die automatisierte In-vitro-Diagnostik durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz verbessert. Die Fehlerrate ist laut Siemens gesunken, die Ergebnisse von Patientenproben im Labor liegen schneller vor.

„Ein Fehler könnte bedeuten, dass die Blutabnahme bei einem Kind wiederholt werden muss oder dass sich eine wichtige medizinische Entscheidung in der Notaufnahme verzögert“, sagte Pollack. Zuverlässigere Diagnostik könne Leben retten.

Für Busch hat das Thema Innovationen eine große Bedeutung. Sein scheidender Vorgänger Joe Kaeser hat den Konzern mit der Abtrennung der Energietechnik aufgespalten und mit der 16-Milliarden-Dollar-Übernahme des US-Krebstherapiespezialisten Varian durch Healthineers die größte Übernahme in der Konzerngeschichte vollzogen.

Der Spielraum für weitere Akquisitionen ist dadurch wohl erst einmal begrenzt. Siemens soll nun vor allem durch eine Steigerung der Innovationskraft wachsen. Mit Technologie des Konzerns könnten Kunden ganze Industrien umgestalten, sagte Busch. „Unsere Erfinder des Jahres stehen für den Anspruch von Siemens, diesen Wandel voranzutreiben und zu gestalten – seit 173 Jahren und auch in der Zukunft.“

Die Veranstaltung fand bereits zum 26. Mal statt, in den vergangenen Jahren hatte Siemens eine immer größere Show daraus gemacht. Für den damaligen Technologievorstand Busch war es ein wichtiger Auftritt, doch diesmal wurde wegen Corona nichts daraus.

Zu den weiteren Preisträgern zählte Chris Casili von der Sparte Smart Infrastructure. Er wurde für die Entwicklung einer Software ausgezeichnet, mit der auch ältere Geräte in Gebäuden an das Internet der Dinge angebunden werden können. So können noch mehr Daten in großen Gebäuden abgegriffen und der Betrieb kann damit effizienter gemacht werden.

Mitarbeiter meldete 120 Patente in 30 Jahren an

Smart Infrastructure, also das Geschäft mit der intelligenten Infrastruktur, ist bei Siemens zum Beispiel mit dem Verkauf von Feuermeldern noch vergleichsweise kleinteilig. Daher soll die Anbindung von Gebäuden an das Internet der Dinge und ihre Vernetzung untereinander einer der Schwerpunkte in der neuen Aufstellung sein. Dabei soll auch der Software-Anteil steigen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam SI bei einem Umsatz von gut 14 Milliarden Euro auf eine operative Umsatzrendite von 9,1 Prozent. Zum Vergleich: Die Vorzeigeeinheit Digital Industries kam bei ähnlichem Geschäftsvolumen auf eine Marge von 21,7 Prozent.

Für sein Lebenswerk wurde Jens Braband von der Siemens-Bahntechniksparte Mobility ausgezeichnet. Er hatte in rund 30 Jahren bei Siemens 120 Patente angemeldet. So sorgten von ihm programmierte Algorithmen zum Beispiel dafür, dass Hochgeschwindigkeitszüge vor Cyberangriffen geschützt sind.

Sein Anliegen sei es, den Schienenverkehr durch Automatisierung und Digitalisierung noch effizienter zu machen, sagte er. „Das ist es, was mich mein ganzes Berufsleben lang antreibt.“

Im laufenden Geschäftsjahr will Siemens 4,9 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Man wolle „Innovationen noch schneller in den Markt bringen“, sagte Chief Technology Officer Peter Körthe.

Siemens gehört traditionell zu den eifrigsten Patentanmeldern in Europa. In der Statistik des Europäischen Patentamts lagen die Münchener im vergangenen Jahr als bestes europäisches Unternehmen mit 2619 Anmeldungen auf dem fünften Platz. An der Spitze platzierte sich der chinesische Huawei-Konzern.

Mehr: Siemens kommt robust durch die Krise.

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